Bodenblog

Montag, 30. April 2012

Die Revolution auf dem Reisfeld

Nicht nur das eigene Wissen, sondern das angeeignete Wissen der Regierung sollen die Reisbauer „vergessen“. Mit Hilfe von Hybrid-Saatgut, Kunstdünger oder Unkraut- und Insektenkillern soll nicht nur eine immense Ertragssteigerung möglich sein, sondern auch eine andere Kultivierung  der Reisfelder. Selbst Professoren sehen dem Konzept skeptisch gegenüber. Dadurch dass so etwas Einfaches, nur durch lange Beobachtung und praktische Versuche, erst so spät entdeckt wurde, wirft es Skepsis auf.

Reispflanze (Quelle: Bild von Riceplant close up  by U.S. Department of Agriculture  )
Der Franzose Henri de Lalaunie wollte den Kleinbauern auf Madagaskar einfach nur aus ihrer Armut helfen. Er beobachtete sie und experimentierte dann auf Versuchsfelder mit neuen Methoden. Nach jahrelanger Forschung kann er ein Fazit bekannt geben: Laut seiner Methode kann man wesentlich weniger Reiskörner aussähen, hat dabei aber einen viel höheren Ertrag. Das sogenannte SRI (System of Rice Intensification). Seine Theorie ist folgende: Es wird nur ein Zehntel  der sonst üblichen Mengen in den Anzuchtbeeten ausgesät. Nicht wie sonst üblich werden die Pflanzen nicht nach einem Monat sondern schon nach acht – zwölf Tagen umgepflanzt. Außerdem werden die Reisbüschel einzeln in die Erde gesetzt und nicht eng aneinander gereiht.
Traditioneller Reisanbau (Quelle: Bild Reisanbau)

Bei SRI wird die Wassermenge für die Reispflanzen minimiert, sodass ein optimales Wachstum möglich ist, da vor allem Blätter und Wurzeln besser wachsen. Dabei muss das Unkraut, das sonst mit der großen Menge Wasser vernichtet wird, hierbei natürlich ganz klassisch entfernt werden. Allerdings hat dieses auch etwas Positives: Durch das Arbeiten mit der Hacke wird der Boden besser belüftet, was wiederum positiv für das Pflanzenwachstum ist. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein doppelt so hoher Reisertrag pro Hektar und das auch noch ohne Zugabe von chemischen Produkten. Als perfekter Nährstofflieferant für die Reispflanze erwies sich Kompost. Was bei diesem Konzept natürlich nicht fehlen darf ist der große Umfang an Können und Wissen. Ein Nachteil liegt dabei in den höheren Risiken. Nicht jeder Bauer kann zum optimalen Zeitpunkt seine Felder bewässern oder sich Angestellte leisten. Dadurch besteht die Angst, die Existenz der Familie zu gefährden.
Doch trotz dieser hohen Risiken lassen sich immer mehr Bauern auf die Methode von SRI ein und haben zum größten Teil positive Erfahrung damit gemacht.
Abschließend kann man sagen, dass die Methode der Organisation SRI die Umwelt schont und die Erntemenge erhöht. Zusätzlich bietet das System mehr Platz für weitere Pflanzen (z.B. Getreide und Gemüse), die zur besseren Versorgung der Familien genutzt werden.

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