Bodenblog

Montag, 14. Mai 2012

Schwein: natürliches Verhalten-Zucht (artgerechte Haltung)

Das „natürliche Verhalten“ von Schweinen

Schweine sind tagaktive Tiere, welche die meiste Zeit mit der Nahrungssuche und Nahrungsaufnahme verbringen. Der natürliche Lebensraum von Schweinen ist der Wald. Es bestehen keine wesentlichen Unterschiede zwischen Wildschwein und Hausschwein. Ausgangspunkt für die Gestaltung einer artgemäßen Schweinehaltung, sind die Anforderungen der Tiere, an ihre Haltungsumwelt auf der Grundlage des arteigenen Verhaltens. Es gibt die sogenannten Funktionskreise des Verhaltens. Das bedeutet, dass die Verhaltensweisen von Schweinen in Funktionskreise eingeteilt werden. Dabei werden jeweils solche Verhaltensweisen, die einer gemeinsamen Funktion unterliegen, zusammengefasst. Schweine führen Verhaltensweisen verschiedener Funktionskreise an unterschiedlichen Orten aus. Diese Verhaltensweisen werden nun aufgezeigt.

Sozialverhalten:
Schweine zeigen ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Die meisten Verhaltensweisen, wie zum Beispiel fressen, werden gemeinsam ausgeführt. Schweine leben in kleinen Familiengruppen zusammen. Das Zusammenleben einer Schweinegruppe regelt die Rangordnung. Die Kommunikation und Individualerkennung zwischen Schweinen erfolgt in erster Linie über akustische Signale und über den Geruch.

Ruheverhalten:
Schweine haben eine zweiphasige Tagesaktivität. Diese zeigen sich durch Aktivitätsspitzen sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag an. Mittags wird längere Zeit geruht. Die Hauptruhezeit betrifft jedoch die Nacht. Die Dauer der Gesamtruhephasen für Wildscheine liegt bei 13 bis 16 Stunden. Im Stall gehaltene Schweine ruhen zwischen 17,5 bis 19 Stunden.


Fortbewegungsverhalten:
Schweine sind bewegungsaktive Tiere. Sie gehen im Schritt, traben und galoppieren. Schweine schwimmen auch bei Gelegenheit und hohen Temperaturen.

Körperpflegeverhalten:
Schweine suhlen, da sie nicht schwitzen können. Die Borsten der Hausschweine haben ihre Funktion als Wärmeisolierungsfaktor weitgehend verloren. Ab ca. 18-20°C werden Kühlungsmöglichkeiten gerne angenommen und verbessern das Wohlbefinden. In der Freilandhaltung ist Suhlen ein Muss, da dies Sonnenbrände vorbeugt.Suhlen schützt Schweine vor Überhitzung, Sonnenbrand und Hautparasiten.
Mit dem Einsatz der Hinterextremitäten zum Kratzen erreichen Schweine nicht alle Körperbereiche. Deshalb benutzen sie verschiedenste Gegenstände, um bei der Hautpflege alle Körperregionen zu erreichen.

Erkundungsverhalten:
Schweine sind im Allgemeinen, sehr neugierige Tiere. Sie erkunden ihre Umgebung sowohl mit den Augen, als auch durch Überprüfen mit dem Rüssel und ihrem Geruchssinn. Das Riechvermögen des Schweins ist mit dem des Hundes zu vergleichen. Die Russelscheibe ist mit zahlreichen Geruchs- und Tastrezeptoren ausgestattet.

Sexualverhalten:
Hausschweine sind mit 6-8 Monaten geschlechtsreif. Der weibliche Zyklus dauert 21 Tage. Hausschweine können das ganze Jahr über gedeckt werden. Der Deck Akt beginnt mit einem ausführlichen Vorspiel. Bleibt die Sau stehen und duldet den Eber, ist sie paarungsbereit. Dies wird auch als Duldungsreflex bezeichnet.

Spielverhalten:
Das Spielverhalten stellt eine Verhaltensweise dar, die ein Tier nur dann zeigt, wenn grundsätzliche Anforderungen an sein Wohlbefinden erfüllt sind. Das Bedeutet ein Tier spielt nur dann, wenn es sich wohl fühlt. Das Spielverhalten kann man häufig in dazu geeigneter Umgebung beobachten, sehr eingeschränkt hingegen, in monotoner Umwelt oder auf ungeeigneten Böden. Ferkel spielen sehr viel, jedoch kann auch bei älteren oder erwachsenen Schweinen spielerisches Verhalten beobachtet werden. Des Weiteren gibt es natürlich auch Formen beim spielen wie zum Beispiel, dass rennen, aufreiten, raufen und das springen.

Gruppenhaltung:
Schweine sind sogenannte Rudeltiere und zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Mit Ausnahme des Abferkelns und der Eber sind sie daher in Gruppen zu halten. Durch stabile Gruppenzusammensetzungen kann Stress durch Rangauseinandersetzungen vermieden werden.


Eine "artgerechte" Schweinehaltung

Tageslicht:
Schweine sind, wie erwähnt, tagaktive Tiere. Daher sollten die Ställe mit Tageslicht ausgestattet sein. Mit Ausnahmen von Liegekisten und reinen Rückzugsbereichen, die etwas dunkler sein sollten.

Getrennte Funktionsbereiche:
Die folgenden Funktionsbereiche, sollten in vier getrennten Bereichen, aufgeteilt sein. Zum einen der Aktivitätsbereich, der Fressbereich, der Kotbereich und der Liegebereich.

Aktivitätsbereich:
Als Aktivitätsbereich kommt ein Auslauf ins Freie, den Bedürfnissen der Schweine sehr entgegen. Hier können Wühlmaterialien und Raufutter angeboten werden. Ein befestigter Auslauf bietet Raum für Bewegungs- und Erkundungsverhalten. Neben dem befestigten Auslauf ist es möglich den Schweinen zusätzlich oder ersatzweise einen Weidegang zu bieten.

