Bodenblog

Mittwoch, 30. Mai 2012

Aktuelles

Unser Blog im Überblick

Übersicht über unser Thema, erzeugt mit popplet

Wie eine Lobby die Kontrollbehörden unterwandert:

  1. Gentechnik in Lebensmitteln
    Lesen und in den passenden Posts berücksichtigen!
  2. ...und für die ganz Engagierten (aber das ist extrem hart und fordert heraus): Die Seilschaften der Gentechnik
  3. Umdenken? - Vielleicht! Transgener Mais erstmals anfällig für Schädlinge
  4. Monsanto - mit Gift und Genen ein Film zu den Machenschaften von Monsanto






Donnerstag, 24. Mai 2012

Unser Tag in Groß-Umstadt: Besuch des DLG Zentrums und des Hof Seegers


Am Dienstag, den 8.5.2012, haben wir (18 Schülerinnen und ein Schüler) mit unserem Biologie Grundkurs,
Thema „Ökologie“, und unserem Lehrer Herrn Wilfer, einen Tag lang in Groß-Umstadt verbracht, um etwas mehr über Landwirtschaft zu erfahren. Wir besuchten das DLG Zentrum und durften dabei auch dem Hof Seeger einen Besuch abstatten.Von diesem ereignisreichen Tag werde ich nun berichten und die wichtigsten Informationen zusammenfassen.


  Der geplante Ablauf sah folgendermaßen aus:
·                Vortrag über Landwirtschaft
·                Diskussionsrunde
·                Besuch auf dem Hof Seeger (Schweinemast und 350 ha Ackerbau)
·                Mittagessen 
·                Rundgang im DLG-Zentrum
·                Kaffeetrinken
·                Abschlussrunde

Doch fangen wir am besten von vorne an.

Um 8:00 Uhr war Treffpunkt an unserer Schule und wir Schüler haben uns auf 4 Privat-PKW aufgeteilt. Nach einer knapp einstündigen Fahrt kamen wir am DLG Zentrum in Groß-Umstadt an. Wir wurden vom DLG Hauptgeschäftsführer für Frankfurt, Dr. Reinhard Grandke, herzlich empfangen und durften im Max-Eyth-Saal  Platz nehmen.  Es warteten ein paar leckere Snacks, Kaffee, Tee und andere Getränke auf uns.  Außerdem bekamen wir zu Beginn unseres Besuches ein Buch geschenkt, welches sich mit dem Thema Welternährung beschäftigt. Der Titel des Buches lautet „Welternährung: Welche Verantwortung hat Europa?“ und wurde 2012 beim DLG Verlag veröffentlicht.
Die Themen des Buches beschäftigen sich mit:
·                Ernährungssicherung – aber wie?
·                Die Weltagrar- und Finanzmärkte
·                Die Welt ernähren – Nachhaltige Ressourcennutzung
·                Zukunftsmarkt Tierproduktion
·                Landwirtschaft und Gesellschaft


Vortrag über Landwirtschaft im 21.Jahrundert

Begonnen hat Dr. Reinhard Grandke mit einem Vortrag über die Landwirtschaft im 21. Jahrhundert. Wie hat sich die Landwirtschaft entwickelt? Wie sah die Landwirtschaft vor 100 Jahren aus? Diese und mehr Fragen hat er in einer interessanten Präsentation beantwortet.
Hier noch einmal das Wichtigste in Kürze:

Im Jahre 1900 betrug der Arbeitszeitbedarf je Hektar 438 Stunden. 50 Jahre später waren es nur noch 179 Stunden, sodass die Zeiten sich mehr als halbiert haben. Im Jahr 2000 betrug der Arbeitszeitbedarf je Hektar sogar nur noch 13 Stunden (s. Diagramm). 



AZB Landwirtschaft
Bildquelle: Harald Wilfer



Doch nicht nur der Arbeitszeitbedarf hat sich verändert, z.B. war vor 100 Jahren Kinderarbeit in der Landwirtschaft auch noch üblich. Sie wurden beispielsweiße zum Pferde führen eingesetzt oder mussten das Vieh hüten.
Auch konnten wir uns anhand einer Graphik anschauen, dass ein Landwirt im Jahr 1900 nur 4 Menschen ernährt hat, wohingegen er 2003 ganze 131 Menschen ernähren musste. Die Landwirtschaft erhält von einem Euro, den Verbraucher für Nahrungsmittel ausgeben, heutzutage nur noch 23,9 Cent. Von Brotgetreideerzeugnissen erhält er sogar nur noch 5,9 Cent.
Anteil der Landwirtschaft
Bildquelle: Harald Wilfer


Interessant war auch, dass in China von den 1,3 Milliarden Bewohnern, ca. 800 Millionen Bewohner Landwirte sind. In der chinesischen Volkswirtschaft spielt die Landwirtschaft noch eine sehr wichtige Rolle. Doch auch dort kommt es durch das schnelle Wirtschaftswachstum, den Konsum, sowie die zunehmende  Ausbreitung städtischer Lebensformen in ländlichen Gebieten im Moment zu einem Wandel.


1980 lebten weniger als 20% der Chinesen in Städten. Bis 2005 stieg die Quote der Verstädterung auf 45%. Man geht davon aus, dass im Jahre 2025 etwa 60% bis 70% der Chinesen in Städten leben werden.









Wir verglichen auch die Lebensmittelausgaben der Haushalte von heute mit denen von früher und versuchten mithilfe eines „Ratespiels“ herauszufinden, wie viel Prozent des Einkommens heute für Lebensmittel ausgegeben werden.
Erinnert ihr euch noch daran, wie viel Prozent es am Ende wirklich waren?  
Geschätzt wurde in einer Spanne von 10 – 80 %, doch in Wirklichkeit lagen die Ausgaben 1900 bei 57%, 1970 bei 30-35% und heute werden noch ungefähr 14% für Lebensmittel ausgegeben, was bei einem Verdienst von 5000 Euro, 700 Euro sind.

