von Sidney Fahje
Was ist eine Monokultur im landwirtschaftlichen Bereich und wodurch wird sie gekennzeichnet?
Gibt es mehrere Bedeutungen für den Begriff "Monokultur"?
Bevor eine genaue Definition für den Begriff "Monokultur" festgelegt werden kann, muss zuerst ein mal klargestellt werden, welche Arten es von Monokulturen überhaupt gibt. Am häufigsten findet man den Begriff im Zusammenhang mit dem landwirtschaftlichen Bereich, wobei er im forstwirtschaftlichen Bereich eine fast genau so große Rolle spielt. Ebenso wird er auch erweitert, wie wenn man zum Beispiel von einer Stadt spricht, die nur extrem wenige Industriezweige besitzt, der Begriff ist beliebig erweiterbar und kann auf jedem Gebiet angewendet werden.
Definition im landwirtschaftlichen Bereich
Der Begriff Monokultur umfasst den Anbau von nur einer Pflanzenart bzw. die Spezialisierung auf einige wenige Pflanzenarten im landwirtschaftlichen Bereich.
Hierbei wird nur eine bestimmte Fläche genutzt, auf der über viele Jahre hinweg nur die gleiche Kultur angebaut wird. Monokulturen wurden im Hochmittelalter entwickelt und wurden hauptsächlich auf Äckern angewendet. Im Gegensatz dazu steht die Einfeldwirtschaft, bei der die Dreifelderwirtschaft angewendet wurde. Dort wird die gesamte Anbaufläche in drei Teile unterteilt und nacheinander liegt einer der drei Teile brach, was bedeutet, dass dieser nicht bearbeitet und als Weide genutzt wird. Anschließend wird im Herbst gepflügt und ein Wintergetreide ausgesät, das im Spätsommer wieder geerntet wird, der Boden wird mehrmals bearbeitet. Danach findet die gleiche Prozedur statt, nur mit dem Unterschied, dass im Frühjahr ein Sommergetreide ausgesät wurde, es trotzdem wieder erst im Spätsommer geerntet wurde. Anschließend wurde die Fläche sich selbst überlassen und begrünte sich von selbst.
Monokultur mit dem Beispiel des Nassreisanbaus
Ein gutes Beispiel ist der in Asien mehrfach genutzte Nassreisanbau. Es wird immer die gleiche Fläche über viele Jahre hinweg benutzt um den Nassreis anzubauen. In dem nassen, schlammigen Boden befinden sich für den Reis wichtige Nährstoffe, außerdem wird dadurch vermieden, dass sich am Boden Unkraut und Schädlinge ansammeln.
Für ein Kilogramm Reis werden zwischen 3000 und 5000 Liter Wasser gebraucht. Wichtig dabei ist, dass das Wasser immer in Bewegung ist, es reicht aus, wenn es leicht fließt. Steht das Wasser, bilden sich Algen. Fließt das Wasser zu schnell, werden Bodenbestandteile und wichtige Nährstoffe weggeschwemmt. Das viele Wasser wird aus den Brunnen der jeweiligen Großstädte genommen, was zur Folge hat, dass der Grundwasserspiegel um einige Meter sinkt und somit die Wirtschaft behindert wird.
Folgen für die Umwelt
Die Folgen für die Umwelt sind unheimlich hohe Methanwerte, 60 Millionen Tonnen im Jahr, was 17% des gesamten Methans in der Erdatmosphäre entspricht. Der hohe Methanausstoß könnte reduziert werden, indem man den Boden zwischenzeitlich austrocknen lassen würde, dadurch wäre auch der gesamte Lebensraum wieder sauerstoffreicher und könnte noch effektiver genutzt werden. Natürlich braucht das Austrocknen-lassen Zeit und wie jedem bewusst ist, ist Zeit = Geld.
Monokultur im Bereich Tier- und Pflanzenhaltung
Die Monokultur im landwirtschaftlichen Bereich wird noch mal in Tier- und Pflanzenhaltung unterteilt.
