Bodenblog

Montag, 14. Mai 2012

Allelopathie


Der Begriff Allelopathie leitet sich von dem griechischen Wort  „allelon“ – gegenseitig und „pathos“  – Leiden ab und wurde von Hans Molisch, einem österreichischen Botaniker, um 1937 in seinem Buch „Der Einfluss einer Pflanze auf die andere – Allelopathie“  vorgestellt. Er verwendet den Begriff, um die chemischen Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Mikroorganismen zu beschreiben.

Allelopathie bezieht sich auf die schädlichen oder nützlichen Wirkungen einer Pflanze auf eine andere Pflanze durch die Produktion und Freisetzung von chemischen Substanzen (auch Allelochemikalien genannt). Eine Pflanze kann dadurch z.B. die Keimung, das Wachstum, die Vervielfältigung und die Überlebenschance einer anderen Pflanze beeinflussen und /-oder hemmen.

Die chemischen Substanzen bzw. Allelochemikalien sind in mehreren Teilen der Pflanze, z.B. Wurzeln, Rhizome, Blätter, Stämme, Pollen, Samen und Blüten vorhanden. Allelochemikalien können positive und negative  Wirkungen auf die Zielorganismen haben, die von der Donorpflanze produziert und freigesetzt werden. Diese Allelochemikalien können in die Umgebung (Boden, Luft, Wasser) durch Auswaschung, Wurzelexsudation (Abgabe von Stoffen/Substanzen durch die Wurzeln der Pflanzen in die Rhizosphäre), Verdunstung und Abbau von Pflanzengewebe freigegeben werden. Außerdem sind Allelochemikalien meistens als Sekundärmetabolite oder Sekundäre Pflanzenstoffe (chemische Stoffe, die von Pflanzen produziert werden, die für sie nicht lebensnotwendig sind)klassifiziert. Allelochemikalien mit negativen Wirkungen spielen eine wichtige Rolle bei der pflanzlichen Abwehr von Pathogenen und Pflanzenfressern (Herbivoren).  


Beispiele von Allelopathie

Gegenwärtige Forschungen sind auf die gegenseitige Wirkung von Unkräutern auf Feldfrüchte, Feldfrüchten auf Unkräuter, und Feldfrüchten auf Feldfrüchte fokussiert.  Diese Forschungen bringen die Möglichkeiten weiter, Allelochemikalien als Wachstumsregler und natürliches Herbizid zu benutzen, um nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Ein Beispiel dafür ist Mesotrion. Es wird verkauft, um breitblättrige Unkräuter und Fingerhirse zu bekämpfen.


"The  shadow of  walnut  trees is poison to all plants within its compass." - Pliny the Elder 


Allelochemikalien sind bekanntlich dafür die Keimung, das Wachstum, die Entwicklung, die Verteilung und Vervielfältigung der Pflanzen zu beeinflussen.

(Juglans nigra)
Die hemmende Wirkung des Schwarznussbaumes (Juglans nigra) auf eine Pflanzenart ist einer der ältesten Beispiele von Allelopathie. Alle Teile des Schwarzbaumes: Wurzeln, Borken, Blätter und Nüssen (und sogar Regenwasser, das von einem Blatt fällt) produzieren und setzen eine allelopathische Substanz frei. Diese allelopathische Substanz, die der Schwarzbaum freisetzt nennt man „Juglon“. Der Regen wäscht  das Juglon von den Blättern und wird in den Boden übertragen. Juglon kann auch in den Boden gelangen, durch Verwesung von Blättern und Früchten. Manche benachbarten Pflanzen können beeinflusst werden, wenn Juglon von ihre Wurzeln absorbiert wird. Schwarznussbäume sind offensichtlich giftig für Krautige Pflanzen und Gehölze. Betroffene Pflanzen werden braun, verwelken und sterben. Die meisten Gemüsepflanzen sind gefährdet von der Toxizität/Giftigkeit des Juglons.

Die allelopathische Wirkungen des Juglons auf die Pflanzen ist im Allgemeinen toxisch, aber auch in manchen Fällen vorteilhaft. In vorherigen Studien wurde herausgefunden, dass  Juglon das Wachstum der Setzlinge von Tomaten, Gurken, Gartenkresse und Luzernen stark hemmt, aber das Wachstum der Setzlinge von Zuckermelonen wächst an.


Die Beziehungen von Desmodium und Hexenkraut (Striga)



Desmodium (wie z.B  „D. intortum“ und „D. uncinatum“) wird in der Landwirtschaft als Teil der Push-Pull Methode verwendet.