Je geringer das Einkommen ist, desto höher ist der Anteil an Grundnahrungsmitteln, da Nahrung ein Grundbedürfnis ist. Dies bezieht sich aber nur auf die Anzahl von Lebensmitteln, welche zum Überleben notwendig sind. Zur näheren Erläuterung könnte man das Beispiel einer Familie nehmen, in welcher der Vater im Monat 1500 Euro verdient und dieser Familie eine weitere gegenüberstellen, in welcher der Vater 3000 Euro im Monat verdient. Wenn beide Familien für die gleichen Grundnahrungsmittel 300 Euro im Monat ausgeben würde, wäre der Anteil an Grundnahrungsmitteln vom Einkommen bei der Familie mit niedrigem Verdienst höher als bei der wohlhabenderen Familie. Bei einem Verdienst von 1500 Euro läge der Anteil bei 20%, wohingegen der Anteil bei 3000 Euro nur bei 10% liegen würde.
Egal wie viel man verdient, die Ausgaben an Grundbedürfnissen sind dieselben. Sie sind nicht einkommensabhängig. Allerdings ist es meist sehr umstritten, was wirklich noch als Grundnahrungsmittel zählt, weshalb diese Aussage so nicht auf alle Familien übertragbar ist, denn jede Familie kauft für einen unterschiedlichen Betrag Grundnahrungsmittel ein. Nahrungsmittelkosten sind im Gegensatz zu den Kosten für ein Auto oder für eine Wohnung jedoch relativ günstig geblieben, da heutzutage mit weniger Einsatz mehr produziert wird und so die Preise niedrig gehalten werden können. Für den Kauf von 1Kg Rindfleisch mussten 
Arbeitnehmer 1970 noch 72 Stunden arbeiten, im Jahr 2010 nur noch 27 Stunden.




In Deutschland lag der Durchschnittsverzehr von Kartoffeln im Jahre 1900 noch bei 271,1 kg, im Jahr 2010 betrug er nur noch 57,8 kg.
 Dieser Wandel der Essgewohnheiten hängt auch damit zusammen, dass Deutschland vom Ausland, wie z.B. vom italienischen, spanischen oder auch vom französischen Essen, sowie vom amerikanischen und türkischen Fast-Food beeinflusst wird. Die Auswahl wir immer größer und viele Preise sinken immer weiter. Günstige Verkaufspreise, bedeuten entsprechend niedrige Produktionskosten in der Tierhaltung. Artgerechte Tierhaltung ist und war hierbei ein Thema, welches die Medien beschäftigt und sehr umstritten ist.
So endeten auch wir am Ende bei der Diskussion über artgerechte Tierhaltung. Ist Bio wirklich besser? Werden die Tiere gequält? Wo liegen die Vorteile und wo die Nachteile?
Darüber klärte uns Dr. Reinhard Grandke auf und beantwortete mit viel Geduld alle unsere Fragen. Er erzählte uns von dem Lebensmittelskandal, bei welchem in Eiern von einem Bio-Vertrieb Dioxin gefunden wurde. Dies kann dadurch zustande kommen, dass die Hühner im Freilauf unkontrolliert  giftige Substanzen aus der Umwelt zu sich nehmen können. Seiner Meinung nach seien Eier aus der Legebatterie von der Qualität her sogar besser. „Würde ein Huhn denn ca. 300 Eier pro Jahr legen, wenn es ihm wirklich nicht gut gehen würde?“, fragte er uns. Eine Thematik welche zum Denken und zum Grübeln bringen kann, denn jeder hat über dieses Thema seine eigene Meinung. Ob Massentierhaltung, Zwinger- oder Freilandhaltung: aus Rudeltieren werden Nutztiere gemacht. Ob sie sich nach einer gewissen Zeit wirklich an ihren neuen Zustand und ihren Lebensraum gewöhnen, bleibt eine ungeklärte Frage (die wir in einem Post dieses Blogs thematisieren: "Schwein: natürliches Verhalten - Zucht (artgerechte Haltung)").
Doch ein Ergebnis nahmen wir alle am Ende mit nach Hause: Alle Haltungssysteme haben ihre Vorteile und ihre Nachteile.

Nach diesem spannenden Vortrag von Dr. Reinhard Grandke und einer regen Diskussion mit uns, machten wir uns auf den Weg zum Hof Seeger. 

Hof Seeger

Vorab nochmal das wichtigste über den Hof Seeger zusammengefasst:
Der Hof Seeger ist ein Traditionsbetrieb der seit 1955 von der Familie Seeger geführt wird. 
Momentan wird der Betriebszweig der Schweinemast von Kathrin und Peter Seeger geführt. Der Betrieb hat sich auf die Schweinehaltung spezialisiert und bewirtschaftet schon seit einigen Jahren mehrere Schweineställe in der Region.
Seit 1985 betreibt der Hof Seeger auch Landhandel und ab den neunziger Jahren sind sie in die Direktvermarktung von Fleisch und Wurst eingestiegen. Sie sind in der Region ein unabhängiger Partner im Landhandel, kaufen regional die Ernte und während des Jahres Getreide und Raps ein. Im Frühjahr verkaufen sie Düngemittel an Landwirte. Zudem begann 2011 der Bau einer Biogasanlage im eigenen Schweinestall. Der Hof Seeger ist auch im Ackerbau tätig und produziert auf rund 350 ha Ackerfläche Weizen, Gerste, Raps und Zuckerrüben. Seit 2012 produzieren sie Mais auch für ihre Biogasanlage. Außerdem erzeugen sie auf über 3.000 m² Dachfläche Sonnenstrom.

In der Schweinehaltung beschäftigen sie sich mit der Zucht, der Aufzucht, der Mast und der Vermarktung der Tiere.
Dabei werden folgende drei Bereiche abgedeckt:
·       Sauenhaltung
·       Ferkelaufzucht
·       Schweinemast



Wir konnten durch unseren Besuch einen tollen Einblick erhalten und Interessantes lernen.
Kathrin und Peter Seegers gaben uns eine Rundführung in ihrem Hof und begannen bei der Ferkelaufzucht. Zu Beginn der Führung erhielten wir Informationen über das Futter der Tiere, die Dosierung, sowie wichtige Inhaltsstoffe. Auch unterhielten wir uns darüber, dass sich das Futter der Tiere fortlaufend verändert, so beinhaltet das Futter für die Ferkel viel Muttermilch und Inhaltsstoffe, welche das Tier beim Wachstum stärken.