Fressbereich:
Anforderungen an den Fressplatz sind zum einen verschließbare Einzelfressstände mit Sichtblenden im Kopfbereich und die Tier-Fressplatzverhältnisse sollten den Maßstab von 1:1 haben. Schweine fressen meist gleichzeitig, deswegen finden am Fressplatz immer wieder Auseinandersetzungen statt, daher ist die Gestaltung des Fressbereichs besonders wichtig.


Kotbereich:
Der Kotbereich wird in größtmöglicher Entfernung zum Liegebereich vorgesehen. Wenn Schweine die Möglichkeit haben, trennen sie Kot- und Liegebereich sogar peinlich genau. Er kann mit oder ohne Einstreu planbefestigt sein oder aber perforiert sein. Ausläufe mit Kotbereich sollten eingestreut und maschinell entmistet werden.


Liegebereich:
Der Liegebereich soll trocken und verformbar sein, einen Nestcharakter besitzen und natürlich ausreichend viel Platz pro Schwein bieten. Des Weiteren soll der Liegebereich ausschließlich eine Ruhezone sein und im Winter reichlich eingestreut sein.

Die „Haustierwerdung“

Als die Menschen anfingen sich niederzulassen und sesshaft zu werden, fingen sie an Schweine als Haustiere zu halten. Es wurde nur das Wildschwein domestiziert, sprich nur das Wildschwein wurde gebändigt und an den Menschen gewöhnt, obwohl sich wahrscheinlich alle Schweinearten an den Haustierstand gewöhnen und anpassen würden. Alle Hausschweinrassen stammen von Unterarten des eurasischen Wildschweins ab. Als Stammeltern gelten die mitteleuropäischen Wildschweine, sowie das Sardenschwein, aus dem Mittelmeerraum und zu guter letzt das asiatische Bindenschwein. Schweine werden hauptsächlich als Fleischlieferanten gehalten, denn sie sind schnellwüchsig und bekommen viel Nachwuchs. Auch in der Medizin spielen die Schweine eine wichtige Rolle. Sie sind an der Produktion von vielen Arzneistoffen beteiligt, wie zum Beispiel an darunter auch Insulin. Auch aus Schweinehaut wird Leder gemacht und aus Schweineborsten werden Bürsten und Pinsel produziert. Schweinefett findet sich auch in Kosmetika wieder. Schweinegalle wird als Zusatz zum Färben von Stoffen verwendet.Aber auch im Polizeidienst oder bei der Trüffelsuche werden Schweine eingesetzt. Das hat den Grund, da die Schweine ein ausgezeichnetes Riechorgan haben und mindestens genauso treu und gelehrig sind, wie Hunde.Wenn Hausschweine freier gehalten werden, können Einkreuzungen der Wildform auftreten, auch können sie wieder verwildern.Durch Kreuzungen von Tieren aus Deutschland, China, England, Spanien, Indien und Portugal entstand eine Vielfalt an Rassen, die den verschiedenen Ansprüchen der Verbraucher angepasst wurden. Viele Rassen konnten sich aber nicht durchsetzten und starben mit der Zeit aus. Früher wurden Schweine hauptsächlich auf  Weiden oder in großen Mischwäldern gehalten. Dies ist darauf zurück zu führen, dass die Schweine dort ihr Futter selber suchen konnten. Im frühen Mittelalter nahm die Schweinehaltung in weiten Teilen Mitteleuropas deutlich zu. Schweine wurden auf dem Land und auch auf den entstehenden Städten gehalten. Erst in der Neuzeit setzte eine gezielte Rassenzucht ein. Das passierte zunächst in England. Durch verschiedene Züchtungen und Ansprüche der Verbraucher entstanden viele neue Rassen. Umso mehr der Wohlstand der Menschen und das Wachsen der Technik stiegen, umso mehr verschlechterte sich die Landwirtschaft und die Lebensbedingungen der Schweine. Die Schweine wurden nun mehr und mehr in Ställen gehalten. Außerdem wurde die Weidehaltung verringert, weil nicht mehr so viele Schweine draußen gehalten werden konnten. Im Stall könnten die Tiere auch intensiver gemästet und gefüttert werden. Die Intensivproduktion von Schweinefleisch ist in 3 Spezialbetriebe aufgeteilt; zuerst mal in die Zucht der Schweine, danach die Ferkelerzeugung und zum Schluss die Mast. In manchen "modernen" Anlagen werden Tausende von Schweinen auf kleinsten Raum und in engen Boxen gehalten. Das hat die Folge, dass die Schweine sich kaum bewegen können. Selbst die Schweinehaltungsverordung schreibt nur einen Platz von 0,7 m2 pro Tier vor. Dieser Platz reicht gerade mal zum hinlegen und aufstehen. Viele Ställe haben Fenster mit Tageslicht aber leider gibt es noch dunkle Gefängnisse in denen nur 1 - 2 mal am Tag, zur Fütterung, für kurze Zeit Kunstlicht angeschaltet wird.
Die Tiere stehen auf kalten, nassen, kotverschmierten Spaltenböden, damit ihr Kot durch die Zwischenräume fallen kann. Zwar kann durch moderne Technik gute Frischluft zugeführt werden, aber leider wird es nicht in allen Ställen genutzt.
Da Schweine sehr bewegungsfreudige Tiere sind und einen ausgeprägten Erkundungsdrang haben, treten Verhaltensstörungen durch diese trostlose Sterilität und Enge auf. Sie leiden unter anderem unter einem unbefriedigten Kaubedürfnis, die Schweine kauen ohne Futter im Maul stundenlang weiter oder sie rütteln an den Metallrohren, die ihren qualvoll engen Lebensraum begrenzen. Außerdem werden sie durch die Haltungsbedingungen zur Untätigkeit gezwungen. Die meiste Zeit des Tages sitzen sie auf ihren Hinterläufen und trauern.
Chronische Lungenerkrankungen, schmerzhafte Nasenverkrümmungen, schwere Klauen- und Gelenksverletzungen sind keine Seltenheiten. Es tritt auch Kannibalismus an Ohren und Flanken der Leidensgenossen auf.
Damit Schweine diese lebenslange Marter überstehen, werden sie mit Chemikalien vollgepumpt.

