Bodenblog

Sonntag, 10. Juni 2012

Desmodium und Knöllchenbakterien, Flechten


Definition Symbiose:

Unter einer Symbiose versteht man ganz allgemein das Zusammenwirken zweier Systeme zum beiderseitigen Vorteil. In der Biologie findet sich oft eine Symbiose zwischen verschiedenen Organismen. Solche Beziehungen sind immer dann erfolgreich, wenn sich dadurch die Überlebenschancen beider Partner erhöhen. Die Symbiose beruht auf der Basis, dass die Wirtspflanze (Leguminose) den Symbionten (Bakterium) mit Energie und Kohlenstoffassimilaten versorgt.

Beispiel Knöllchenbakterien:

Kurz gefasst:

An den Wurzeln von Hülsenfrüchten siedeln sich Knöllchenbakterien an, da sie von den Wurzelausscheidungen leben können. Die Hülsenfrüchte wiederum können mit Hilfe dieser Knöllchenbakterien Stickstoff direkt aus der Luft binden und als Nährstoff verwenden.



Erklärung:

Knöllchenbakterien sind:  in Symbiose mit Schmetterlingsblütlern lebende, Stickstoff bindende Bakterien. Die Infektion der Wirtspflanzen erfolgt an der jungen Wurzel, deren Rindenzellen durch die eingedrungenen Knöllchenbakterien zu lebhafter Teilung veranlasst werden. Dabei bilden sich die Knöllchen, in denen sich die Knöllchenbakterien zunächst auf Kosten der Wirtspflanze mit Kohlenhydraten und Wirkstoffen versorgen. Die notwendigen Stickstoffverbindungen werden durch die Bindung von Luftstickstoff gewonnen. Später verändert sich das Zusammenleben zwischen der Wirtspflanze und den Knöllchenbakterien zu einem Parasitismus seitens der Wirtspflanze. Die Knöllchenbakterien werden von der Wirtspflanze verdaut, und der von ihnen gebundene Stickstoff wird verbraucht. Bei der Gründüngung werden die Wirtspflanzen untergepflügt, um den Stickstoffgehalt des Bodens zu verbessern. Solche landwirtschaftlich wichtigen Stickstoffsammler sind: Erbsen, Wicken, Bohnen, Lupinen, Seradella, Luzerne, Esparsette, die Kleearten, Sojabohnen u. a. Schmetterlingsblütler. Zur Impfung der Böden mit Knöllchenbakterien stehen Handelspräparate zur Verfügung. Nitrifikation, Wurzelknöllchen.


Der Vorteil daran: Knöllchenbakterien (Rhizobien) sind häufig vorkommende Bodenbakterien. Sie gehen mit Leguminosen eine Symbiose ein. Dabei binden sie Luftstickstoff und machen ihn für die Pflanze verfügbar. Die Pflanze stellt den Baktierien organische Stoffe zur Deckung ihres Energiebedarfs zur Verfügung. Rhizobien aus der Gattung Bradyrhizobium gehen eine spezifische Symbiose mit Sojabohnen ein.


Beispiel Flechten:


Kurz gefasst: Die Flechte ist eine Lebensgemeinschaft von zwei Partnern, die sich gegenseitig versorgen: Pilz und Alge: Der Pilz liefert den Algen Wasser und Nährstoffe, die Algen besorgen den Pilzen die Kohlenhydrate. So braucht keiner der beiden über die Rinde in das innere Gewebe der Pflanzen einzudringen. Die besiedelte Pflanze bleibt heil.


Von: Zinnia Arndt









Ethik in der Nutztierhaltung

Einleitung:
Bevor man beginnt über die Ethik zu sprechen, sollten bestimmte Definitionen klar sein, denn häufig werden die Begriffe wie Moral und Ethik verwechselt oder zusammengeworfen.
Die Ethik ist, einfach ausgedrückt, ein Denksystem, das definiert, was gut und was böse ist und wie man sich im täglichen Handeln zu entscheiden hat. Somit entsteht eine Anleitung zum richtigen  Handeln und das gehört zum Teilgebiet der Philosophie. Diese beschäftigt sich mit den Grundlagen der menschlichen Werte, Normen und der allgemeinen Moral und die   Probleme dessen betreffen die Motive, Methoden und die Folgen menschlichen Handelns.
Schafe auf Weide © Copyright Patrick Mackie and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.
Die Ethik in der Nutztierhaltung steht in Teilen der Öffentlichkeit. Schlagwörter wie „Massentierhaltung“ und „Tierfabriken“ unterstellen ein mangelndes Verantwortungsgefühl der Tierhalter gegenüber ihren Tieren. Hier treffen Vorstellungen und Bilder der Landwirtschaft aufeinander. Der gesellschaftliche Konflikt ist vorprogrammiert. Nutztiere sind ebenso empfindsame Lebewesen. Die Verantwortung des Tierhalters liegt darin, auf ihre Leidensfähigkeit Rücksicht zu nehmen. Dies ist ein Grund dafür, dass eine Belastung der Tiere gerechtfertigt werden muss. Je höher die Belastungen sind, desto mehr Gewicht muss ein rechtfertigender Grund haben.