Unseren Besuch bei der DLG, besser gesagt auf dem Hof Seeger, könnte man als eine Monokultur im Bezug auf Tierhaltung sehen. Dort wird sich seit mehreren Jahren auf die Schweinemast konzentriert. Es gibt zurzeit, und es gab auch in der Vergangenheit, keine anderen Tierarten, die dort gehalten werden. Außerdem befinden sie sich auf einem festgelegten Bereich, was letztendlich bedeutet, dass alle Kriterien für eine Monokultur der Tierhaltung erfüllt sind.
(Als Pflanzenhaltung kann man den Anbau der Fichten als Monokultur in der Forstwirtschaft sehen)
Vor- und Nachteile von Monokulturen
Vorteil
Ein Vorteil für die Unternehmen die die Monokultur nutzen, ist, dass sie ein Spezialwissen aufbauen können, durch das sie sich einen Wettbewerbsvorteil zu Nutzen machen können.
Noch ein Vorteil ist, dass die Unternehmen spezielle Maschinen für die Ernte mit spezifischen Anforderungen nur für eine Kultur benutzen müssen und somit ideal eingesetzt werden können.
Folglich ergibt sich daraus für das Unternehmen wenig Veränderung wie z.B. beim Kauf von neuen verschiedenen Maschinen jedes Jahr, sodass der Ertrag erheblich steigt und ihnen mehr Zeit für weitere Verkaufsideen bleibt. Kosten und Nutzen stehen somit in einem optimalen Verhältnis.
Nachteil
Jede Pflanze entzieht dem Boden Nährstoffe. Monotone Fruchtfolgen, wie es Monokulturen sind, entziehen nicht mehr Nährstoffe als andere Pflanzen, sondern ihre Wurzeln wachsen stärker im Boden, was die Folge hat, dass die Wurzeln für mehr Infektionen sorgen, somit wird den Pflanzen die Aufnahme von Nährstoffen massiv erschwert.
Ein weiterer Nachteil ist, dass durch die nicht vorhandene Abwechslung mit Leichtigkeit Schädlinge entstehen können und diese wiederum mit chemischen Mitteln bekämpft werden müssen, wodurch negative Auswirkungen auf das Endprodukt nicht vermieden werden können.
Einen guten Einblick in das Problem stellt der untere Auszug, vorallem der letzte Abschnitt, aus einem Text der Internetseite "Ökosystem-Erde" dar. Es wird genau auf den Punkt gebracht, wieso Monokulturen auf lange Zeit nicht von Vorteil sind...
Monokultur in der Forstwirtschaft auf Fichten bezogen
Warum werden Fichten und Nadelhölzer als Monokultur angebaut?
Fichten und andere Nadelhölzer werden heute noch in Monokulturen angebaut.
Ein Vorteil dadurch ist, dass die Papierindustrie mit Holz beliefert werden kann.
Nachteile sind, dass die Bäume von starken Stürmen entwurzelt werden und "tot" auf dem Boden liegen bleiben. Die vom Wind entwurzelten Bäume bieten als Totholz einen sehr geeigneten Lebensraum für Schädlinge. Die Folge ist eine starke Vermehrung von Schädlingen, wie z. B. dem Borkenkäfer.
Schädlinge
Der Borkenkäfer ist einer der gefährlichsten Schädlinge in der Forstwirtschaft. Die Fichte wird hauptsächlich von den gefährlichsten Borkenkäferarten befallen, dem Buchdrucker und dem Kupferstecher. Borkenkäferarten können nur in kranken oder toten Bäumen ausreichende Bedingungen finden um sich zu entwickeln, daher gehören Borkenkäfer zu den sekundären Schädlingen.
Richtig gefährlich wird es erst, wenn zu viele Bäume durch zu starken Wind abknicken. Die schwachen Bäume werden dann von den Borkenkäfern befallen und es gibt eine Massenvermehrung. Diese geht so weit, dass auch die gesunden Bäume angegriffen werden und dadurch ebenfalls absterben können. Findet das statt, wird aus dem sekundären Schädling ein primärer Schädling.
Ein weiterer Nachteil ist, dass es zu einem Überangebot an Holz kommt und dadurch die Holzpreise auf dem Markt deutlich sinken. Auch die nicht direkt betroffenen Waldbesitzer erleiden einen Verlust, da Holz nicht unbegrenzt lagerfähig ist, ohne an Qualität und gleichzeitig im Preis zu verlieren.