In einem Stall befinden sich 6 Buchten, in welchen sich je Bucht ca.25 Ferkel aufhalten, welche nach ca. 8 Wochen mit einem Gewicht von ca. 30 Kg in einen Maststall kommen. In den ersten Lebensabschnitten braucht das Schwein viel Energie und Eiweiß für das Wachstum. Später ist der Energiebedarf für Erhaltung und Bewegung im Verhältnis höher. Um die Tiere immer optimal zu versorgen, bekommt das Schwein im gesamten Leben mehr als sieben verschiedene Futterzusammensetzungen. Es beginnt mit der hoch verdaulichen und sehr eiweißhaltigen Muttermilch und reicht über hochwertiges Ferkelfutter bis zu einem eher fettreduzierten, sättigenden Endmastfutter.
In der Schweinemast werden die Schweine, ähnlich wie in der Ferkelzucht, in Gruppen von 14-25 Tieren gehalten. Die Mast dauert ca. 5 Monate, das Gewicht steigt dabei von ca.30 auf ca.120 kg. Somit ist das Schwein ungefähr 8 Monate alt, wenn es geschlachtet wird. Die Zeit im Bauch der Sau mit eingerechnet dauert es genau 1 Jahr vom Besamen   bis zum Schlachten. 

Über das Besamen haben wir bei unserem Rundgang nur wenig erfahren, dennoch gehört es zu den Aufgabenfeldern des Hofes Seeger.

Wer sich darüber weiter informieren möchte kann auf der Homepage des Hofes Seeger nachschauen.

Zum besseren Verständnis der Besamung werden im Folgenden die Begriffe Deckzentrum, Rausche, Eber und Ejakulat näher erläutert:
Deckzentrum: Das Deckzentrum ist ein besonderer Bereich innerhalb des Stalles, in dem die Sauen besamt werden.Rausche: Die Tage, in denen ein Schwein trächtig werden kann. Die erste Rausche tritt im Alter von etwa 5-6 Monaten auf. Der Rauschezyklus (Abstand zwischen zwei Rauschen) beträgt ca. 3 Wochen. Rauschedauer ca. 1 bis 2 Tage. Die Jungsau sollte zum Zeitpunkt der ersten Belegung ein Gewicht von mindestens 100-120 kg haben (Alter ca. 7-8 Monate).
Eber: Ausgewachsenes männliches Schwein
Ejakulat: Samenflüssigkeit



 
Insgesamt kann man sagen, dass wir einen ereignisreichen Besuch auf dem Hof Seeger hatten. Wir erhielten einen Einblick in die Schweinezucht und sammelten neue Erfahrungen. Einige von uns durften sogar Ferkel auf den Arm nehmen oder sie zum Wiegen zusammentreiben.

Zurück im DLG Zentrum
Nach unserer Rückkehr zum DLG Zentrum, wartete das Mittagessen auf uns. Es gab Suppe mit Würstchen und ein leckeres Desserts zum Nachtisch. Doch unser Besuch war noch nicht zu Ende. Nach dem Mittagessen führte Dr. Reinhard Grandke seinen Vortrag über Landwirtschaft zu Ende. Er brachte uns einige Informationen zur Bioproduktion näher, so steht Bayern mit 197.000 Hektar beispielsweise an erster Stelle der ökologisch bewirtschafteten Flächen, während die Stadtstaaten mit 2.200 Hektar den letzten Platz belegen. Auch wunderten wir uns darüber, dass die Edeka-Gruppe Platz 1 in der Liste der „TOP10 Deutsche Lebensmittelhändler“ belegt und Real der Metro Group angehört. Ein weiteres Thema war die globale Landwirtschaft.  Durch die stetige Zunahme der Weltbevölkerung nimmt die verfügbare landwirtschaftliche Nutzfläche pro Kopf ab. Die Nutzfläche pro Kopf betrug 1950 noch 5.100m², sank bis 2000 schon auf 2.500m² und wird im Jahr 2050 bei einer voraussichtlichen Weltbevölkerung von 9,1 Milliarden Menschen nur noch 1.800m² betragen. 
Von der gleichen Fläche, egal mit welcher Produktionsmethode, muss mehr Ertrag erzielt werden. Mit dieser Aussage gelangten wir schnell in eine weitere Diskussion, diesmal jedoch über unseren Umgang mit Lebensmitteln. Wir sind eine Wegwerfgesellschaft, doch Schuld daran sind meist die Verbraucher, die bis zum Ladenschluss das volle Sortiment von Backwaren und Gemüse in den Regalen erwarten. Das alles erwarten wir zu einem möglichst günstigen Preis, weshalb die Anforderungen und Erwartungen an die deutsche Landwirtschaft sehr hoch sind. Denn neben günstigen Preisen erwarten die Verbraucher auch eine artgerechte Tierhandlung, Qualität und Qualitätsgarantien, Sortenvielfalt und auch die Vermeidung gentechnischer Verfahren.

Bevor wir zum abschließenden Rundgang starteten, bekamen wir noch ein paar Informationen über die DLG, das DLG-Zentrum in Groß-Umstadt und dessen Aufgabenbereiche.

















DLG steht für „Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft“. Sie ist eine Organisation der deutschen Agrar-und Ernährungswirtschaft mit Hauptsitz in Frankfurt am Main. Als gemeinnütziger Verein mit etwa 20.000 Mitgliedern finanziert sie sich über ihre Einnahmen für Dienstleistungen, über die Mitgliedsbeiträge und öffentliche ZuschüsseDie DLG wurde am 11. Dezember 1885 von Max Eyth in Berlin gegründet und besitzt heute einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, welcher 550 Hektar groß ist. Mehrmals im Jahr finden deutschland- und weltweit Fachveranstaltungen und Ausstellungen statt, bei denen über bestimmte Themen informiert wird. Eine weitere Aufgabe der DLG ist die Weinprämierung und die Prüfung von Lebensmitteln, z.B. von Käse oder Wurst.

Der Rundgang im DLG Zentrum zeigte uns einige interessante Bereiche, z.B. einen Raum, in welchem die Kraft eines Rasenmähers gemessen werden kann oder einen Schallraum, der die Lärmerzeugung misst. Auch wird die Sicherheit der Traktoren für die Fahrer getestet oder die Qualität wichtiger Produkte für die Tierhaltung.