Leben in Freiheit unter natürlichen Bedingungen

Für die ausgedehnte Weidehaltung sind nur wenige robuste Schweinerassen geeignet. Dazu gehört zum Beispiel das Wollschwein. Hierbei stehen den Tieren auf der Weide, Hütten zur Verfügung, die im Sommer kühl und im Winter ausreichend warm sind.In Gebieten wo es viel regnet oder auf lehmigen Böden, muss aber mit einer starken Verschlammung des Weidegrundes gerechnet werden.
Meiner Meinung nach könnten heut zu Tage die Schweine nicht mehr alleine in der Natur überleben. Zum einen hat es den Grund das die Haut bei den "Rosa Schweinerassen" unpigmentiert sind, dadurch sind die Schweine Sonnen empfindlich. Des Weiteren sind die "Rosa Schweinerassen" im Frühjahr stark Sonnenbrand gefährdet. Dies bedeutet, dass das Schwein im Freien ein Sonnenschutz haben müsste. Ob das Schwein diesen Platz, den ganzen Frühjahr über finden würde, ist fragwürdig. Schweine fühlen sich bei Temperaturen zwischen +5 und +25 °C am wohlsten, da sie nicht schwitzen können. Viele Schweißdrüsen haben Schweine nur auf der Rüsselscheibe. Die Hautoberfläche der Schweine muss bei höheren Temperaturen also kühl bleiben. Diese Aufgabe soll der Schlamm oder das Wasser übernehmen. Schweinen muss in der heißen Jahreszeit die Möglichkeit zum Abkühlen gegeben sein. Dies soll über „Duschen“ oder Suhlen angeboten werden. Daran würden die Schweine wahrscheinlich ebenfalls scheitern. Das bedeutet sie würden den Winter oder den Sommer nicht überleben.

Fazit
Gleich ob Wildschwein oder Hausschwein, um sich richtig wohl zu fühlen, muss für Schweine die Gelegenheit bestehen, sich ab und zu im Schlamm zu suhlen.

Quellen


Artgemäße Rinder, Schweine- und Hühnerhaltung. Grundlagen und Beispiele aus der Praxis: Artgemäße Schweinehaltung [Taschenbuch], Bernhard Hörning, Beratung Artgerechte Tierhaltung e.V.


Saskia Schulz 

Nachhaltige Landwirtschaft - eine Herausforderung für die Welternährung

Die Weltbevölkerung wird voraussichtlich auf 9 Mrd. Menschen ansteigen. Dies bedeutet, dass in 40 Jahren 70% mehr Nahrungsmittel erforderlich sein werden (hauptsächlich in den Entwicklungsländern). Es müsste zur Verdopplung der Erzeugnisse kommen, die hätte jedoch Auswirkungen auf die begrenzt verfügbaren natürlichen Ressourcen, von der die Landwirtschaft abhängig sind (Wasser, Flächen für den Anbau, mineralischer Dünger,..). Zudem sind viele Böden nachhaltig geschädigt und die Wasservorräte sind meist übernutzt oder durch Pestizide und Dünger belastet worden. Darum strebt man auf eine produktive und nachhaltige Landwirtschaft, welche den Menschen Ernährungssicherheit bietet, zumal die Landwirtschaft auch das Klima und die Gesundheit der globalen Ökosysteme beeinflusst.
Die Nachhaltige Landwirtschaft

  •  sucht nach Methoden und Verfahren, die die Produktivität des Bodens verbessern und gleichzeitig schädliche Auswirkungen (welche z. B. durch Chemikalien ausgesetzt werden können) auf Klima, Boden, Luft, Artenvielfalt und die menschliche Gesundheit  minimieren.
  • zielt darauf ab die Ernährungsbedürfnisse qualitativ und quantitativ zu befriedigen - Heute und in Zukunft.
  • setzt so wenig wie möglich nicht-erneuerbare und auf Erdöl-basis hergestellte Betriebsmittel ein und ersetzt diese durch erneuerbare Betriebsmittel
  • wirksame Maßnahme gegen Erosion (Wasser- und Winderosion) und Bodenschadverdichung
  • Ziel: ein stabiles, wenig verschlämmungsanfälliges, tragfähiges Bodengefügel.
-> Bodenaggregate sind dadurch vor der Zerstörung durch Regentropfen weitgehend geschützt, wodurch die Bildung von Oberflächenverschlämmungen ( Verlagerung von Bodenteilchen an der Bodenoberfläche) und Bodenerosion (Abtragung der Gesteine an der Erdoberfläche) gemindert wird.


Die lokale Bevölkerung steht bei nachhaltiger Landwirtschaft im Mittelpunkt. 
Bauern soll eine langfristige Beschäftigung und ausreichend Einkommen gesichert werden, außerdem ist es wichtig gute Lebens- und Arbeitsbedingungen zu schaffen.


Anfälligkeit des Landwirtschaftsektors gegenüber Ungünstigen natürlichen (z.B. klimatischen) und sozio-ökonomischen (z.B. hohe Preisschwankungen) Bedingungen sowie andere Risiken.


Konservierende Bodenbearbeitung


Die konservierende Bodenbearbeitung verzichtet auf den Pflugeinsatz, stattdessen werden nichtwendende Bodenbearbeitungsgeräte (z. B. Grubber) eingesetzt, welche den Boden in seinem Aufbau belassen.
Durch die nichtwendende Bearbeitung reichern sich Pflanzenreste in der obersten Bodenschicht (Bodenbedeckung) an.
Es kommt zu einer Lagerungsdichte in der obersten Schicht der Erde und zu einer Steigerung der biologischen Aktivität des Bodens.
Es verbleiben Ernterückstände wie z. B. Stroh (Mulchmaterial) in der obersten Bodenschicht. Diese verbessern das Bodenklima und können außerdem als Nahrungsangebot erhöht werden.