Was ist eine Mischkultur und welche Arten von Mischkulturen gibt es?
Mischkultur:
Eine Mischkultur ist ein gleichzeitiger Aufwuchs von mehreren Nutzpflanzenarten. Nutzpflanzenarten werden entweder als Nahrungsmittel für Menschen, als Viehfutter oder für technische Zwecke verwendet. Diese werden vom Menschen gesät, und befinden sich ebenfalls wie bei der Monokultur auf einer vorher bestimmten Fläche.
Die Hauptidee der Mischkultur ist, die Nachteile, die bei der Monokultur entstehen durch eine richtige Zusammensetzung zu vermeiden.
Arten von Mischkulturen:
Allgemeine Mischkultur:
Mischkulturen werden meistens im Bio-Anbau oder in heimischen Gärten genutzt. Es werden die verschiedensten Arten von Pflanzen in Reihe gepflanzt und gemischt. Die Fläche wird dadurch optimal genutzt, es muss aber darauf geachtet werden, dass die Kulturen zueinander passen.
Der Vorteil einer Mischkultur ist, dass Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge es sehr schwer haben sich auszubreiten.
Es ist sehr wichtig, dass keine Pflanzen aus der gleichen Familie hintereinander angebaut werden. Hier ein geeignetes Beispiel: Basilikum, Zwiebeln und Stangenbohnen könnte man zusammen mit Zucchini in eine Reihe pflanzen. Hätte man anschließend noch Gurken übrig und wolle diese ebenfalls in diese Reihe pflanzen, würde einem jeder Experte davon abraten.
Man muss auch auf die Reihenfolge achten, in der angebaut wird, diese wird Fruchtfolge genannt. Wird sie missachtet, werden die Nährstoffe im Boden nicht optimal genutzt und der Boden verliert an Gesundheit, was massive Folgen für die Zukunft haben würde.
Etagenkultur:
Bei einer Etagenkultur wird die Größe von hohen Pflanzen optimal genutzt, indem sie durch ihre Höhe Schatten für kleinere Pflanzen spenden, die nicht eine so starke Sonneneinstrahlung gebrauchen oder vertragen können.
Beispiel: Die großen Bäume in der obersten Etage, an denen Beispielsweise Kokosnüsse hängen, spenden viel Schatten für Mangos, die in der Etage darunter gepflanzt werden. Die kommende Etage besteht aus der Krautschicht, auch Boden genannt, auf der Gemüse angebaut wird. Zuletzt gibt es noch die Etage unter der Krautschicht. Auch hier kann durch den Schutz der ersten Etage etwas wachsen wie z. B. Kartoffeln. Es ist also ein geschicktes Zusammenspiel der einzelnen Pflanzen, die sich gegenseitig beim Aufwachsen unterstützen.
Pflanzengesellschaft:
Ist eine typische Zusammensetzung von einer Art von Pflanzen an einem bestimmten Ort.
Rand- und Zwischenpflanzung:
Rand- oder Zwischenpflanzungen werden am Rand eines Feldes gepflanzt um einerseits die zum Teil starken Windeinflüsse zu verringern, andererseits aber auch um einen Sichtschutz dazustellen.
So wird die im Feld befindliche Nutzkultur produktiver beschützt, als wenn Zäune aufgestellt werden würden, da der "Naturzaun" auch noch einen Ertrag bringt.
Untersaaten:
Als Untersaat wird das Ausgesäte, die Saat, einer zweiten Frucht zu einer früher Erntereifen Frucht bezeichnet. Gemacht wird dies, damit in einem Jahr gleich zwei Ernten möglich sind. Außerdem wird der Boden dadurch verbessert und zusätzlich geschützt, seine Tragfähigkeit nimmt zu und die Nährstoffe innerhalb des Bodens werden gebunden, was den Humusaufbau vorantreibt.
Pflanzengesellschaften in Verbindung mit Tierhaltung und die Erzeugung von Stoffkreisläufen
Die Tierhaltung ist ein fester Bestandteil in der heutigen Landwirtschaft. Wiederkäuer wie Rinder & Schafe werden dabei am häufigsten benutzt. Sie fressen Gras und Klee welches dann zu Milch und Fleisch umgewandelt wird.