Alles in Allem war es ein wirklich erlebnisreicher Tag und wir haben viel Neues dazugelernt. Wir haben in Diskussionsrunden unser Wissen eingebracht und erweitert und auf dem Hof Seeger einen Einblick in die Schweinezucht erhalten. An dieser Stelle deshalb ein großes Dankeschön an Dr. Reinhard Grandke für den Vortrag über die Landwirtschaft und die Rundführung im DLG Zentrum, sowie an den Hof Seeger, uns mit hinter die Kulissen zu nehmen und uns neues Wissen zu vermitteln.

Von Aylin Güvenir



Quellen:
Präsentation von Herrn Grandke

Montag, 21. Mai 2012

Wichtiger Hinweis!!

Alle Blogger können ihre Arbeitsaufträge in den jeweiligen Kommentaren nachlesen. Wer noch keinen Post erstellt hat, sollte dies umgehend erledigen, damit der Arbeitsauftrag von mir formuliert werden kann. Wer noch kein Thema hat, wendet sich per Mail an mich und erhält dann sein Thema zugeteilt!

ACHTUNG Terminänderung (Verlängerung):

Die Blogeinträge müssen bis zum Sonntag, dem 10.6. erfolgt sein - danach werde ich sie benoten. Vorher eingestellte Beiträge werden von mir kommentiert und können dann noch verbessert werden!

Tropfen für Tropfen mehr Ertrag


Bewässerungsverfahren im Vergleich


Wasser ist eine der knappesten Ressourcen weltweit. Gerade  Kontinente wie Afrika oder Südasien kämpfen mit niedrigen vorhandenen Mengen. Der Vergleich von künstlichen Bewässerungsverfahren soll nun zeigen, wie mit weniger mehr gemacht wird und wo sich welche Verfahren am besten verwenden lassen.
Die folgenden Verfahren lassen sich in die Oberflächenbewässerung und unterirdische Bewässerung einteilen. Zu der Oberflächenbewässerung gehören mitunter auch Stau- und Rieselverfahren. Die unterirdische Bewässerung enthält ein Verfahren, das auch als Oberflächenbewässerung genutzt werden kann.
Zuerst einmal ist zu sagen, dass die Oberflächenbewässerung meist sehr günstig und ohne großen Aufwand praktiziert werden kann. Ihr großer Nachteil ist jedoch die hohe Austrocknungsquote, die bei  unterirdischen Bewässerungsverfahren (vor allem  in heißen bis trockenen Ländern) wesentlich geringer ist.


Die Stauverfahren, welche sich in 3 Unterkategorien einteilen lassen, gehören zu den weltweit am häufigsten angewandten Verfahren und sind aber bei der Wasserverbrauchsmenge am ungünstigsten.


Beim Beckenstau, der sich für Felder mit leichtem Gefälle von <0,1% eignet,  werden 20 bis 40 cm hohe Beckendämme horizontal ausgelegt. Der Beckenstau ist weniger günstig  für Gefälle mit mehr als 0,1%, denn dann müssten Terrassen angelegt werden.
Beim typischen Beckenstau werden blockweise Becken  durch Zuleitungs- und Entwässerungskanäle zusammengefasst, die nacheinander, beginnend mit dem höchstgelegenen Becken, bewässert werden. Ein großer Nachteil der hier sichtbar ist, ist der große Verbrauch an Wasser, das auf einer Seite eingelassen wird, durch die Becken fließt  und auf der andern Seite wieder abgelassen wird, damit eine konstante Höhe von ca. 20- 30 cm. herrscht.


Der Flächenstau ist ähnlich wie der Beckenstau, aber seine Fläche ist weitaus größer. Ein weiter Unterschied ist, dass das Wasser nicht fließt, sondern steht und die komplette Fläche bedeckt.
Eine  andere Art von Stauverfahren zeigt der Furchenstau, der wie der Name schon sagt, nur die Furchen im Feld  mit Wasser bedeckt. Das Feld ist somit nie komplett bedeckt, was den Vorteil hat, dass die gesamte Wasseroberfläche geringer ist und somit auch die Verdunstung.

Reisfeld in Thailand
Letztendlich lässt sich feststellen, dass Stauverfahren einen enormen Nachteil mit sich tragen: Den großen  Wasserverbrauch (die Wassernutzeffizienz liegt gerade mal bei 40- 50 %).
Aber auch Bearbeitung der Felder gestaltet sich schwieriger. Dennoch wird  für viele Pflanzenkulturen der Beckenstau angewandt ( z.B. Reis in Asien, oder Weizenkulturen in Arizona). 

Die nächste Kategorie der Oberflächenbewässerungen ist das Rieselverfahren. Die Felder, die berieselt werden sind nie überflutet, eher wohl unregelmäßig besprenkelt. Je nach Verfahren wird durch Leitungen Grundwasser oder Wasser aus Seen oder Flüssen hochgedrückt und verteilt. Diese Verfahren machen es durch ihre speziellen Lageanforderungen oft schwer, erfolgreiche  Landwirtschaft zu treiben. Denn in Frage kommen nur ebene  Felder mit einem maximalen Gefälle von  0,1%. Außerdem ist der Arbeitsaufwand sehr hoch. 

Bei der Beregnung hingegen ist nicht viel Arbeit gefragt, es werden mittels Sprühanlagen und anderer Techniken die Felder beregnet. Ferner ist die relativ niedrige Wassernutzeffizienz (65 -75%) zu beachten. Diese entsteht durch die hohen Verdunstungsraten, da das Wasser nicht auf den Boden, sondern von oben herab auf die Pflanzen gesprüht wird. Trotzdem hat dieses Verfahren einen großen Vorteil: Dadurch, dass nicht nur Wasser sondern auch Pflanzenschutzmittel/ Frostschutzmittel gesprüht werden können, ist das Verfahren auf unebenen und unzugänglichen Anbauflächen praktisch. 

Das letzte Verfahren, das hier im Vergleich dargestellt wird, erweist sich als das günstigste Verfahren im Hinblick auf Wasserverbrauch und Erntegewinn.
Die Tröpfchenbewässerung ist die sparsamste Art unter den Oberflächenbewässerungen. Das Wasser (meist Grundwasser)  wird nach exaktem Bedarf jeder Pflanze zugefügt. Was sich nach viel Arbeit und Aufwand anhört, kann mittlerweile auch automatisiert durchgeführt werden. Rohrleitungen werden an jede Pflanze mit einer kleinen Öffnung geführt. Hierbei können auch zusätzlich die entsprechend nötigen Mengen an Dünger beigemischt werden. Ein  großes Plus sind die geringen Energie- und Betriebskosten. Besonders in armen Ländern, wie dem Niger, wird mit wenig Wasser und viel Arbeitsaufwand (da sich die armen Landwirte keine Technik leisten können und alle Arbeiten manuell erledigen  müssen) ein hoher Ertrag erzielt. Der Bewässerungswirkungsgrad liegt mit 80-95% sehr effizient. Damit ist die Tröpfchenbewässerung trotz ihres mächtigen Aufwands weltweit die wasserverbrauchsfreundlichste.