Es kommt zu einer Humusakkumulation (organische Stoffe im und auf dem Boden, die von abgestorbenen Pflanzen und Tieren herrühren) in der obersten Schicht, zu einer erhöhten Aggregatstabilität (Fähigkeit des Bodens, Form- und Strukturveränderungen durch z.B. Wassereinfluss standzuhalten) und zu einem Aufbau eines tiefen, ungestörten Makroporensystem (mit Luft oder Wasser gefüllte Hohlraumvolumen des Bodens).

Überschüssiges Wasser kann zusätzlich schnell in tiefe Bodenbereiche abtransportiert werden (z. B. durch Regenwurmgänge).

Die Nährstoffauswaschung wird reduziert und dem Boden entweichen somit weniger klimaschädigende Gase. Der Boden kann mehr Kohlenstoff speichern.


Nachteile:

  • funktioniert nicht ohne Herbizide
  • ein verändertes Unkrautmanagement ist vonnöten, damit z.B. Weizen, Soja oder Mais wachsen kann
  • spezielle Maschinen und Wissen wird benötigt (-> fehlt Kleinbauern und verhindert somit die Einführung der konservierenden Bodenbearbeitung)


Diese Methode wird bereits in Nord-,Südamerika und Australien genutzt, jedoch in Kombination mit gentechnisch veränderten Pflanzen und Totalherbizide bei Monokultur.
Auf eine Fruchtfolge (zeitliche Aufeinanderfolge verschiedener Kulturpflanzen auf ein und demselben Feld.) wird verzichtet, dadurch gehen die Vorteile der konservierenden Bodenbearbeitung verloren und es kann nicht mehr als nachhaltige Landwirtschaft bezeichnet werden.


Ökologische Landwirtschaft 



Die ökologische Landwirtschaft ist eine Form der nachhaltigen Landwirtschaft. Sie ist gut geeignet für traditionelle und extensiv arbeitende Betriebe, da sie in solchen Betrieben die Erträge erheblich steigern kann.

Jedoch hängt die Ertragsersteigerung vom Ausgangsniveau ab. 
Darum sind die Sichtweisen zur ökologischen Landwirtschaft sehr verschieden.

Bei einer Umstellung von intensiver Landwirtschaft, auf Gunststandorten, mit guten Böden und Niederschlägen, auf Ökolandwirtschaft kommt es zu einem deutlichen Ertragsrückgang.

Mit dieser Methode ist die Welt also nicht ernährbar - kombiniert man diese jedoch mit anderen nachhaltigen Produktionsverfahren, kann sie Erfolge erzielen.



Düngerverfahren

Wachsende Pflanzen entnehmen aus dem Boden Nährstoffe und speichern sie in ihren Blättern und Früchten. Bei den Nährstoffen handelt es sich vorallem um Mineralsalze, die die chemischen Grundstoffe Stickstoff, Phosphor, Calcium, Schwefel und Kalium beinhalten. Bei der Ernte, entzieht man dem Boden also ständig Mineralstoffe, so dass seine Fruchtbarkeit immer weiter abnimmt.
Um ein gutes Pflanzenwachstum und damit auch gute Pflanzenerträge erzielen zu können, muss man also düngen. Beim Düngen werden die fehlenden Pflanzennährstoffe im Boden ersetzt, wie z.B. durch mineralstoffreiche Tierausscheidungen (Jauche, Festmist), durch Mineralsalze aus natürlichen Lagerstätten (Kalk), oder durch künstlich hergestellte Düngemittel.

  • Mineraldünger (aus Mineralien gewonnenwird )
  • organische Dünger ( von Pflanzen oder Tieren stammen (z. B. Kompost)
  • organo-mineralische Dünger
  • künstlich hergestellte Düngermittel

Viele Entwicklungsländer haben damit zu kämpfen, dass Wasser knapper wird und fruchtbarer Ackerboden erodiert.  
Die Einnahmen der Kleinbauern reichen meist nicht aus, um Investitionen in teure mineralische Kunstdünger zu tätigen.

In vielen Entwicklungsländern gibt es nun jedoch Subventionsprogramme, welche Mineraldünger verbilligt anbieten, wodurch die Steigerung der Nahrungsmittelerzeugung und Ernährungssicherheit möglich gemacht wird.
Jedoch wird der Dünger oftmals falsch angewendet (Bsp.: Beschleunigung des Versauerungsprozzesses)

Die falsche Anwendung des Düngers kann Lachgasemissionen erbringen, welche Auswirkungen auf den Klimawandel und der Auswaschung von Nitrat haben. Viele tropische Böden sind außerdem von Natur aus sauer. Durch die Düngung wird der Versauerungsprozess beschleunigt, was zur Folge hat, dass die Produktivität der Böden langfristig abnimmt.




Nachhaltigkeit des Düngers


Der Grundnährstoffbedarf soll über organische Düngerangaben, wie Mist, Kompost und Gründungen, abgedeckt werden und nur der Differenzbetrag sollte über Mineraldünger ersetzt werden.

Zielgenaue Düngekonzepte sind wichtig, um eine möglichst vollständige Aufnahme der Nährstoffe durch Kulturpflanzen zu erreichen.

Stickstoffversorgung beansprucht die Symbiose von Bakterien (z.B. Knöllchenbakterien - in Symbiose mit Schmetterlingsblütlern lebende, Stickstoff bindende Bakterien), welche den Stickstoff im Boden zur Verfügung stellt.