Veränderung im Moralbegriff:
Die Menschheit entwickelt sich moralisch weiter, denn was gestern moralisch legitim war,  wird heute problematisiert. Unser moralischer Horizont hat sich in der Vergangenheit Stufenweise verändert und somit wurden Nutztiere zu Wesen, die aus moralischen Gründen unsere Rücksicht verdienen. Diese Entwicklung sollte dazu führen, dass wir Tieren grundsätzlich Achtung entgegen bringen. Nicht nur unsere Moralvorstellungen haben sich verändert sondern auch die landwirtschaftlichen Produktionsweisen. In kurzer Zeit hat sich das Bild der Landwirtschaft in vielen Hinsichten gewandelt. Beispielsweise wird das Leben der Tiere nun in Produktionsabschnitten geteilt und das wird oft auf Kosten des Tierwohls gestaltet oder nur noch eine kleine Menge von Tierrassen werden in großen Beständen genutzt und der Rest, somit die „alten“ Rassen, sterben aus. Ebenso wird diskutiert, ob man mit genetischen Methoden die Tiere weiter unserem Zweck angepasst werden sollen. Die aktuellen und ständig erweiternden technischen und technologischen Möglichkeiten bieten das an und verändern somit die Landwirtschaft gravierend und werden dies weiterhin tun. Doch ist unser wachsendes Bewusstsein gegenüber unserer Verantwortung der leidensfähigen Tiere ein Thema das der  Entwicklung der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung gegenüber steht. Dennoch bleiben zwei Punkte gleich:
Ø  Ob Intensivhaltung, extensive Nutztierhaltung, spezialisierter oder gemischter Betrieb, Landwirte tragen die Verantwortung für das Wohl der einzelnen Tiere, die sie besitzen. Sie gelten als moralisch handlungsfähige Menschen und haben somit die Verantwortung für das Wohl der von ihnen gehaltenen Tiere und tragen aufgrund dessen die moralische „Pflicht-Verantwortung“.

Ø  „Sollen setzt ein Können aus“. Das heißt, dass die Verantwortung nur soweit reicht, wie der Gestaltungsspielraum und Handlungsspielraum bietet. Wenn ein Akteur das Ziel nicht erreichen kann, kann die Handlung von ihm nicht verlangt werden, auch wenn es zu noch so guten Zielen führen würde.

Diese zwei Punkte verdeutlichen, dass die Sachzwänge moralische Verantwortung über den Bereich möglicher Handlungen einschränken können, aber nur, wenn es sich um Bedingungen handelt, in der die Veränderung nicht in der Macht des Nutztierhalters liegt. Die Verantwortung gegenüber den gehaltenen Tieren besteht dennoch, auch wenn auf Grund der Möglichkeiten, die dem Nutztierhalter zur Verfügung stehen, die moralische Verantwortung durch bestimmte Umstände verändert werden können. Dennoch stehen die Nutztierhalter immer in der Pflicht, für das Wohl ihrer Tiere zu sorgen. Wenn dies erfüllt ist, kann man darüber reden, in wie weit diese Verpflichtung reichen soll.


Voraussetzung für eine tiergerechte Behandlung 
Ø  Rücksichtnahme auf die Interessen und Bedürfnisse von Tieren ist grundlegend und die Voraussetzung für eine tiergerechte Behandlung
Ø  Wissen über die grundlegende Interessen und Bedürfnisse ist zentral
Verhaltensansprüche, physiologische und psychologische Bedürfnisse der Tiere sind grundlegend für eine angemessene Tierhaltung
Ø  Physiologische Bedürfnisse
Ø  Psychologische Bedürfnisse
Ø  Verhaltensansprüche
Das Tier darf nicht im Nutzen für den Menschen aufgehen!


Kühe beim Weiden - Photo: cc by-nc-nd B. Monginoux / Landscape-Photo.net



Wer trägt die Verantwortung:

„Ethik in der Nutztierhaltung“ gilt als Konflikt zwischen ethischen Ansprüchen und den Landwirten, die sich weigern Tierschutzforderungen zu erfüllen. Somit wird sich die Situation der Tiere in den Ställen nicht viel ändern. Das Ziel ist es die ethische Verantwortung und Mitverantwortung relevanter Akteure zu thematisieren und sie sinnvoll zu verteilen, denn es genügt nicht die Verantwortung nur bei den Nutztierhaltern oder bei anderen Sachzwängen zu suchen. Das wichtigste ist es, dass Tierschutz in der Landwirtschaft alle etwas angeht, da wir durch unser mitwirken etwas verändern können. So wie bei den Nutztierhaltern wird auch bei den Mitverantwortlichen die moralische Verantwortung nach Handlungsoptionen, die ihnen zur Verfügung stehen, bestimmt, die dann zu mehr Tiergerechtigkeit führen.

Mitverantwortung für Änderungen innerhalb der Rahmenbedingung:

Wissenschaftler/Forscher:

Sie informieren die Landwirte und stellen ihnen Wissen zur Verfügung und zeigen Möglichkeiten auf. Alternativen und Hilfestellungen werden geboten, die die Bedingungen,  der landwirtschaftlichen Praxis, berücksichtigen. Denn Tierschutz in der Praxis wird wesentlich von der Entwicklung tierfreundlicher Haltungssysteme und Praktiken abhängig. Das ist ein Grund, dass man ökonomische Auswirkungen, Konflikte zwischen Hygiene/Tiergesundheit und Tiergerechtigkeit in die Forschung zu adressieren. Ebenso sind sie verantwortlich für die Beurteilung der Tiergerechtigkeit  in Eingriffen und Haltungssystemen. Das ist die Grundlage, um gesetzliche Regelungen zu entwerfen.


Veterinärmediziner:

Die Verantwortung liegt darin, Landwirte vor Ort in Sachen Tierschutzrecht, Tiergerechtigkeit und Tiergesundheit aufzuklären. Die Berufung der Tierärzte liegt darin, für das Wohl der Tiere einzutreten. Hierbei können oftmals Konflikte entstehen.

Ø  Strategische Konflikte            -> Beratung vs. Kontrolle

Ø  Wirtschaftliche Konflikte       -> Medikamentenverteilung vs. Gesundheitsprogramme  