Schweine und Geflügel werden in kleineren Mengen in der ökologischen Landwirtschaft gehalten, da sie Nahrungskonkurrenten des Menschen sind. Sie bekommen nur den Teil der Lebensmittel, der übrig bleibt wenn Lebensmittel zum Beispiel neu aufbereitet oder gereinigt werden wie zum Beispiel kleine Kartoffeln, Bruchkörner oder Ausputzgetreide.
Zusammenfassend heißt das, dass ein Tier massiv in den großen Kreislauf:
"Boden - Pflanze -Tier - Mensch" im Ökolandbau eingebunden ist.
Ist es fair, dass das Tier nur als Verdienstmöglichkeit einegsetzt wird?
Profitieren können davon, dass aus Gras und Klee, Milch und Fleisch gewonnen wird, allerdings nur Menschen.
In der modernen Landwirtschaft ist das Tier zum unverzichtbaren Produktionsfaktor geworden und man setzt zu 100% drauf.
Es hat dafür hinzuhalten, was der Mensch will, es wird wenig bis keine Rücksicht darauf genommen, wie es währenddessen um das Wohlergehen des Tieres steht.
Was kann dagegen unternommen werden?
Die einzige Rettung ist der Ökolandbau. Dadurch bekommt das Tier wieder einen sinnvollen Platz im Stoffkreislauf der Landwirtschaft. Eine artgerechte Tierhaltung ist dort ein Muss und ist in den Richtlinien vorgeschrieben. Den Tieren wird ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit gewährt, außerdem haben sie viel Auslauf. Die Tiere werden nicht auf kleinen Flächen gequetscht, sondern ein Betrieb ist dazu verpflichtet, nur so viele Tiere zu beherbergen, wie die Fläche und die Ernährung zulässt. Jedes Tier hat einen tiergerechten Liegeplatz und die Vollspaltenhaltung ist verboten, da sie sonst beim Fressen und beim Liegen auf Spalten, direkt über dem Güllekanal liegen würden.
Wie werden die Tiere gefüttert?
Die Tiere dürfen nur mit Futter von biologisch bewirtschafteten Feldern gefüttert werden. Für Wiederkäuer ist Heu und Grünfutter vorgeschrieben. Synthetische Futterzusätze, billige Importfuttermittel aus der Dritten Welt oder Futterantibiotika sind verboten, um Fleischskandale, wie in den letzten Jahren, ausschließen zu können.
Dadurch wird folglich Krankheiten vorgebeugt, sollte es aber trotzdem vorkommen, dass ein Tier krank wird, so wird zunächst versucht mit homöopathischen oder pflanzlichen Mitteln diese Krankheit zu bekämpfen.
Wie läuft das Schlachten ab?
Beim Schlachten wird dem Tier kein zusätzlicher Stress gemacht, es kommt auf schnellstem Wege und mit schonendem Transport zum Schlachter.
Kann jeder Bauer biologischen Landbau betreiben?
Biologischer Landbau darf nur von einem Bauer betrieben werden, wenn er Mitglied in einem anerkannten Anbauverband ist. Somit ist er verpflichtet, den jeweiligen Richtlinien gerecht zu werden. Die Bauernhöfe werden daher regelmäßig von EG-Kontrollstellen kontrolliert.
Hat ein EG-Kontrolleur keine Einwände und der Bauer hält sich an alle Pflichten und Richtlinien, so ist er berechtigt das Bioverbandszeichen nach EG-Öko-Verordnung zu führen.
Quellen:












Aufgabenstellung:
AntwortenLöschenKennzeichen von Monokulturen und die Gründe für deren Verbreitung in der Landwirtschaft sind zu erläutern. Damit zu vergleichen (Vorteile, Nachteile, Gemeinsamkeiten) sind die unterschiedlichen Arten von Mischkulturen. Mischkulturen haben natürliche Pflanzengesellschaften zum Vorbild und versuchen, in Verbindung mit Tierhaltung, Stoffkreisläufe zu erzeugen. Gelungene Beispiele sind ausführlich zu beschreiben. Die genaue Angabe der Quellen ist erforderlich.