Während Untersuchungen in Kenia durgeführt wurden, um die Schädigung der Schädlinge und dem Hexenkraut (Striga) an den Maispflanzen  zu kontrollieren,  haben Forscher durch die Mischkultur von Mais mit Desmodium herausgefunden, dass Desmodium das Wachstum des Hexenkrautes, Striga, verhindern und hemmen kann. Durch die Wurzeln des Desmodiums werden bestimmte chemische Substanzen im Boden abgegeben, die für das Wachstum des Hexenkrautes nachteilig ist. Diese chemische Substanzen, die im Boden freigegeben werden,  sind allerdings für die Maispflanzen unschädlich. Desmodium ist im Allgemeinen nützlich als Gründüngung. Es gibt viel Stickstoff im Boden ab, sodass es beinahe der erforderlichen Düngermenge für Mais entspricht. Außerdem kann Desmodium nicht nur negative allelopatische Wirkungen für das Hexenkraut haben, sondern auch Allomone (Allelochemikalien gegen Fressfeinde einer Pflanze) produzieren und freisetzen,  um Schädlinge abzuweisen.  

Desmodium


Desmodium ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Fabaceae oder Leguminosae (auch Leguminosen genannt). Viele Desmodium-Arten sind Kräuter oder kleine Sträucher. Manche Desmodium-Arten werden als Unkraut  betrachtet. Desmodium kann eine Höhe von bis zu 182,88 cm erreichen, doch normalerweise erreicht es diese Höhe nicht. Die Blüten von Desmodium sind normalerweise rosa bis zu leicht lila-rosa und haben eine Länge von bis zu  1.27cm.


Anwendungen

Einige Desmodium-Arten enthalten Sekundäre Pflanzenstoffe. Desmodium produziert hohe Menge von Allomonen — chemischen Substanzen, die Schädlinge abweisen —und allelopatisch aktiven Verbindungen, die Unkraut töten (wie z.B  „D. intortum“ und „D. uncinatum“). Desmodium kann durch Stickstofffexierung  (ein Prozess, der den Stickstoff [N2], aus der Luft, in  Ammonium [NH4+] umwandelt)Pflanzenstoffe verfügbar machen, fördert die Humusbildung und schützt den Boden vor zerstörerischer Erosion. Außerdem ist Desmodium ein gutes Futter für die Nutztiere.


Desmodium adscendens 
(http://life.uiuc.edu/~hhines/flowers.html)
Desmodium (vor allem Desmodium adscendens) benutzt man auch in medizinischen Bereich. Desmodium adscendens ist ein [Heil]kraut, das im amazonischen Regenwald Perus und anderen südamerikanischen Ländern und an der Westküste von Afrika wild wächst. Desmodium adscendens ist in Brasilien auch als amor seco oder amor-do-campo bekannt. Peruaner nennen die Pflanze manayupa.

 In Afrika nutzten die alten Medizinmänner Desmodium adscendes um den Körper zu entgiften. Sie verwenden Extrakte aus der Pflanze um insbesondere, Lebererkrankungen, wie Hepatitis, zu behandeln. Desmodium adscendens  ist eine der wenigen „Leberpflanzen“, die Leberzellen regenerieren können und regen die Leber an ohne sie zu reizen.

In Ghana ist Desmodium ein beliebtes Heilmittel gegen Asthma,  Verstopfung, Dysenterie, und um Wunden zu behandeln. Im Jahr 1997 zeigte eine klinische Beobachtungsstudie, dass ein bis zwei Teelöffel  getrocknetes Desmodium Blattpulver täglich (in drei Dosierungen), den Zustand meist behandelter  Asthma-Patienten verbessert. Um die antiasthmatischen Eigenschaften dieses effektiven Heilmittels  zu verstehen, führten Wissenschaftler verschiedene Tierstudien durch, um festzustellen wie es funktionierte. Forscher fanden heraus, dass  Desmodium adscendes Subztanzen (wie Spasmogen, das Kontraktion der Lungen verursacht und  Histamin, das allergische Reaktionen auslöst) hemmt und dass es dadurch eine entspannende Wirkung auf die Muskeln der Lungen hat. Die antiallergische Eigenschaft  der Pflanze verursacht allerdings nicht nur eine Hemmung der Kontraktion der glatten Muskeln in den Luftwegen der Lung, sondern auch die Kontraktion der Muskeln überall im Körper. 



Hexenkraut (Striga)


Striga, oft auch Hexenkraut genannt, gehört zur Pflanzenfamilie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). Die Pflanzengattung umfasst mindestens 30 Spezies (die genaue Anzahl der Striga-Arten ist unklar aufgrund der taxonomischen Ungewissheit). Diese Spezies kommen  in Teilen von Afrika, Asien und Australien vor. Drei Spezies sind ursprünglich in Australien beheimatet: S. curviflora, S. multiflora and S. parviflora. Hexenkräuter haben meistens hell-grüne Stämme und Blätter und kleine, hell farbige Blüten. Sie können nur bis zu einer Größe von 15-20 cm heran waschen (manche Arten bis zu 60 cm).