Ø  Ethische Konflikte                  -> ungleiche Behandlung von Nutz und Heimtieren
Diese sind zu bewältigen. Ebenso können sie Erfahrungen aus der Praxis für die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen zu Verfügung stellen und haben direkten Kontakt zu den Landwirten.
Interessenvertreter:
Ihre Verantwortung liegt beim Tierschutz und dessen Unterstützung. Sie müssen auch Informationen über die Entwicklungen preisgeben. Denn Landwirte können nur durch Weiterbildungsprogramme und bestimmte Hilfe bei der Planung und Umsetzung tierfreundlicher Haushaltssysteme mit agieren.  Die Interessenvertreter und die Verbände sind auch dafür zuständig für das Anliegen der Landwirtschaft zu kommunizieren und dies in Richtung Öffentlichkeit. Somit können sie auch auf die Politik  druckausüben und auf finanzielle Unterstützung hinwirken, um tierfreundlichere Haltungssysteme einzurichten.
Agrar-Marketing:
Ein Marketing, das mit idealisierten und romantischen Bildern der Landwirtschaft arbeitet, läuft auf Gefahr der Radikalisierung  der Tierschutzdebatte aus. Sie müssen Glaubwürdige Informationen über den Tierschutz transportieren, sodass die Bürger Aufmerksamkeit schenken und die Landwirtschaft in ihren Bemühungen um Tierschutz zu unterstützen. 
Öffentlichkeit:
Die Rolle der Bürger besteht darin, dass sie als Verbraucher über ihre Kaufentscheidung bestimmte Produktzweige stützen. Dadurch werden die ökonomischen Möglichkeiten ausgeweitet. Das heißt, wenn die Bürger durch ihre Kaufentscheidung in ihrer Rolle als Verbraucher darauf hinarbeiten, dass mehr Geld in Tiergerechte Nutztierhaltung fließt, werden die Möglichkeiten größer, aber nur wenn die Gewinne an die Nutztierhalter weitergeleitet werden. 
Gesetzgeber:
Die Gesetzgeber haben eine schwierige Verantwortung. Sie müssen darauf achten, dass nicht nur das Tierschutzgesetz, sondern auch andere Gesetztestexte die Tierpraxis beeinflusst. Sie muss wichtige Rechttexte für die Möglichkeiten zur Verwirklichung tierschützerischer Ziele  aufsetzten.
Handel:
Die Verantwortung liegt darin, dass man höhere Verkaufserlöse weitergibt, denn es macht nur Sinn wenn etwas vom Verkaufserlös an den Landwirten gelangt, um dann tierfreundlicher zu produzieren.

Konflikt zwischen Ökonomie und Tierschutz:
Durch die Nutztierhaltung kommen weitere umweltverschmutzende Probleme auf. Sie verunreinigen das Grundwasser zum Beispiel in Form von Gülle, welche zum Düngung auf den Feldern ausgebreitet wird. Durch den Anbau von Tierfutter gerät eine Menge an Stickstoff in die Meere. Diese führen zu einer explosionsartigen Vermehrung von Meeresalgen. Diese schaden andere Meerespflanzen. Im schlimmsten Fall kommt es zu „toten Zonen“, in denen alle Meerespflanzen und Tiere aussterben. Ebenso belastet die Massentierhaltung die Luft. Futtermittel und Tierfäkalien produzieren Mengen an Staub, der wiederum an Bakterien und diese enthalten Pilze und Schimmel. Nach vielen Forschungen wurde auch festgestellt, dass Nutztiere über ihre Ausscheidung toxische Gase wie Schwefelwasserstoff und Ammoniak an die Luft abgeben. Auch Fleisch, Eier und Michproduktionen sind Umweltschädlich, denn sie gelten als größten Verursacher von Kohlendioxid-Ausstoß. 18 % der weltweiten Treibhausabgase geht auf das Konto der Massentierhaltung. Nach den Zahlen übertrifft dies sogar den Transportsektor, denn diese betragen nur 13 % an den Gesamtemissionen. Somit wäre fleischessen klimaschädlicher als Autofahren.

Lösungsansatz:
Vegetarismus ist Umweltschutz“.
Kein Fleisch zu essen oder dies zu verringern wirkt sich doppelt positiv auf die Umwelt aus. Erstens wird dadurch ein großer Teil der  Umweltverschmutzung vermieden, die bei  der Fütterung, Aufzucht und der Verarbeitung von Schlachttieren entsteht. Dazu zählen der Einsatz von Energie, Wasserbelastung durch Tierfäkalien und ebenso Antibiotika, Pestiziden und Düngern. Die Vegetarische Ernährungsweise hat einen deutlich geringeren Verbrauch an natürlichen Ressourcen wie Wasser, Energie und Luft. Somit würde man die knappen natürlichen Ressourcen durch die fleischlose Ernährung schonen. Man kann zwar nicht von einem Tag auf den anderen aufhören Fleisch zu essen, aber man kann es verringern, somit würde das Fleisch an sich wieder an Wert gewinnen, zumal man früher nur einmal in der Woche, Sonntags, Fleisch gegessen hat. Es sollte möglich sein seine eigenen Ansprüche etwas runter zu schraubt, denn somit könnte man einige Tiere retten, die Umwelt schützen  und sich gesünder Ernähren.

Vergleich der Tierhaltung Zuhause und der Landwirtschaft
Schweinemast - Bild-Quelle: Harald Wilfer
Tierschutz in Deutschland ist seit 2002 im Grundgesetzbuch verankert. Dennoch ist die Realität von Tierfabriken bestimmt. Über 50 Millionen Hühner und Puten, 30 Millionen Schweine und Millionen von Rindern werden in Anlagen gesperrt, indem sie aus Kostengründen auf engsten Raum gehalten werden. In den Käfigen haben sie kaum eine Möglichkeit sich zu bewegen und ebenso haben sie kaum Licht. Über 90 % der Schweine in Deutschland verbringen ihr ganzes Leben in engen, dunkeln Ställen, die von Eintönigkeit geprägt sind. Aus Langeweile kauen sie sich ihre Schwänze ab. Damit das nicht geschieht trennt man bei jungen Ferkeln einfach die Schwänze ab und das ohne Betäubung. Ebenso werden Antibiotika als Leistungsförderer benutzt, obwohl sie zwar seit 2006  verboten sind , dennoch greifen viele darauf zurück. Die Menge der eingesetzten Antibiotika sind in den Regionen wie Niedersachsen erheblich gestiegen.