Saatgutproblem und Erhaltung der Vielfalt in nachhaltigen Konzepten


Bauern in Entwicklungsländern haben meist eigenes Saat - und Pflanzgut.
Dies ist an die Standortbedingungen angepasst, geht auf die kulturellen Bedürfnissen ein und richtet sich nach den Ernährungsgewohnheiten der Familien. Jedoch werden dabei nicht hohe Erträge gemacht.

Bei Entwicklungszusammenarbeiten mit modernen, kommerziellen Großgrundbesitzern können den Bauern Wege für eine Verbesserung ihrer Anbaumethoden gezeigt werden, ohne ihre wirtschaftliche Situation zu verschlechtern, ohne neue Abhängigkeiten zu schaffen und ohne die natürlichen Ressourcen zu beeinträchtigen.  
Es kann zu verbesserten Landsorten kommen, die nicht durch Patente geschützt werden und allen zur weiteren Züchtung zur Verfügung gestellt werden.

Kommerzielles Hybridsaatgut sorgt für hohe Erträge und eine Steigerung der Produktivität, die vorteilhaften Eigenschaften gehen in Folgegenerationen verloren, jedoch lohnt sich, der Neukauf bei hohen Erträgen meist.


Die Hybridsaatgut Verbreitung bietet sowohl dem konventionellen Anbau sowie dem ökologischen Anbau Erfolg.


Nachhaltige Wassernutzung

In Zukunft wird sich der Wasserbedarf in vielen Bereichen steigern (Landwirtschaft, Stadt, Industrie).
Die Landwirtschaft verbraucht etwa 70% des erneuerbaren Wassers.
In mehr als 30 Ländern herrscht bereits starke Wasserknappheit.
Die Landwirtschaft muss Wasser in Zukunft also nachhaltiger verwenden!

Es könnten mehrere Anbaumethoden getestet werden, bei denen man zum Beispiel Regenwasser besser nutzen könnte, durch Rückhaltebecken, Dämme, Flussschwellen, Konturlinien oder konservierender Bodenbearbeitung.
Dadurch würde der Grundwasserspiegel gesteigert werden können.

Durch Tröpfchenbewässerung würde man außerdem sparsamer mit Wasser umgehen.
Bei dieser Tröpfchenbewässerung bekommen Pflanzen nur so viel Wasser, wie sie brauchen.
Jedoch kann diese Methode negative Folgen mit sich bringen:
Es könnte beispielsweise zur Absinkung des Grundwasserspiegels kommen, da nur noch ein Teil der vorherigen Wassermenge in den Boden kommt.
Eine Versalzung könnte ebenfalls auftreten, da das Wasser nicht ausreicht um Salze auszuwaschen.
Die gerechte Verteilung der Wasserressourcen und das Management von Wassereinzugsgebieten ist wichtig für eine nachhaltige Wassernutzung.

Verbesserte Lagerungen und Verarbeitung der erzeugten Agrarprodukte

1/3 der jährlichen Getreideernte geht in Entwicklungsländern verloren.
Bei verderblichen Produkten (Wurzel-Knollenfrücte, Obst, Gemüse) sind es sogar bis zu 40%.
Ein Teil davon geht bei der Ernte und beim Transport verschüttet, ein Teil wird von Käfern, Motten und Mäusen gefressen, und ein weiterer Teil verschimmelt oder verfault.

Solche Nachernteverluste verursachen gravierende Volkswirtschaftliche Schäden, da sie entstehen, nachdem viel Geld und Arbeitskraft in die Erzeugung der Produkte investiert wurde.
Oft macht sich dieser Qualitätsverlust der Produkte auf den Preis wirksam (da er abnimmt) oder macht das Produkt gar unverkäuflich.

Rein rechnerisch würden die Nachernteverluste das Hungerproblem auf der Welt lösen können!

Darum wurde der Nachernteschutz herbeigeführt, bei dem die Ernährungssicherheit nachhaltig und schnell verbessert werden soll ohne zusätzliche Ressourcen in Anspruch zu nehmen.

Die Techniken dazu sind bereits vorhanden.

Würde man die weltweit weggeworfenen Nahrungsmittel dazunehmen, wäre die Ernährung der Weltbevölkerung theoretisch gelöscht.

Beispiel für ein nachhaltiges Agrarkonzepte

In Ghana konzentrierte sich die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH auf ein Projekt, welches sich auf die Einführung des integrierten Pflanzenschutzes konzentrierte.
Nunächst wurden nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel empfohlen und die Bekämfung von Schädlingen mit biologischen und traditionellen Mitteln gefördert. Die GIZ beriet die ghanaische Regierung außerdem integrierten Pflanzenschutz in die Förderziele der Landwirtschaft aufzunehmen und Auflagen für gefährliche Pflanzenschutzmittel zu machen. Die Bauern erhielten außerdem eine Fortbildung und Beratung in Methoden des integrierten Pflanzenschutzes. Damit wurde die Gefährdung von Bauern, Verbrauchern und Umwelt verringert: Es kamen weniger Unfälle mit Pestiziden vor und die Belastung von Nahrungsmitteln und Gewässern sank nachhaltig. Nützliche Insekten wurden zudem geschont. Die bäuerlichen Haushalte konnten somit ihre Einkommenssituation verbessern und steigerten die Produktion und Qualtität um bis zu 73% .

Fazit

Nachhaltige Landwirtschaft ist möglich.
Sie hilft Erträge zu steigern und die wachsende Weltbevölkerung auch noch in 100 Jahren zu ernähren, ohne unsere Lebensgrundlagen zu zerstören.
Nun müssen sich nur noch Politiker, Unternehmen und Verbraucher zum Nachhaltigkeitsbewusstsein bekennen und das Notwendige Wissen an die Produzenten vermitteln!