Oberirdische Tröpfchenbewässerung (Automatisiert)

Darüber hinaus kann sie auch unterirdisch angelegt werden, womit wir bei der letzten Kategorie, der unterirdischen Bewässerung angelangt sind. Die unterirdische Tröpfchenbewässerung lässt zusätzlich die Vertrocknungsrate um Ein Mehrfaches sinken. Einziger Nachteil: Der Aufwand erhöht sich, da die Rohrleitungen, die nun unter der Erde liegen,  stets gewartet und saubergehalten werden müssen, um Verstopfungen  zu vermeiden.
Die unterirdische, aber auch die oberirdische Tröpfchenbewässerung eignen sich für Weinstöcke, Oliven- oder Obstbäume sowie Hopfenpflanzen.


Folgendes Fazit lässt sich ziehen: Die Tröpfchenbewässerung ist sehr wasserverbrauchsfreundlich, was nicht bedeutet, dass dadurch weniger Gewinn gemacht wird; im Gegenteil, durch die exakt dosierbare Bedarfsmenge wird der Profit gesteigert und die Bedürfnisse der Landwirte gesichert.
Die Tröpfchenbewässerung ist im Gegensatz zur Beregnung oder anderen künstlichen Verfahren sehr wartungsbedürftig und braucht immer Kontrolle. Sie ist für manche Getreide-, Pflanzen- oder Obstarten nicht geeignet. Für unebenes Terrain ist sie ungeeigneter als z.B. Beregnungen, die mühelos  auf ungleichmäßigem Gelände eingerichtet werden können. Außerdem ist der Arbeitsaufwand bei der  (manuellen) Tröpfchenbewässerung viel zu hoch um mehrere Hektar gleichzeitig zu bewirtschaften.



Auswirkungen von künstlichen Bewässerungsverfahren

























Regenwassermanagement

Dass Wasser eine der knappesten Ressourcen weltweit ist, ist nichts unbekanntes. Daher sind Regenwasserspeicher schon fast Grundvoraussetzung für erfolgreiche Landwirtschaft und für vorrätige  Trockenzeiten (Afrika, Niger). Das Einführen von professionellem Regenwassermanagement wird oder hat bereits in Zukunft effektiven Nutzen in der Landwirtschaft. Die Verwendung natürlichen Herkommens ist das größte Potential der landwirtschaftlichen Ertragssteigerung. In Afrika werden ausschließlich nur durch 15-30% des natürlichen Regen Gewinne erzielt. Der Großteil der Erträge sind hauptsächlich den künstlichen Bewässerungsanlagen (ca.95%)  zu verdanken.Damit in Zukunft zunehmend mit Regen auf Feldern gearbeitet wird, sollen spezielle Landbaumethoden bewirken, dass der größte Teil des Regens, hauptsächlich in der Monsunzeit zwischen Juli und August, direkt in die Felder geleitet, aufgehoben oder zurückgehalten wird.
Da in Afrika auch zu unseren Zeiten noch mit  traditionellen Verfahren manuell gearbeitet wird, konnten erst seit ein paar Jahren neuartige Methoden eingeführt werden. Zurzeit wird traditionell und neuartig auf Feldern gearbeitet. Aber nicht nur Afrika sondern die ganze Welt muss, wenn die Wasserressourcen sinken, mit dem Ertrag natürlichen Herkommens wirtschaften. Prof. Dr V.* beschäftigt sich in seinem Skript “ Stoffstrom- und Ressourcenmanagement (SRM)” mit dem Thema was nachhaltiges Regenwassermanagement bewirken kann. Und kam zu dem Schluss: Eine angemessene Regenwasserbewirtschaftung kann eine Stadt ökologisch aufwerten, die Kosten für die Stadtentwässerung verringern, eine Stadt wohnlicher gestalten, das Stadtklima gesünder machen und Hochwassergefahren verringern. Folglich kann man behaupten, dass das Regenwassermanagement die Zukunft der Landwirtschaft und Umwelt ist. Umwelt deshalb, weil  Luftreinhaltung die Voraussetzung für sauberes Wasser ist.
Regenzeit im Juli

*Name wird aus rechtlichen Gründen nicht genannt




Sicherung der Bodenfeuchtigkeit als Voraussetzung für erfolgreiche Agrarlandwirtschaft

Die Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit steht immer in Zusammenhang mit dem Regenwassermanagement. Nur was, wenn es überhaupt keinen Regen gibt oder nur zeitweise? Besonders in den Subtropen kommt es einmal im Jahr zum Monsun. Ein starker Regen, der über Tage hinweg andauern kann. Damit das überschüssige Wasser nicht nur im Juli  genutzt werden kann, sollen neuartige Methoden das Regenwasser zurückhalten. Das Wasser natürlichen Herkommen soll in trockenen Perioden die Bodenfeuchtigkeit erhalten, um Felder vor dem austrocknen bzw. ausrotten zu bewahren. Grund für das peinliche Achten auf Feuchtigkeit sind Nährstoffe, die im Boden gespeichert werden.
Um zusätzlich die Bodenstruktur zu verbessern, bearbeiten Bauern (in Afrika) den Boden mit Haken oder Feldtieren. Dadurch wird der Boden umgewendet und bereits trockene Erde weggeweht.

Kuh zur Hilfe von Landwirten 

Zudem können konservierende Anbaumethoden, die die Bodenstruktur sichern, die Feuchtigkeit in der Wurzelzone erhalten. Um dies  erfolgreich durchsetzen zu können, müssen Bauern zur richtigen Zeit Unkraut jähen (Unnütze Pflanze rauben nötige Feuchtigkeit) und weitere Nährstoff, wie Dünger, hinzufügen.





Wasser...
Nicht nur eine Frage der Knappheit: Macht und Armut!