Haushund - Bildquelle: Yoda dog
Die aufgezählten Punkte zeigen eine weniger Artgerechte Tierhaltung. Angemessen wäre es wenn die Tierhaltung sich an die Lebensbedingungen der Tiere orientiert und besonders angeborene Verhaltensweisen der Tiere beibehält oder Rücksicht drauf nimmt. Somit würde man, im Gegensatz zur Massentierhaltung, sich an die Bedürfnisse der Tiere anpassen.
Sie würden mehr Platz zum Leben, bewegen und essen haben. Ebenso sind sie in der freien Natur und können sich individuell ausfalten. Die oben genannten Probleme wären nicht mehr ein Bestandteil im Leben der Tiere.

Fazit:
Es wäre zu schön um Wahr zu sein, wenn nur durch Druck aus Tierschutzorganisationen, Politik, Medien und der Öffentlichkeit die Landwirte moralisch gut handeln. Wenn es um das Wohl der Tiere geht, müssen sie in der Verantwortung gegenüber den Tieren unterstützt werden. Denn es muss eine Lange Zeit vergehen bis moralisches Handeln finanziell belohnt und unmoralisches Handeln finanziell bestraft wird. Bis dahin sollte man die Ethik in der Landwirtschaft als gemeinsames Projekt ansehen, das erst durch das Mitwirken vieler Menschen ein positives Ergebnis erreichen kann. Nur so hat man guten Grund anzunehmen, dass ein Fortschritt im Sinne der Tiergerechtigkeit erzielt wird. Die Voraussetzung dafür ist es, das die Landwirte glaubwürdig für Tiergerechtigkeit eintreten und diese auch publik machen und somit auch  kommunizieren. Vielleicht wird der Gegenwind, der aktuell ins Gesicht weht, mit der Zeit, irgendwann, zum Rückenwind.

Quellen:
Buch : Ethik in der Nutztierhaltung

von Dilara Özdemir





Freitag, 8. Juni 2012

Rückmeldungen

Wichtig!!! Die Rückmeldungen zu euren Blogposts erhaltet ihr (bis Sonntag) per Mail an eure lo-net-Adresse. Bitte unbedingt dort nachsehen und die Korrekturen umsetzen!

Dienstag, 5. Juni 2012

Fruchtfolge

Was ist eine Fruchtfolge ?
Fruchtfolge ist die zeitliche Aufeinanderfolge verschiedener Kulturpflanzen auf ein und demselben Feld. Kulturpflanzen, die lange Zeit im gleichen Feld gepflanzt werden, entziehen dem Boden über Jahre hinweg die gleichen wichtigen Pflanzennährstoffe und laugen den Boden aus.Der Boden ist müde und es breiten sich tierische Schädlinge, Pilze und Krankheitserreger aus. Die Verunkrautung nimmt zu.Der Boden sollte nachhaltig bepflanzt werden. Eine wichtige Rolle bei der Fruchtfolge spielt die Art und Weise des Anbaus. Es muss darauf geachtet werden, dass die Reihenfolge der Planzen zueinander passt. Für eine passende ReihenfolgePlanzen muss man sich nach ihren Eigenschaften richten. Diese Eigenschaften kann man in Gruppen einteilen.


Getreide und Pflanzengruppen und ihre Eigenschaften 
STARKZEHRER                           MITTELZEHRER                SCHWACHZEHRER

Kohlarten wie                             Zwiebeln                               Bohnen
  
Rot- Weißkohl                            Knoblauch                            Leguminosen
Wirsing                                      Möhren                                 Kräuter
Blumenkohl                                Rote-bete                              Erbsen
Rosenkohl                                  Fenchel                                  
Chinakohl                                   Salatarten
Gurken                                       Spinat
Kartoffeln                                    Schwarzwurzel
Lauch                                         Radieschen
Sellerie                                       Kohlrabi
Kürbis                                         Paprika
Zucchini                                      Melone
Tomaten
Rhabarber


Unter Starkzeheren versteht man Planzen die besonders viele Nährstoffe aus der Erde brauchen,unter Mittelzehrern versteht man Pfanzen die mittelmäßig viele Nährstoffe aus der Erde benötigen und unter Schwachzeheren versteht man planzen die kaum nährstoffe aus der Erde brauchen und in den meisten Fällen sogar noch Stickstoff und andere wichtige Dinge an den Boden zurück geben.
Am besten kann man Fruchtfolgen anhand von Beispielen erklären.

Konventioneller Landbau
Der Konventionelle Landbau verzichtet auf eine abwechslungsreiche Fruchtfolge,um mehr auf dem Weltmarkt gefragte Getreidesorten zu erzeugen. Die Bodenfruchtbarkeit die dadurch stätig steigt und der Schädlingsbefall der immer mehr zunimmt wird mit chemisch-synethischen Düngemitteln und Pestiziden ausgeglichen. Die Konventionelle Fruchtfolge besteht meistens nur aus Gerste,-Weizen,-Mais, in immer gleicher Anbaureihenfolge. In immer gleicher Anbaureihenfolge bedeutet, dass im 1.Jahr Weizen, im 2.Jahr Gerste und im 3. Jahr Mais angebaut wird, dieser Ablauf wird Jahr für Jahr wiederholt. Manche Bauern verzichten darauf sogar ganz und bevorzugen eine immer gleichbleibende Monokultur. Der Begriff Monokultur bedeutet, dass jedes Jahr das gleiche Getreide angebaut wird. Durch den Konventionellen Bodenanbau macht sich die Ermüdung des Bodens, lanfristig nach 10-bis 20 Jahren bemerkbar.

Bsp. 2
Kontrolliert- biologischer Anbau

Im Ökologischen Landanbau wird auf eine Abwechslungsreiche Fruchtfolge geachtet, diese liefert dem Boden den nötigen Stickstoff und laugt ihn nicht einseitig aus. Durch die Vielseitigkeit der Fruchtfolge werden Ackerbeikräuter und Schädlinge auf dauer reduziert. Die Fruchtfolge richtet sich nach Klima und Bodenverhältnissen und geht auf alte ackerbauliche Erfahrungen zurück.Einen wichtigen Bestandteil in dieser  Fruchtfolge bilden wichtige Stickstoffbindende Leguminosen und Hackfrüchte. Im Optimalen fall sollte Getreide nicht öfters als 2 mal, maximal 3 mal hintereinander Angebaut werden.Wenn ein Bio-Landwirt die Fruchtfolge anlegt muss er berücksichtigen, dass er sie für mehere jahre im voraus plant um den Boden nicht Nachhaltig auszulaugen.