Quellen:
Welternährung - Welche Verantwortung hat Europa? DLG e.V. Band 106
http://www.sonnenseite.com/Umwelt,Oekologische+Landwirtschaft+-+eine+Chance+fuer+Entwicklungslaender,16,a3434.html
http://www.landwirtschaft.sachsen.de/landwirtschaft/8120.htm
http://www.bauernhof.net/lexikon/lex_cde/dungung.htm

Rettung für die Böden - Hilfe für die Menschen

Cinzia Torri




Bodenfruchtbarkeit – Klärung des Begriffs
  
Der Begriff Bodenfruchtbarkeit ist die Fähigkeit eines Bodens, regelmäßig Pflanzenerträge von hoher Qualität zu erzeugen.
Die Höhe der Fruchtbarkeit eines jeweiligen Bodens, lässt sich am Ertrag messen.

Es gibt zwei verschiedene Böden an denen man den Ertrag messen kann:

  • Naturböden -> Das Maß ist der Ertrag des jährlichen Zuwachses an organischer Substanz
  • natürliche Bodenfruchtbarkeit-> Die natürliche Bodenfruchtbarkeit entsteht durch pflanzliche Nährstoffe.
  • landwirtschaftlich genutzte Böden ->Der jeweilige Ernteertrag ist das Maß der Fruchtbarkeit.
  • erworbene Bodenfruchtbarkeit -> Die erworbene Bodenfruchtbarkeit entsteht durch chemische Nährstoffe.
Ein fruchtbarer Boden kann die Wurzeln seiner Pflanzen gut mit Nährsalzen, Wasser und Luft versorgen.
Wie fruchtbar ein jeweiliger Boden sein kann, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab:

  • Bodenart






 











 
Die Art des Bodens spielt eine grundlegende Rolle für die Bodenfruchtbarkeit.
Der Boden wird dafür in zwei Bodenarten eingeteilt.
Das sind die Grob- und Feinböden.
Die Feinböden werden dann nochmals in Sand-, Schluff- und Tonböden eingeteilt.Alle drei Bodenarten besitzten verschiedene Eigenschaften wie zum Beispiel die Durchlüftung, das Wasserhaltevermögen und der Nährstoffgehalt.Die Schluffböden nehmen dabei die Mittelstellung ein. Desahlb sind gemischte Böden (Schluffböden) mit ausgeglichener Körnung für landwirtschaftliche Nutzung am günstigsten. 
Außerdem ist die Luft- und Wasserführung besonders wichtig für die Bodenfruchtbarkeit. Wasser und Durchlüftung müssen in einem ausgeglichen Maß für die Wurzeln der Pflanzen zur Verfügung stehen.
Das gilt auch für den Humusgehalt des Bodens, welches abgestorbenes und umgewandeltes pflanzliches oder tierisches Material ist. Humus bedeutet auf latein feuchter, fruchtbarer Boden.Der Humusgehalt ist deshalb eine Vorraussetzung für einen fruchtbaren Boden.
Ein Boden mit hoher Aktivität ist auch gefragt. Unter Bodenaktivität sind Bodenlebewesen insbesondere die Regenwürmer gemeint, die organisches Material aufnehmen, durchmischen und verändert wieder ausscheiden. Dabei entsteht ein nährstoffreiches Krümel- und Wurmlosungsgefüge mit Ton-Humus-Komplexen, in denen organische und mineralische Bodenbestandteile gemischt sind und dies wirkt sich erneut sehr positiv auf die Bodenfruchtbarkeit aus.
Es ist wichtig, dass ein Boden nicht schädliche beziehungsweise wachstumshemmende Stoffe enthält, den diese machen den Boden unfruchtbar. Ein letzter auch wichtiger Faktor ist das Klima.Während der gesamten Vegetationsperiode muss es ausreichend Wärme und Niederschläge geben, damit ein fruchtbarer Boden entstehen kann.


Allgemein kann man sagen, dass feuchte und gut durchlüftete Böden ideal für eine hohe Bodenfruchtbarkeit sind.Ein hoher Humusgehalt und eine starke Bodenaktivität sind demnach eine Vorraussetzung. Unterstützt wird diese Entwicklung durch angenehme klimatische Bedingungen.



Ein fruchtbarer Boden
  
Die Bedeutung der Bodenfruchtbarkeit für die Bodennutzung

Der Boden, der uns Nahrung liefert ist fruchtbar.
Wenn ein Boden nicht fruchtbar ist, kann er keine Nahrung liefern.
In verschiedenen Gebieten auf unserer Erde, aber hauptsächlich in Afrika hat die Fruchtbarkeit des Bodens abgenommen. Dementsprechend fehlt der afrikanischen Bevölkerung lebensnotwendige Nahrung. Die Bodenfruchtbarkeit hat also eine wesentliche Bedeutung für die Bodennutzung, denn wenn der Boden unfruchtbar ist, dann ist er wie "tot" und etwas "totes" kann nicht mehr genutzt werden. Es sei denn,es werden Maßnahmen durchgeführt, welche den Boden wieder fruchtbar machen können.
Den Boden kann man auch "toter Boden" nennen, da Lebewesen in einem, unfruchtbaren Boden nicht leben können. Der Boden wird wie Stein, hart und wasserundurchlässig.
Ein fruchtbarer Boden ist jedoch ein lebender Boden, da er organische und anorganische Substanzen enthält und diese  eine Voraussetzung für die Nutzung des Bodens sind.
Nahrung kann dann nachhaltig produziert werden und dementsprechend Lebewesen am Leben halten. 