infestation of S. hermonthica
photo by: iita-media-library
Striga Pflanzen sind meist Obligate Parasiten und brauchen deshalb einen Wirt um zu überleben. Sie beziehen Nährstoffe, Wasser und Kohlenhydrate von den Wurzeln ihrer Wirtspflanzen. Manche Striga-Arten (wie z.B. Striga asiatica, S. gesnerioides, und S. hermonthica) haben vernichtende Wirkungen auf die Feldfrüchte, darunter Mais, Hirse, Reis und Zuckerrohr. Die Pflanzen sind in der Lage, Ernten zu verringern und  in manchen Fällen,  die gesamte Ernte zu vernichten. In Afrika, südlich der Sahara, verursacht Striga jährliche Ernteverluste von bis zu US$7 Milliarden und hat nachteilige Auswirkungen für über 300 Millionen Menschen. Kleine Landwirte mit niedrigem Einkommen in Afrika sind hauptsächlich davon betroffen. 


Jede Striga Pflanze kann tausende Samen produzieren, die für über 10 Jahre im Boden lebensfähig bleiben können. Die Samen können durch Wind, Wasser und menschliche Beeinflussung (mit Hilfe von Maschinen) verteilt werden. Die Samen keimen nur in unmittelbare Nähe zu den Wurzeln von einem geeigneten Wirt. Sobald ein Samen keimt, wächst der Sämling in Richtung der Wurzeln der Wirtspflanze und bildet Haustorium, welches in das Gewebe der Wirtspflanze eindringt. Nach dem die Pflanze für 4 bis 6 Wochen unter der Erde gewachsen ist, kommt die Striga-Pflanze aus der Erde heraus und produziert grüne Blätter. Manche Striga-Arten können im Boden bleiben und gewinnen alle ihre Erfordernisse von ihren Wirtspflanzen. 

Anwendungen

Striga Pflanzen sind bekannt als „Hexenkräuter“ aufgrund ihre vernichtende Auswirkungen auf die wichtigstens Nahrungspflanzen. Doch die Pflanze soll  auch nützliche Wirkungen haben.

yellow-flowered S. asiatica
photo by: A. Fleischmann
In Malaysia beispielsweise ist die Striga Pflanze, Striga  asiatica, auch als Jarurn Mas oder "Golden Needle"  bekannt. Die Pflanze soll einen medizinischen Wert haben und wird als Kräutermedizin von manchen Einheimischen verwendet. Chinesen hätten offensichtlich  Striga  asiatica Blätter  für Wunde/Entzündung und Ulkus verwendet. Doch diese ist allerdings nicht wissenschaftlich bewiesen.

S. hermonthica
http://cost849.ba.cnr.it/ 
In Nordnigeria, der Absud der Pflanze wird in trockenen und frischen Blättern wird auf die Haut gerieben um Pilzinfektionen zu behandeln. Außerdem werden die Blüten von S. hermonthica örtlich in Nigeria benutzt, um Empfängnisse zu verhindern.  S. hermonthica ist eine  sehr verbreitete medizinische Pflanze in Afrika, die bereits als traditionelle Medizin benutzt wurde,  die positiven Wirkungen gegen Infektionskrankheiten bei Tiere als auch beim Menschen hat. Dennoch ist die Information über die pharmakologische Wirkungen der Pflanze noch knapp. 


Quellen:
http://www.wisegeek.com/what-is-desmodium.htm
http://www.gapa-inc.com/Desmodium-Leberreinigung-3erSet?gclid=CPGfr460wbACFUVc3wodbCA4pQ 
http://www.super-smart.eu/article.pl?id=0486&lang=de&fromid=GG132&gclid=CNPug5G1wbACFUZd3wodfiWVow
http://rainforest-database.com/plants/amorseco.htm
http://www.wholeworldbotanicals.com/herbal_desmodium
http://www.daff.qld.gov.au/documents/Biosecurity_EnvironmentalPests/IPA-Witchweed-Risk-Assessment.pdf
http://japsonline.com/vol-1_issue-7/01.pdf
http://www.odu.edu/~lmusselm/haustorium/pdf/haustorium28.pdf
http://www.ajol.info/index.php/ajb/article/viewFile/58827/47149..
http://www.ncrs.fs.fed.us/pubs/jrnl/1983/nc_1983_rietveld_001.pdf


von Rachel Leano

1 Kommentar:

  1. Aufgabenstellung:
    Der Begriff „Allelopathie“ ist genau zu definieren und zu erläutern. Die Beziehungen von Desmodium und Hexenkraut sollen beispielhaft verdeutlichen was Allelopathie im Einzelfall bedeuten kann. Bisherige Erkenntnisse und deren praktische Anwendung sind darzustellen, wobei einige Beispiele ausführlicher behandelt werden sollen. Die genaue Angabe der Quellen ist erforderlich.

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