Hier ein Beispiel zur Fruchtfolge eine Bio-Landwirts
1.Jahr Weizen 2.Jahr Hackfrüchte ( Möhren,Rotebeete, Kartoffeln, Futterrüben,Weißkraut, Rotkraut)
3.Jahr Roggen
4.Jahr Hafer
5.Jahr Rotklee (Gründung und Viehfutter)
6.Jahr Weizen
7.Jahr Hackfrucht
8.Jahr Weizen
9.Jahr Roggen
10.Jahr Luzerne
11.Jahr Luzerne
12.Jahr. Die Abfolge beginnt von neuem


Zwei- und Dreifelderwirtschaft in der frühen Geschichte
Im Frühmittelalter und der Antike war die Zweifelderwitschaft üblich. In der Zweifelderwirtschaft wurde der Acker in zwei Hälften geteilt, die eien Hälfte des Feldes lag brach. Wenn das Feld brach liegt, bedeutet das, dass es einfach nicht bestellt wurde um den boden eine Ruhepause zu gönnen damit sich die Bodengegebenheiten wieder entspannen können. Die Dreifelderwirtschaft war seit dem Mittelalter, etwa 1100 n. Chr. in Europa weit verbreitet.Im Hochmittelalter wurde durch die Einführung neuer Geräte (Pferdeflug) das flächendeckende Dreifeldersystem eingeführt. Im Jährlichen wechsel wurde ein Acker mit dem vor dem Winter gesäten Wintergetreide Roggen und Emmer bestellt. Der zweite Acker wurde dann mit dem nach dem Winter gesäten Sommergetreide bestellt. Das dritte Feld lag für dieses Jahr brach, damit es sich erholen konnte.Durch die Dreifelder wirtschaft stieg der Ertrag der Bauern an, zudem wurden die oft ungeklärten Besitzverhältnisse geregelt. Der Anbau von Rotklee auf der Brache, der den Stickstoff gehalt des Bodens stark verbesserte steigerte die erträge im 18. Jh. nochmals.Im 19. Jh. jedoch wurde das Dreifeldersystem von der Fruchtwecheselwitschaft abgelöst und steigerte die Erträge nochmals.

Fruchtfolgen und Kunstdünger für den Langfristigen Ertrag

In der Landwirtschaft ist es sehr wichtig vorauszudenken, da wir auch noch in Hunderten von Jahren Nahrungsmittel brauchen. Jetzt stellt sich die Frage, was besser ist, Kunstdünger oder doch die alternative Fruchtwechselwirtschaft.In der "modernen" Landwitschaft wird weniger auf die Alternative Fruchtfolge als mehr auf Kunstdünger gesestzt. Kunstdünger ist keine Optimale Lösung für Nachhaltige Landwirtschaft. Oftmals ist es hilfreich in den ersten Jahren der bestellung der Felder, doch schon nach mehrer Jahren ist der Boden ausgelaugt oder übersäuert, die Pflanzen können nicht mehr wachsen.Gerade in den Ländern in denen die Hungersnot am größten ist, z.B.Entwicklungsländer ist es wichtig eine nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben. Die nachhaltigere Methode ist die Fruchtwechselwitschaft. Da sie dem Boden nach und nach immer Ruhe gönnt und Bei der bestellung darauf geachtet wird das die Pflanzen den Boden nicht nur aussaugen sondern auch etwas zurück geben hat diese Methode mehr Erfolg. Besonders in den Entwicklungsländern, wie zum Beispiel  in China ist der Boden von Natur aus sehr Sauer, dass bedeutet wenn die Bauern den Boden zusätzlich mit synthetischen Düngemitteln Düngen übersäuert der Boden vollständig und er kann nicht mehr Bepflanzt werden. Das würde bei der Fruchtfolge nicht passieren da der Boden durch die abwechslungsreiche Bepflanzung immer ausgeglichen ist. Ich denke die Nachhaltigkeit spielt eine sehr große Rolle und man sollte in Zukunft auf Fruchtwechselwirtschaft umsteigen um eine Zukunft mit weniger Hungernden zu schaffen.

Von Emelie Torres

QUELLEN:
http://www.oscorna.de/fruchtfolge.html
http://www.infofarm.de/dsd/virtual_expo/pavillon_160/sources_pavillon_160/zeit/ff_regeln.htm
http://fruchtfolge-im-garten.uwe-braunsdorf.de/
http://www.naturkost.de/basics/i1019.htm
http://www.wikipedia.de/
DLG-Buch Seite 86, 87,88, 89

Mittwoch, 30. Mai 2012

Aktuelles

Unser Blog im Überblick

Übersicht über unser Thema, erzeugt mit popplet

Wie eine Lobby die Kontrollbehörden unterwandert:

  1. Gentechnik in Lebensmitteln
    Lesen und in den passenden Posts berücksichtigen!
  2. ...und für die ganz Engagierten (aber das ist extrem hart und fordert heraus): Die Seilschaften der Gentechnik
  3. Umdenken? - Vielleicht! Transgener Mais erstmals anfällig für Schädlinge
  4. Monsanto - mit Gift und Genen ein Film zu den Machenschaften von Monsanto






Donnerstag, 24. Mai 2012

Unser Tag in Groß-Umstadt: Besuch des DLG Zentrums und des Hof Seegers


Am Dienstag, den 8.5.2012, haben wir (18 Schülerinnen und ein Schüler) mit unserem Biologie Grundkurs,
Thema „Ökologie“, und unserem Lehrer Herrn Wilfer, einen Tag lang in Groß-Umstadt verbracht, um etwas mehr über Landwirtschaft zu erfahren. Wir besuchten das DLG Zentrum und durften dabei auch dem Hof Seeger einen Besuch abstatten.Von diesem ereignisreichen Tag werde ich nun berichten und die wichtigsten Informationen zusammenfassen.