Wasser- Eine der knappesten Ressourcen weltweit. Es bedeckt mehr als die hälfte der Welt und ist doch so wenig. Das Trinkwasser wird weniger, Flüsse trocknen aus, Seen schrumpfen und Feuchtgebiete verschwinden. Die Weltbevölkerung, die Industrialisierung und damit die Nachfrage nach Trinkwasser steigen. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen wird also eine der großen internationalen Herausforderungen der Zukunft sein. Wird in Zukunft Krieg über verbleibendes Süßwasser herrschen? Experten befürchten, dass es bereits Gebiete gibt, wo bewaffnete Konflikte ums Wasser stattfinden. Insbesondere Afrika, dessen arme Regionen, müssen für ihre Landwirtschaft kämpfen. Senegal droht damit, sein Projekt zur Nutzung des Senegal-Flusses wieder aufzunehmen; zum Nachteil von Mauretanien und Mali, die schon jetzt unter Wassermangel leiden. Auch im Nahosten fürchtet man sich vor  Konflikten. Israel, ein sehr trockenes Land,  verfügt über nur äußerst geringe Wasserressourcen. Aber auch Syrien, Jordanien und die Palästinenser streiten um die wenigen Wasserreserven. Der Jordan-Fluss versorgt Israels und Jordaniens Bevölkerung, vor allem die Landwirte.
Ein erster Schritt in Südostanatolien sind die an Euphrat und Tigris insgesamt 22  geplanten Staudämme. In Irak und Syrien wird gegen dieses Projekt protestiert, denn die Türkei würde damit nicht nur die Wasserressourcen, die auch die Nachbarländer nutzen, an sich reißen, sie würde vor allem die Macht über die  Wasserversorgung der Nachbarn haben, und ihre Wasserzufuhr abstellen.

Länder mit Nutzungskonflikten:
-Guarani
-Sénegal
-Lybien/ Algerien
-Äthiopen
-Israel/Syrien
-Türkei
-Kasachstan
-Vietnam
-China
 

In einem Experteninterview beschriebt Meera Karunananthan, eine Sprecherin des Council of Canadians,  Wasser als Menschenrecht.:


“Die Anerkennung des Wassers als Menschenrecht gibt denjenigen ein legales Instrument an die Hand, die keinen Zugang zu Wasser haben. Die Anerkennung des Wassers als Handelsware hingegen erlaubt den Unternehmen Privatisierungen, ohne den Menschen und der Gemeinschaft Handlungsmöglichkeiten zu überlassen. Was die Diskussion in einigen Ländern blockiert, ist die Tatsache, dass die Unternehmen  Wasser zur Handelswahre deklarieren. Sie nutzen die weltweite Wasserknappheit. Wenn Wasser aber zur Ware deklariert wird kann man nach den Gesetzen des Markes verfahren. In  den Zeiten des Mangels fallen eben größere Profite an”




Quellen






Monokultur und natürliche Ökosysteme – ein Vergleich


von Sidney Fahje


Was ist eine Monokultur im landwirtschaftlichen Bereich und wodurch wird sie gekennzeichnet?



Gibt es mehrere Bedeutungen für den Begriff "Monokultur"?

Bevor eine genaue Definition für den Begriff "Monokultur" festgelegt werden kann, muss zuerst ein mal klargestellt werden, welche Arten es von Monokulturen überhaupt gibt. Am häufigsten findet man den Begriff im Zusammenhang mit dem landwirtschaftlichen Bereich, wobei er im forstwirtschaftlichen Bereich eine fast genau so große Rolle spielt. Ebenso wird er auch erweitert, wie wenn man zum Beispiel von einer Stadt spricht, die nur extrem wenige Industriezweige besitzt, der Begriff ist beliebig erweiterbar und kann auf jedem Gebiet angewendet werden.


Definition im landwirtschaftlichen Bereich 

Der Begriff Monokultur umfasst den Anbau von nur einer Pflanzenart bzw. die Spezialisierung auf einige wenige Pflanzenarten im landwirtschaftlichen Bereich.
Hierbei wird nur eine bestimmte Fläche genutzt, auf der über viele Jahre hinweg nur die gleiche Kultur angebaut wird. Monokulturen wurden im Hochmittelalter entwickelt und wurden hauptsächlich auf Äckern angewendet. Im Gegensatz dazu steht die Einfeldwirtschaft, bei der die Dreifelderwirtschaft angewendet wurde. Dort wird die gesamte Anbaufläche in drei Teile unterteilt und nacheinander liegt einer der drei Teile brach, was bedeutet, dass dieser nicht bearbeitet und als Weide genutzt wird. Anschließend wird im Herbst gepflügt und ein Wintergetreide ausgesät, das im Spätsommer wieder geerntet wird, der Boden wird mehrmals bearbeitet. Danach findet die gleiche Prozedur statt, nur mit dem Unterschied, dass im Frühjahr ein Sommergetreide ausgesät wurde, es trotzdem wieder erst im Spätsommer geerntet wurde. Anschließend wurde die Fläche sich selbst überlassen und begrünte sich von selbst.




Monokultur mit dem Beispiel des Nassreisanbaus

Ein gutes Beispiel ist der in Asien mehrfach genutzte Nassreisanbau. Es wird immer die gleiche Fläche über viele Jahre hinweg benutzt um den Nassreis anzubauen. In dem nassen, schlammigen Boden befinden sich für den Reis wichtige Nährstoffe, außerdem wird dadurch vermieden, dass sich am Boden Unkraut und Schädlinge ansammeln. 
Für ein Kilogramm Reis werden zwischen 3000 und 5000 Liter Wasser gebraucht. Wichtig dabei ist, dass das Wasser immer in Bewegung ist, es reicht aus, wenn es leicht fließt. Steht das Wasser, bilden sich Algen. Fließt das Wasser zu schnell, werden Bodenbestandteile und wichtige Nährstoffe weggeschwemmt. Das viele Wasser wird aus den Brunnen der jeweiligen Großstädte genommen, was zur Folge hat, dass der Grundwasserspiegel um einige Meter sinkt und somit die Wirtschaft behindert wird. 