 


Gründe für die nachlassende Bodenfruchtbarkeit

Es gibt vier wesentliche Gründe für die nachlassende Bodenfruchtbarkeit Afrikas.
Ein wesentlicher Faktor ist das Bevölkerungswachstum. Jahrzentelang wurde mit tierischen Mist gedüngt, dies ist heutzutage nicht mehr möglich, da die Bevölkerungszahl gestiegen ist und jede Familie nur zwei bis drei Tiere halten kann. Um Viehdünger zu erhalten, benötigt man jedoch mindestens fünfzehn Nutztiere pro Familie. Deshalb mangelt es dem afrikanischen Boden an organischer Substanz. Auch das Brachliegenlassen ist heutzutage in afrikanischen Gebieten nicht mehr möglich, da die bereits besetzten Ackerflächen kaum Ernteerträge zur Verfügung stellen. Außerdem müsste sich der Boden für mindestens fünfzehn Jahre erholen, um wieder fruchtbar zu sein. Ein dritter Grund sind die teuren chemischen Düngemittel, welche Stickstoff enthalten. Diese Mittel sind zum Beispiel für Länder der Sahelzone viel zu kostspielig, da die Kosten für diesen chemischen Dünger höher sind, als die Ernteerträge, welche durch diesen Dünger erzielt werden. Der Boden benötigt jedoch Stickstoff um fruchtbar zu sein. Ein letzter Grund, der auch zu beachten ist, ist der Klimawandel. Dieser Klimawandel wirkt sich sehr negativ auf die Böden und dessen Fruchtbarkeit aus. Es regnet in unregelmäßigen Zeiten. Deshalb weiß der Bauer heutzutage nicht genau wann er sein Feld bestellen kann. Zum einen werden die Ernteerträge dadurch geringer und zum anderen wächst die natürliche Vegetation langsamer. Dies wirkt sich dementsprechend negativ auf die Bodenfruchtbarkeit aus. Aufgrund dieser sich auf die Fruchtbarkeit des Bodens negativ auswirkenden Faktoren, ist die Nahrungsmittelerzeugung in Afrika gesunken.


Lösungsansätze

     
Es gibt verschiedene Lösungen, die nicht nur der nachlassenden Bodenfruchtbarkeit entgegenwirken sollen, sondern auch der bereits anstehenden Hungersnot Afrikas verhelfen sollen.
Eininge von ihnen sind jedoch kaum realisierbar.
Die Idee chemischen Dünger zu sanktionieren, ist ein Besipiel dieser nicht erreichbaren Lösungen.
Andere Lösungen wie die Verwendung von Dung(Kot von Pflanzenfressern)oder Kompost (humusreiches Rottenprodukt aus organischen Abfällen) wirken in manchen Gebieten der Erde nicht, da es nirgendwo genug Dung gibt und Kompost zwar ein ausgezeichnetes Düngemittel ist,jedoch für den Anbau von Mais oder Hirse viel zu mühsam ist.
Es gibt jedoch eine Lösung, die zum Beispiel die afrikanische Bodenunfruchtbarkeit nachhaltig beheben könnte. Außerdem ist diese Lösung sehr günstig und umweltfreundlich.
Genannt wird diese Lösung:
  • Gründüngung oder Deckfrucht
Die Methode dieser Düngung:
Pflanzen werden gemäht und dann untergepflügt, aber nur solange sie noch grün sind, deshalb nennt sich diese Düngungsmethode "Gründüngung"


Bäume und Feldfrüchte sind die einzigen Mittel, die dazu benötigt werden. Pflanzen werden wachsen gelassen. Ihre Blätter stellen die Fruchtbarkeit dann wieder her und dies sogar nachhaltig. Der Boden wird sozusagen regeneriert.
Im afrikanischen Tiefland wird dieses System am besten in drei Schichten eingeteilt.
  1. Untersaat (Bohnen)
  2. Deckfrucht (Mais)
  3. Überdachung (Bäume*)
* Bäume schützen vor großer Mittagshitze
  (15% Schatten = 50% mehr Nahrung)


Warum ist diese Methode positiv?

Diese Methode ist positiv zu bewerten, da sie dem Boden pro Hektar bis zu 60 Tonnen organischen Dünger (Nassgewicht) liefern kann. Außerdem hat sie verschiedene Vorteile:
  1. Fähigkeit Wasser zu speichern
  2. Besitzt einen hohen Nährstoffgehalt
  3. Ermöglicht die Weichheit des Bodens
  4. Besitzt eine hohe Wasserdurchlässigkeit
  5. Hat ein geringes Säuregrad
- wirken sich sehr positiv auf die Bodenfruchtbarkeit aus -

Im weiteren liefert dieses Beflanzungssystem hohe Mengen an Stickstoff, keine Transportkosten und eine Verringerung von Herbiziten, da sie als Pestizide gegen Würmer und andere Insekten wirken.
Außerdem können Bauern auf eine nicht wendende Bodenbearbeitung umteigen, dadurch steigt die Produktivität und die Erosion sinkt.
Zum Schluss noch ein sehr wichtiger Punkt, ist der positive Einfluss auf den Klimawandel. Da der Boden mehr Wasser speichern kann, mangelt es ihm nicht, wenn die Vegetationsperiode aufgrund der klimatischen Bedingungen verkürzt wird.






Gründüngung (green manure)

© Copyright Callum Black and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Die nachlassende Bodenfruchtbarkeit in anderen Regionen der Erde - ein Problem für ganze Erde ?

Alle Länder der Welt leiden unter einem sogenannten "Sturm" (siehe Gründe für die nachlassende Bodenfruchtbarkeit). Dort sind jedoch die Industriesektoren groß und das makroökonomische Wachstum ist stark genug, sodass Bauern Arbeit in den Städten finden können. 
In Nordafrika zum Beispiel verschlechtern sich die Böden nicht so schnell wie im subhumiden und semiariden Tiefland Afrikas. Dort verlieren die Böden rasant an Fruchtbarkeit. Außerdem mangelt es den Böden in diesen Gebieten an organischer Substanz. Dies zerstört die Produktivität der afrikanischen Böden.
Nachlassende Bodenfruchtbarkeit ist ein größeres Problem als Dürre. Da eine schlechte Bodenqualität eine permanente Vernichtung ihrer Nahrungsmittelversorgung bedeutet. Laut Studienbefragungen besitzten sechs afrikanishe Länder:
  1. Malawi
  2. Sambia
  3. Kenia
  4. Uganda
  5. Mali
  6. Niger
keine Mittel zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit.
Diese Tragödie kommt dementsprechend auch schnell auf uns zu, wenn nicht etwas dagegen unternommen wird. Deshalb steht nicht nur Afrika unter diesem "Fluch" der nachlassenden Bodenfruchtbarkeit. Die ganze Erde kann in wenigen Jahren unter den Folgen leiden.  