  Der geplante Ablauf sah folgendermaßen aus:
·                Vortrag über Landwirtschaft
·                Diskussionsrunde
·                Besuch auf dem Hof Seeger (Schweinemast und 350 ha Ackerbau)
·                Mittagessen 
·                Rundgang im DLG-Zentrum
·                Kaffeetrinken
·                Abschlussrunde

Doch fangen wir am besten von vorne an.

Um 8:00 Uhr war Treffpunkt an unserer Schule und wir Schüler haben uns auf 4 Privat-PKW aufgeteilt. Nach einer knapp einstündigen Fahrt kamen wir am DLG Zentrum in Groß-Umstadt an. Wir wurden vom DLG Hauptgeschäftsführer für Frankfurt, Dr. Reinhard Grandke, herzlich empfangen und durften im Max-Eyth-Saal  Platz nehmen.  Es warteten ein paar leckere Snacks, Kaffee, Tee und andere Getränke auf uns.  Außerdem bekamen wir zu Beginn unseres Besuches ein Buch geschenkt, welches sich mit dem Thema Welternährung beschäftigt. Der Titel des Buches lautet „Welternährung: Welche Verantwortung hat Europa?“ und wurde 2012 beim DLG Verlag veröffentlicht.
Die Themen des Buches beschäftigen sich mit:
·                Ernährungssicherung – aber wie?
·                Die Weltagrar- und Finanzmärkte
·                Die Welt ernähren – Nachhaltige Ressourcennutzung
·                Zukunftsmarkt Tierproduktion
·                Landwirtschaft und Gesellschaft


Vortrag über Landwirtschaft im 21.Jahrundert

Begonnen hat Dr. Reinhard Grandke mit einem Vortrag über die Landwirtschaft im 21. Jahrhundert. Wie hat sich die Landwirtschaft entwickelt? Wie sah die Landwirtschaft vor 100 Jahren aus? Diese und mehr Fragen hat er in einer interessanten Präsentation beantwortet.
Hier noch einmal das Wichtigste in Kürze:

Im Jahre 1900 betrug der Arbeitszeitbedarf je Hektar 438 Stunden. 50 Jahre später waren es nur noch 179 Stunden, sodass die Zeiten sich mehr als halbiert haben. Im Jahr 2000 betrug der Arbeitszeitbedarf je Hektar sogar nur noch 13 Stunden (s. Diagramm). 



AZB Landwirtschaft
Bildquelle: Harald Wilfer



Doch nicht nur der Arbeitszeitbedarf hat sich verändert, z.B. war vor 100 Jahren Kinderarbeit in der Landwirtschaft auch noch üblich. Sie wurden beispielsweiße zum Pferde führen eingesetzt oder mussten das Vieh hüten.
Auch konnten wir uns anhand einer Graphik anschauen, dass ein Landwirt im Jahr 1900 nur 4 Menschen ernährt hat, wohingegen er 2003 ganze 131 Menschen ernähren musste. Die Landwirtschaft erhält von einem Euro, den Verbraucher für Nahrungsmittel ausgeben, heutzutage nur noch 23,9 Cent. Von Brotgetreideerzeugnissen erhält er sogar nur noch 5,9 Cent.
Anteil der Landwirtschaft
Bildquelle: Harald Wilfer


Interessant war auch, dass in China von den 1,3 Milliarden Bewohnern, ca. 800 Millionen Bewohner Landwirte sind. In der chinesischen Volkswirtschaft spielt die Landwirtschaft noch eine sehr wichtige Rolle. Doch auch dort kommt es durch das schnelle Wirtschaftswachstum, den Konsum, sowie die zunehmende  Ausbreitung städtischer Lebensformen in ländlichen Gebieten im Moment zu einem Wandel.


1980 lebten weniger als 20% der Chinesen in Städten. Bis 2005 stieg die Quote der Verstädterung auf 45%. Man geht davon aus, dass im Jahre 2025 etwa 60% bis 70% der Chinesen in Städten leben werden.









Wir verglichen auch die Lebensmittelausgaben der Haushalte von heute mit denen von früher und versuchten mithilfe eines „Ratespiels“ herauszufinden, wie viel Prozent des Einkommens heute für Lebensmittel ausgegeben werden.
Erinnert ihr euch noch daran, wie viel Prozent es am Ende wirklich waren?  
Geschätzt wurde in einer Spanne von 10 – 80 %, doch in Wirklichkeit lagen die Ausgaben 1900 bei 57%, 1970 bei 30-35% und heute werden noch ungefähr 14% für Lebensmittel ausgegeben, was bei einem Verdienst von 5000 Euro, 700 Euro sind.

Je geringer das Einkommen ist, desto höher ist der Anteil an Grundnahrungsmitteln, da Nahrung ein Grundbedürfnis ist. Dies bezieht sich aber nur auf die Anzahl von Lebensmitteln, welche zum Überleben notwendig sind. Zur näheren Erläuterung könnte man das Beispiel einer Familie nehmen, in welcher der Vater im Monat 1500 Euro verdient und dieser Familie eine weitere gegenüberstellen, in welcher der Vater 3000 Euro im Monat verdient. Wenn beide Familien für die gleichen Grundnahrungsmittel 300 Euro im Monat ausgeben würde, wäre der Anteil an Grundnahrungsmitteln vom Einkommen bei der Familie mit niedrigem Verdienst höher als bei der wohlhabenderen Familie. Bei einem Verdienst von 1500 Euro läge der Anteil bei 20%, wohingegen der Anteil bei 3000 Euro nur bei 10% liegen würde.
Egal wie viel man verdient, die Ausgaben an Grundbedürfnissen sind dieselben. Sie sind nicht einkommensabhängig. Allerdings ist es meist sehr umstritten, was wirklich noch als Grundnahrungsmittel zählt, weshalb diese Aussage so nicht auf alle Familien übertragbar ist, denn jede Familie kauft für einen unterschiedlichen Betrag Grundnahrungsmittel ein. Nahrungsmittelkosten sind im Gegensatz zu den Kosten für ein Auto oder für eine Wohnung jedoch relativ günstig geblieben, da heutzutage mit weniger Einsatz mehr produziert wird und so die Preise niedrig gehalten werden können. Für den Kauf von 1Kg Rindfleisch mussten 
Arbeitnehmer 1970 noch 72 Stunden arbeiten, im Jahr 2010 nur noch 27 Stunden.




In Deutschland lag der Durchschnittsverzehr von Kartoffeln im Jahre 1900 noch bei 271,1 kg, im Jahr 2010 betrug er nur noch 57,8 kg.
 Dieser Wandel der Essgewohnheiten hängt auch damit zusammen, dass Deutschland vom Ausland, wie z.B. vom italienischen, spanischen oder auch vom französischen Essen, sowie vom amerikanischen und türkischen Fast-Food beeinflusst wird. Die Auswahl wir immer größer und viele Preise sinken immer weiter. Günstige Verkaufspreise, bedeuten entsprechend niedrige Produktionskosten in der Tierhaltung. Artgerechte Tierhaltung ist und war hierbei ein Thema, welches die Medien beschäftigt und sehr umstritten ist.
So endeten auch wir am Ende bei der Diskussion über artgerechte Tierhaltung. Ist Bio wirklich besser? Werden die Tiere gequält? Wo liegen die Vorteile und wo die Nachteile?
Darüber klärte uns Dr. Reinhard Grandke auf und beantwortete mit viel Geduld alle unsere Fragen. Er erzählte uns von dem Lebensmittelskandal, bei welchem in Eiern von einem Bio-Vertrieb Dioxin gefunden wurde. Dies kann dadurch zustande kommen, dass die Hühner im Freilauf unkontrolliert  giftige Substanzen aus der Umwelt zu sich nehmen können. Seiner Meinung nach seien Eier aus der Legebatterie von der Qualität her sogar besser. „Würde ein Huhn denn ca. 300 Eier pro Jahr legen, wenn es ihm wirklich nicht gut gehen würde?“, fragte er uns. Eine Thematik welche zum Denken und zum Grübeln bringen kann, denn jeder hat über dieses Thema seine eigene Meinung. Ob Massentierhaltung, Zwinger- oder Freilandhaltung: aus Rudeltieren werden Nutztiere gemacht. Ob sie sich nach einer gewissen Zeit wirklich an ihren neuen Zustand und ihren Lebensraum gewöhnen, bleibt eine ungeklärte Frage (die wir in einem Post dieses Blogs thematisieren: "Schwein: natürliches Verhalten - Zucht (artgerechte Haltung)").
Doch ein Ergebnis nahmen wir alle am Ende mit nach Hause: Alle Haltungssysteme haben ihre Vorteile und ihre Nachteile.

Nach diesem spannenden Vortrag von Dr. Reinhard Grandke und einer regen Diskussion mit uns, machten wir uns auf den Weg zum Hof Seeger. 

Hof Seeger

Vorab nochmal das wichtigste über den Hof Seeger zusammengefasst:
Der Hof Seeger ist ein Traditionsbetrieb der seit 1955 von der Familie Seeger geführt wird. 
Momentan wird der Betriebszweig der Schweinemast von Kathrin und Peter Seeger geführt. Der Betrieb hat sich auf die Schweinehaltung spezialisiert und bewirtschaftet schon seit einigen Jahren mehrere Schweineställe in der Region.
Seit 1985 betreibt der Hof Seeger auch Landhandel und ab den neunziger Jahren sind sie in die Direktvermarktung von Fleisch und Wurst eingestiegen. Sie sind in der Region ein unabhängiger Partner im Landhandel, kaufen regional die Ernte und während des Jahres Getreide und Raps ein. Im Frühjahr verkaufen sie Düngemittel an Landwirte. Zudem begann 2011 der Bau einer Biogasanlage im eigenen Schweinestall. Der Hof Seeger ist auch im Ackerbau tätig und produziert auf rund 350 ha Ackerfläche Weizen, Gerste, Raps und Zuckerrüben. Seit 2012 produzieren sie Mais auch für ihre Biogasanlage. Außerdem erzeugen sie auf über 3.000 m² Dachfläche Sonnenstrom.

In der Schweinehaltung beschäftigen sie sich mit der Zucht, der Aufzucht, der Mast und der Vermarktung der Tiere.
Dabei werden folgende drei Bereiche abgedeckt:
·       Sauenhaltung
·       Ferkelaufzucht
·       Schweinemast



Wir konnten durch unseren Besuch einen tollen Einblick erhalten und Interessantes lernen.
Kathrin und Peter Seegers gaben uns eine Rundführung in ihrem Hof und begannen bei der Ferkelaufzucht. Zu Beginn der Führung erhielten wir Informationen über das Futter der Tiere, die Dosierung, sowie wichtige Inhaltsstoffe. Auch unterhielten wir uns darüber, dass sich das Futter der Tiere fortlaufend verändert, so beinhaltet das Futter für die Ferkel viel Muttermilch und Inhaltsstoffe, welche das Tier beim Wachstum stärken.

In einem Stall befinden sich 6 Buchten, in welchen sich je Bucht ca.25 Ferkel aufhalten, welche nach ca. 8 Wochen mit einem Gewicht von ca. 30 Kg in einen Maststall kommen. In den ersten Lebensabschnitten braucht das Schwein viel Energie und Eiweiß für das Wachstum. Später ist der Energiebedarf für Erhaltung und Bewegung im Verhältnis höher. Um die Tiere immer optimal zu versorgen, bekommt das Schwein im gesamten Leben mehr als sieben verschiedene Futterzusammensetzungen. Es beginnt mit der hoch verdaulichen und sehr eiweißhaltigen Muttermilch und reicht über hochwertiges Ferkelfutter bis zu einem eher fettreduzierten, sättigenden Endmastfutter.
In der Schweinemast werden die Schweine, ähnlich wie in der Ferkelzucht, in Gruppen von 14-25 Tieren gehalten. Die Mast dauert ca. 5 Monate, das Gewicht steigt dabei von ca.30 auf ca.120 kg. Somit ist das Schwein ungefähr 8 Monate alt, wenn es geschlachtet wird. Die Zeit im Bauch der Sau mit eingerechnet dauert es genau 1 Jahr vom Besamen   bis zum Schlachten. 