Folgen für die Umwelt


Die Folgen für die Umwelt sind unheimlich hohe Methanwerte, 60 Millionen Tonnen im Jahr, was 17% des gesamten Methans in der Erdatmosphäre entspricht. Der hohe Methanausstoß könnte reduziert werden, indem man den Boden zwischenzeitlich austrocknen lassen würde, dadurch wäre auch der gesamte Lebensraum wieder sauerstoffreicher und könnte noch effektiver genutzt werden. Natürlich braucht das Austrocknen-lassen Zeit und wie jedem bewusst ist, ist Zeit = Geld.


Monokultur im Bereich Tier- und Pflanzenhaltung

Die Monokultur im landwirtschaftlichen Bereich wird noch mal in Tier- und Pflanzenhaltung unterteilt. 
Unseren Besuch bei der DLG, besser gesagt auf dem Hof Seeger, könnte man als eine Monokultur im Bezug auf Tierhaltung sehen. Dort wird sich seit mehreren Jahren auf die Schweinemast konzentriert. Es gibt zurzeit, und es gab auch in der Vergangenheit, keine anderen Tierarten, die dort gehalten werden. Außerdem befinden sie sich auf einem festgelegten Bereich, was letztendlich bedeutet, dass alle Kriterien für eine Monokultur der Tierhaltung erfüllt sind.
(Als Pflanzenhaltung kann man den Anbau der Fichten als Monokultur in der Forstwirtschaft sehen)


Vor- und Nachteile von Monokulturen

Vorteil
Ein Vorteil für die Unternehmen die die Monokultur nutzen, ist, dass sie ein Spezialwissen aufbauen können, durch das sie sich einen Wettbewerbsvorteil zu Nutzen machen können. 
Noch ein Vorteil ist, dass die Unternehmen spezielle Maschinen für die Ernte mit spezifischen Anforderungen nur für eine Kultur benutzen müssen und somit ideal eingesetzt werden können.
Folglich ergibt sich daraus für das Unternehmen wenig Veränderung wie z.B. beim Kauf von neuen verschiedenen Maschinen jedes Jahr, sodass der Ertrag erheblich steigt und ihnen mehr Zeit für weitere Verkaufsideen bleibt. Kosten und Nutzen stehen somit in einem optimalen Verhältnis.

Nachteil
Jede Pflanze entzieht dem Boden Nährstoffe. Monotone Fruchtfolgen, wie es Monokulturen sind, entziehen nicht mehr Nährstoffe als andere Pflanzen, sondern ihre Wurzeln wachsen stärker im Boden, was die Folge hat, dass die Wurzeln für mehr Infektionen sorgen, somit wird den Pflanzen die Aufnahme von Nährstoffen massiv erschwert.
Ein weiterer Nachteil ist, dass durch die nicht vorhandene Abwechslung mit Leichtigkeit Schädlinge entstehen können und diese wiederum mit chemischen Mitteln bekämpft werden müssen, wodurch negative Auswirkungen auf das Endprodukt nicht vermieden werden können.

Einen guten Einblick in das Problem stellt der untere Auszug, vorallem der letzte Abschnitt, aus einem Text der Internetseite "Ökosystem-Erde" dar. Es wird genau auf den Punkt gebracht, wieso Monokulturen auf lange Zeit nicht von Vorteil sind...




Monokultur in der Forstwirtschaft auf Fichten bezogen



Warum werden Fichten und Nadelhölzer als Monokultur angebaut?


Fichten und andere Nadelhölzer werden heute noch in Monokulturen angebaut. 
Ein Vorteil dadurch ist, dass die Papierindustrie mit Holz beliefert werden kann. 
Nachteile sind, dass die Bäume von starken Stürmen entwurzelt werden und "tot" auf dem Boden liegen bleiben. Die vom Wind entwurzelten Bäume bieten als Totholz einen sehr geeigneten Lebensraum für Schädlinge. Die Folge ist eine starke Vermehrung von Schädlingen, wie z. B. dem Borkenkäfer. 




Schädlinge

Der Borkenkäfer ist einer der gefährlichsten Schädlinge in der Forstwirtschaft. Die Fichte wird hauptsächlich von den gefährlichsten Borkenkäferarten befallen, dem Buchdrucker und dem Kupferstecher. Borkenkäferarten können nur in kranken oder toten Bäumen ausreichende Bedingungen finden um sich zu entwickeln, daher gehören Borkenkäfer zu den sekundären Schädlingen. 


Richtig gefährlich wird es erst, wenn zu viele Bäume durch zu starken Wind abknicken. Die schwachen Bäume werden dann von den Borkenkäfern befallen und es gibt eine Massenvermehrung. Diese geht so weit, dass auch die gesunden Bäume angegriffen werden und dadurch ebenfalls absterben können. Findet das statt, wird aus dem sekundären Schädling ein primärer Schädling.

Ein weiterer Nachteil ist, dass es zu einem Überangebot an Holz kommt und dadurch die Holzpreise auf dem Markt deutlich sinken. Auch die nicht direkt betroffenen Waldbesitzer erleiden einen Verlust, da Holz nicht unbegrenzt lagerfähig ist, ohne an Qualität und gleichzeitig im Preis zu verlieren. 




Was ist eine Mischkultur und welche Arten von Mischkulturen gibt es?


Mischkultur:
Eine Mischkultur ist ein gleichzeitiger Aufwuchs von mehreren Nutzpflanzenarten. Nutzpflanzenarten werden entweder als Nahrungsmittel für Menschen, als Viehfutter oder für technische Zwecke verwendet. Diese werden vom Menschen gesät, und befinden sich ebenfalls wie bei der Monokultur auf einer vorher bestimmten Fläche. 
Die Hauptidee der Mischkultur ist, die Nachteile, die bei der Monokultur entstehen durch eine richtige Zusammensetzung zu vermeiden.



Arten von Mischkulturen:
Allgemeine Mischkultur:
Mischkulturen werden meistens im Bio-Anbau oder in heimischen Gärten genutzt. Es werden die verschiedensten Arten von Pflanzen in Reihe gepflanzt und gemischt. Die Fläche wird dadurch optimal genutzt, es muss aber darauf geachtet werden, dass die Kulturen zueinander passen. 