Armut in Afrika




 http://hypersoil.uni-muenster.de/0/05/17.htm

http://www.so-seidel.de/11A/bodenfruchtbarkeit.html

http://www.bodenfruchtbarkeit.org/652.html

Lage der Welt 2011_Kapitel 5 (1) - Rettung für die Böden - Hilfe für die Menschen





                                            


Montag, 7. Mai 2012

Ein Kraut gegen Motten und Gentechnik

·         die Bauern aus der Umgebung treffen sich zum „Field Day“, dem landwirtschaftlichen Informationstag
·         Lawrence und Joseph Odek zeigen zwei Felder
o       das eine mit hüfthohen, von Motten zerfressenen und gelb-fleckigen Stauden und schrumpeligen Kolben, außerdem von Hexenkraut befallen
o       das daneben mit grünen Pflanzen, gesund und hochgewachsen
·         der Mais wurde aus Amerika importiert, er war
o       einfacher anzubauen,
o       ertragreicher und
o       schmeckte besser
als das damalige Hauptnahrungsmittel Sorghum
·         war jedoch anfälliger gegen
o       Hexenkraut
o       Motten
§       vernichten die Hälfte der Maisernte in Kenia
§       verursachen jährlich Millionen Dollar teure Ausfälle
·         bei Kleinbauern entsteht ein noch schlimmerer Schaden
o       haben kein Geld für Agrochemikalien
o       durch einen Mangel an Ernte kein Geld für die Ausbildung ihrer Kinder
§       es entsteht ein Mangel an Nahrung
·         Dr. Khan
o       entdeckte Mittel gegen Maisplagen
·         „Push-Pull“-Methode sorgt für
o       Erfolg bei der Odek-Farm und
o       den benachbarten Bauern, denen sie die Methode beibringen

·         400 Gräser werden getestet
o       Motten lieben  Napier
o       80% - 90% entscheiden sich für das schilfartige Wildgras
·         Um ein Maisfeld herum gepflanzt -> Motten werden weg gezogen („Pull“-Teil)
·         Desmodium wird zwischen die Maispflanzen gepflanzt („Push“-Teil)
o       Verhindert wegschwemmen von Ackerkrume
o       Düngt den Boden
o       Unterdrückt Schmarotzerpflanzen
·         „Push-Pull“ am Anfang mehr Arbeit
o       Später fünfmal mehr Ertrag
·         Bremsende Faktoren: teuer kaufen oder langwierig ziehen
·         Methode wird weiter gereicht
·         1999 sollten Agrarausbilder geschult werden
o       Geldmangel
·         Hans Herren gründet „Biovision“
·         Stephen Mugo (IRMA)
o       Geld von „Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung“ (Gentechnik)
o       Ökologisch riskanter Gentechnik
·         In Kenia wegen „vorteilhafter politischen Situation“
·         Hans Herren fordert gentechnikfreie Methoden

·    der IRMA-Koordinator konzentriert sich mehr auf die wissenschaftliche Arbeit
o                dort könne er mit Hilfe seines Teams vorweisen, dass er ein natürliches Insektizid (Bazillus thuringiensis) gegen Mottenlarven gefunden hat
·     die Technik Bakteriengene zu verpflanzen ist bekannt
o                 Bt Mais steht schon seit Jahren auf den Feldern in den USA
·    Hugo ist nur auf der Suche nach einer für Kenia geeigneten Maissorte
·    Die dadurch entstehenden Umweltrisiken möchte er mit einer Spezialistengruppe in den Griff bekommen
·    Problem: Mottenlarven werden auf die Dauer resistent gegen Bt
·    Lösung: Die vielen Vorteile der Idee gleichen die Probleme aus
·    "Push-Pull" überfordere die Bauern und sei unökonomisch
·    Bei Bt stecke die Technologie schon in Samen, daher könnte nichts schief gehen
·    Nach dem Motto: Säen, ernten, essen.
·    Die Push-Pull Methode kann den Boden besser mit Stickstoff versorgen als Bt
·    Presse: "Bauern können sich Gentechnik nicht leisten"
·    Sogar der wohlhabendste Farmer sagt, dass nicht mal er sich diese teuren Methoden leisten könne, wie sollten dann die anderen im Stande dazu sein?
·    Ode profitiert von der bisherigen Methode
·    Er steht im Zwiespalt, ob er etwas verändern möchte
o                vorher hatte er nicht solche Probleme

Mais das Gold der Mayas:
wichtigste Kulturpflanze nach Mais und Reis
- Lateinamerika: ca. Hälfte der Getreideproduktion = Mais
- Afrika = mehr als ein Drittel
- Genbanken = 50.000 Maissorten
- Genmanipulierter Mais = BT-Mais
- BT-Mais enthält Insektengift

bearbeitet nach:  Ein Kraut gegen Motten und Gentech

Mittwoch, 2. Mai 2012

Unser Tag in Groß-Umstadt








DLG Zentrum in Groß-Umstadt, Max Eyth-Str. 1



Anfahrtskizze 




Dienstag, der 8.5.2012
Treffpunkt und Abfahrt an der Schule mit Privat-PKW: 8:00 Uhr
 
Geplanter Ablauf:

Vortrag über Landwirtschaft
Diskussionsrunde

Besuch auf dem Hof Seeger (Schweinemast und 200 ha Ackerbau)
Mittagessen 
Rundgang im DLG-Zentrum
Kaffeetrinken
Abschlussrunde