Über das Besamen haben wir bei unserem Rundgang nur wenig erfahren, dennoch gehört es zu den Aufgabenfeldern des Hofes Seeger.

Wer sich darüber weiter informieren möchte kann auf der Homepage des Hofes Seeger nachschauen.

Zum besseren Verständnis der Besamung werden im Folgenden die Begriffe Deckzentrum, Rausche, Eber und Ejakulat näher erläutert:
Deckzentrum: Das Deckzentrum ist ein besonderer Bereich innerhalb des Stalles, in dem die Sauen besamt werden.Rausche: Die Tage, in denen ein Schwein trächtig werden kann. Die erste Rausche tritt im Alter von etwa 5-6 Monaten auf. Der Rauschezyklus (Abstand zwischen zwei Rauschen) beträgt ca. 3 Wochen. Rauschedauer ca. 1 bis 2 Tage. Die Jungsau sollte zum Zeitpunkt der ersten Belegung ein Gewicht von mindestens 100-120 kg haben (Alter ca. 7-8 Monate).
Eber: Ausgewachsenes männliches Schwein
Ejakulat: Samenflüssigkeit



 
Insgesamt kann man sagen, dass wir einen ereignisreichen Besuch auf dem Hof Seeger hatten. Wir erhielten einen Einblick in die Schweinezucht und sammelten neue Erfahrungen. Einige von uns durften sogar Ferkel auf den Arm nehmen oder sie zum Wiegen zusammentreiben.

Zurück im DLG Zentrum
Nach unserer Rückkehr zum DLG Zentrum, wartete das Mittagessen auf uns. Es gab Suppe mit Würstchen und ein leckeres Desserts zum Nachtisch. Doch unser Besuch war noch nicht zu Ende. Nach dem Mittagessen führte Dr. Reinhard Grandke seinen Vortrag über Landwirtschaft zu Ende. Er brachte uns einige Informationen zur Bioproduktion näher, so steht Bayern mit 197.000 Hektar beispielsweise an erster Stelle der ökologisch bewirtschafteten Flächen, während die Stadtstaaten mit 2.200 Hektar den letzten Platz belegen. Auch wunderten wir uns darüber, dass die Edeka-Gruppe Platz 1 in der Liste der „TOP10 Deutsche Lebensmittelhändler“ belegt und Real der Metro Group angehört. Ein weiteres Thema war die globale Landwirtschaft.  Durch die stetige Zunahme der Weltbevölkerung nimmt die verfügbare landwirtschaftliche Nutzfläche pro Kopf ab. Die Nutzfläche pro Kopf betrug 1950 noch 5.100m², sank bis 2000 schon auf 2.500m² und wird im Jahr 2050 bei einer voraussichtlichen Weltbevölkerung von 9,1 Milliarden Menschen nur noch 1.800m² betragen. 
Von der gleichen Fläche, egal mit welcher Produktionsmethode, muss mehr Ertrag erzielt werden. Mit dieser Aussage gelangten wir schnell in eine weitere Diskussion, diesmal jedoch über unseren Umgang mit Lebensmitteln. Wir sind eine Wegwerfgesellschaft, doch Schuld daran sind meist die Verbraucher, die bis zum Ladenschluss das volle Sortiment von Backwaren und Gemüse in den Regalen erwarten. Das alles erwarten wir zu einem möglichst günstigen Preis, weshalb die Anforderungen und Erwartungen an die deutsche Landwirtschaft sehr hoch sind. Denn neben günstigen Preisen erwarten die Verbraucher auch eine artgerechte Tierhandlung, Qualität und Qualitätsgarantien, Sortenvielfalt und auch die Vermeidung gentechnischer Verfahren.

Bevor wir zum abschließenden Rundgang starteten, bekamen wir noch ein paar Informationen über die DLG, das DLG-Zentrum in Groß-Umstadt und dessen Aufgabenbereiche.

















DLG steht für „Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft“. Sie ist eine Organisation der deutschen Agrar-und Ernährungswirtschaft mit Hauptsitz in Frankfurt am Main. Als gemeinnütziger Verein mit etwa 20.000 Mitgliedern finanziert sie sich über ihre Einnahmen für Dienstleistungen, über die Mitgliedsbeiträge und öffentliche ZuschüsseDie DLG wurde am 11. Dezember 1885 von Max Eyth in Berlin gegründet und besitzt heute einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, welcher 550 Hektar groß ist. Mehrmals im Jahr finden deutschland- und weltweit Fachveranstaltungen und Ausstellungen statt, bei denen über bestimmte Themen informiert wird. Eine weitere Aufgabe der DLG ist die Weinprämierung und die Prüfung von Lebensmitteln, z.B. von Käse oder Wurst.

Der Rundgang im DLG Zentrum zeigte uns einige interessante Bereiche, z.B. einen Raum, in welchem die Kraft eines Rasenmähers gemessen werden kann oder einen Schallraum, der die Lärmerzeugung misst. Auch wird die Sicherheit der Traktoren für die Fahrer getestet oder die Qualität wichtiger Produkte für die Tierhaltung.

Alles in Allem war es ein wirklich erlebnisreicher Tag und wir haben viel Neues dazugelernt. Wir haben in Diskussionsrunden unser Wissen eingebracht und erweitert und auf dem Hof Seeger einen Einblick in die Schweinezucht erhalten. An dieser Stelle deshalb ein großes Dankeschön an Dr. Reinhard Grandke für den Vortrag über die Landwirtschaft und die Rundführung im DLG Zentrum, sowie an den Hof Seeger, uns mit hinter die Kulissen zu nehmen und uns neues Wissen zu vermitteln.

Von Aylin Güvenir



Quellen:
Präsentation von Herrn Grandke