Der Vorteil einer Mischkultur ist, dass Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge es sehr schwer haben sich auszubreiten. 
Es ist sehr wichtig, dass keine Pflanzen aus der gleichen Familie hintereinander angebaut werden. Hier ein geeignetes Beispiel: Basilikum, Zwiebeln und Stangenbohnen könnte man zusammen mit Zucchini in eine Reihe pflanzen. Hätte man anschließend noch Gurken übrig und wolle diese ebenfalls in diese Reihe pflanzen, würde einem jeder Experte davon abraten.
Man muss auch auf die Reihenfolge achten, in der angebaut wird, diese wird Fruchtfolge genannt. Wird sie missachtet, werden die Nährstoffe im Boden nicht optimal genutzt und der Boden verliert an Gesundheit, was massive Folgen für die Zukunft haben würde.

Etagenkultur:
Bei einer Etagenkultur wird die Größe von hohen Pflanzen optimal genutzt, indem sie durch ihre Höhe Schatten für kleinere Pflanzen spenden, die nicht eine so starke Sonneneinstrahlung gebrauchen oder vertragen können. 
Beispiel: Die großen Bäume in der obersten Etage, an denen Beispielsweise Kokosnüsse hängen, spenden viel Schatten für Mangos, die in der Etage darunter gepflanzt werden. Die kommende Etage besteht aus der Krautschicht, auch Boden genannt, auf der Gemüse angebaut wird. Zuletzt gibt es noch die Etage unter der Krautschicht. Auch hier kann durch den Schutz der ersten Etage etwas wachsen wie z. B. Kartoffeln. Es ist also ein geschicktes Zusammenspiel der einzelnen Pflanzen, die sich gegenseitig beim Aufwachsen unterstützen.

Pflanzengesellschaft: 

Ist eine typische Zusammensetzung von einer Art von Pflanzen an einem bestimmten Ort.

Rand- und Zwischenpflanzung:
Rand- oder Zwischenpflanzungen werden am Rand eines Feldes gepflanzt um einerseits die zum Teil starken Windeinflüsse zu verringern, andererseits aber auch um einen Sichtschutz dazustellen.
So wird die im Feld befindliche Nutzkultur produktiver beschützt, als wenn Zäune aufgestellt werden würden, da der "Naturzaun" auch noch einen Ertrag bringt.
Untersaaten:
Als Untersaat wird das Ausgesäte, die Saat, einer zweiten Frucht zu einer früher Erntereifen Frucht bezeichnet. Gemacht wird dies, damit in einem Jahr gleich zwei Ernten möglich sind. Außerdem wird der Boden dadurch verbessert und zusätzlich geschützt, seine Tragfähigkeit nimmt zu und die Nährstoffe innerhalb des Bodens werden gebunden, was den Humusaufbau vorantreibt.


Pflanzengesellschaften in Verbindung mit Tierhaltung und die Erzeugung von Stoffkreisläufen





Die Tierhaltung ist ein fester Bestandteil in der heutigen Landwirtschaft. Wiederkäuer wie Rinder & Schafe werden dabei am häufigsten benutzt. Sie fressen Gras und Klee welches  dann zu Milch und Fleisch umgewandelt wird. 
Schweine und Geflügel werden in kleineren Mengen in der ökologischen Landwirtschaft gehalten, da sie Nahrungskonkurrenten des Menschen sind. Sie bekommen nur den Teil der Lebensmittel, der übrig bleibt wenn Lebensmittel zum Beispiel neu aufbereitet oder gereinigt werden wie zum Beispiel kleine Kartoffeln, Bruchkörner oder Ausputzgetreide.
Zusammenfassend heißt das, dass ein Tier massiv in den großen Kreislauf: 
"Boden - Pflanze -Tier - Mensch"  im Ökolandbau eingebunden ist.





Ist es fair, dass das Tier nur als Verdienstmöglichkeit einegsetzt wird?


Profitieren können davon, dass aus Gras und Klee, Milch und Fleisch gewonnen wird, allerdings nur Menschen.
In der modernen Landwirtschaft ist das Tier zum unverzichtbaren Produktionsfaktor geworden und man setzt zu 100% drauf. 
Es hat dafür hinzuhalten, was der Mensch will, es wird wenig bis keine Rücksicht darauf genommen, wie es währenddessen um das Wohlergehen des Tieres steht.


Was kann dagegen unternommen werden?

Die einzige Rettung ist der Ökolandbau. Dadurch bekommt das Tier wieder einen sinnvollen Platz im Stoffkreislauf der Landwirtschaft. Eine artgerechte Tierhaltung ist dort ein Muss und ist in den Richtlinien vorgeschrieben. Den Tieren wird ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit gewährt, außerdem haben sie viel Auslauf. Die Tiere werden nicht auf kleinen Flächen gequetscht, sondern ein Betrieb ist dazu verpflichtet, nur so viele Tiere zu beherbergen, wie die Fläche und die Ernährung zulässt. Jedes Tier hat einen tiergerechten Liegeplatz und die Vollspaltenhaltung ist verboten, da sie sonst beim Fressen und beim Liegen auf Spalten, direkt über dem Güllekanal liegen würden.


Wie werden die Tiere gefüttert?

Die Tiere dürfen nur mit Futter von biologisch bewirtschafteten Feldern gefüttert werden. Für Wiederkäuer ist Heu und Grünfutter vorgeschrieben. Synthetische Futterzusätze, billige Importfuttermittel aus der Dritten Welt oder Futterantibiotika sind verboten, um Fleischskandale, wie in den letzten Jahren, ausschließen zu können.
Dadurch wird folglich Krankheiten vorgebeugt, sollte es aber trotzdem vorkommen, dass ein Tier krank wird, so wird zunächst versucht mit homöopathischen oder pflanzlichen Mitteln diese Krankheit zu bekämpfen. 




Wie läuft das Schlachten ab?

Beim Schlachten wird dem Tier kein zusätzlicher Stress gemacht, es kommt auf schnellstem Wege und mit schonendem Transport zum Schlachter.



Kann jeder Bauer biologischen Landbau betreiben?


Biologischer Landbau darf nur von einem Bauer betrieben werden, wenn er Mitglied in einem anerkannten Anbauverband ist. Somit ist er verpflichtet, den jeweiligen Richtlinien gerecht zu werden. Die Bauernhöfe werden daher regelmäßig von EG-Kontrollstellen kontrolliert.
Hat ein EG-Kontrolleur keine Einwände und der Bauer hält sich an alle Pflichten und Richtlinien, so ist er berechtigt das Bioverbandszeichen nach EG-Öko-Verordnung zu führen.



Quellen: