von Sonja Dörfer
Symbiose
Der größte
Teil der Ökosysteme auf der Erde besteht aus symbiotischen Beziehungen. Unter
dem Begriff Symbiose versteht man allgemein das Zusammenleben zweier Organismen,
aus dem beide Vorteile ziehen. Diese zwei Organismen werden als Symbionten
bezeichnet. Dabei ist es generell das Ziel, dass sich die Symbionten gegenseitig
ihre Überlebungschancen erhöhen. Dies kann durch verschiedene Abläufe
geschehen. Der Begriff der Symbiose wird in die Begriffe Ektosymbiose und
Endosymbiose unterteilt. Die Ektosymbiose beschreibt die körperliche Trennung
der Partner in der Symbiose. Diese Beziehung wird auch als Allianz bezeichnet,
bei der beide Partner unabhängig von einander lebensfähig sind. Ein Beispiel
kann in der Tierwelt gefunden werden. Nashörner, Elefanten und auch Flusspferde
werden durch Vogelarten wie dem Madenhackerstar von lästigen Parasiten befreit.
Ein anderes Beispiel der Ektosymbiose ist die Bestäubung. Da es bei der
Symbiose Unterschiede der Abhängigkeit der Partner gibt, wird der Vorgang der
Bestäubung als Mutualismus bezeichnet. Mutualismus bezeichnet eine regelmäßige
Beziehung zwischen den Partnern, aber ist ebenfalls, wie die Allianz, nicht für
beide lebensnotwendig.
Der
Gegensatz der Ektosymbiose ist die Endosymbiose, bei diesem Vorgang wird einer
der Organismen in den anderen aufgenommen. Dieses Aufnehmen ist für einen oder
auch beiden der Symbionten lebensnotwendig. Durch die hochwertige Abhängigkeit
der Symbionten wird diese Art der Symbiose als obligate Symbiose oder
Eusymbiose bezeichnet. Viele im Wasser lebende Lebewesen gebrauchen die
Eusymbiose und beherbergen Grünalgen. Der Symbiont, der den anderen Organismus
in sich auf nimmt oder in manchen Fällen auf ihm leben lässt, wird auch als Wirt
bezeichnet. Der Wirt bekommt durch die Grünalgen Produkte aus der Fotosynthese,
da er selbst keine verrichten kann. Im Gegenzug liefert der Wirt den Grünalgen
Nährsalze und Schutz.
Mykorrhiza
Es gibt
verschiedene Arten der Symbiose, die durch die daran teilnehmenden Partner charakterisiert
werden. Dazu zählt auch die Blütenbestäubung, die oft nicht als Symbiose wahr
genommen wird.
Eine andere
Art ist die Mykorrhiza unter der man das Zusammenleben von Pilzen und
fotosynthesebetreibenden Pflanzen versteht. Der Pilz wird bei dieser Beziehung
Mikrosymbiont und die Pflanze Makrosymbiont genannt. Die Beziehung zwischen den
Organismen wird als mutualistische Beziehung bezeichnet. Der Nutzen, welchen
die Pflanze aus dieser Symbioseform zieht, ist der Austausch von Nährstoffen
wie auch den Schutz vor Krankheitserreger. Der Pilz steht wiederrum durch die
Fläche, welche die kooperierende Pflanze einnimmt, in einem geschützten
Lebensraum. Ein anderer Vorteil der
Mykorrhiza ist eine verbesserte Bodenstruktur.
Außerdem erlangt das Wurzelsystem durch die Symbiose eine höhere
Leistung, da die verwachsenen Wurzeln eine größere Wurzelfläche bilden und so
dem Boden mehr Nährstoffe entziehen können. Die Wurzeln dringen tiefer in den
Boden ein und verbessern so den Schutz gegen Witterungseinflüsse. Doch die wohl
wichtigste Eigenschaft der Symbiose ist der Nährstoffaustausch.
Dabei werden
die Stoffe über die Wurzeln an den jeweiligen Partner abgegeben. Die Pflanze,
die durch die Fotosynthese ein ständiges Energielager zu Verfügung hat, gibt
einen Teil der Kohlenhydrate an den Pilz ab. Der Pilz setzt als Gegenleistung
Stoffe wie Phosphat, Nitrat und Ammonium im Boden frei, so können die Wurzel
der Pflanze diese aufnehmen.
Dieser
Vorgang ist bei beiden Arten der Mykorrhiza gleich. Man unterscheidet zwischen
Ektomykorrhiza und Endomykorrhiza.
Ektomykorrhiza:
Bei der
Ektomykorrhiza ist es wie bei der grundliegenden Mykorrhiza der Fall, dass sich
Pilzhyphen um den äußeren Mantel der Wurzel legen und in die äußeren
Interzellularen eindringen. Diese Mykorrhiza Form ist bei Bäumen (Wäldern) und
in kalten Zonen sehr häufig und wird auch die ektotrophe Form genannt.
Endomykorrhiza:
Bei der
endotrophen Form dringen die Pilzhyphen in die Zellen der Rhizodermis und der
Rindenparenchyms ein. Diese Form ist charakteristisch für Orchideen und
Samenpflanzen.
Die Aufgabe
des Mykorrhizapilzes ist sehr wichtig für das Ökosystems, dies geschieht auf
sehr unauffällige Art und Weise. Der Mensch schädigt diese Art der Symbiose
häufig durch verschiedene Aktivitäten. Das immer schneller ausbreitende
Waldsterben ist durch den Ausstoß von Abgasen unserer Autos verursacht. Eine
Eigenschaft der Mykorrhiza ist, dass sie zu einem reduzierten Düngerbedarf der
Organismen führt. Die Abgase der Autos düngen den Boden, da die Mykorrhiza aber
auf ein reduziertes Düngerverhältnis eingestellt ist, wird sie überdüngt. Das
schadet der Mykorrhiza.
Wie wichtig ist die Mykorrhiza für
die Landwirtschaft?
Dadurch,
dass die Pflanzen durch den Vorgang der Symbiose (Mykorrhiza) weniger Dünger
benötigen, ist die Mykorrhiza ein erheblicher Vorteil für die ökologische
Landwirtschaft, den heimischen Garten und die Natur. Der Anbau von
Mykorrhizapilzen kann sich auch in einigen Fällen lohnen. Zum Beispiel bei der
Pilzart Trüffel, welche sehr gut schmeckt. Der Trüffelpilz gehört zu den
teuersten und kulinarisch wertvollsten Pilzarten der Welt und wächst
unterirdisch. Durch den hohen Preis pro Kilogramm lohnt sich der Anbau auch
finanziell. Andere positive Faktoren sind: die Ertragsteigerung, welche durch
die schnell und gesund heranreifenden Pflanzen entsteht. Der natürliche Schutz
vor Pflanzenschädlingen, welcher noch nicht genau begründet werden konnte. Es
scheint als seine Symbiose eingehende Pflanzen generell abwehrstärker oder die
Pflanzen haben im Zusammenleben mit den Pilzen eine Art Abwehrkraft aufgebaut. Die Pflanzenaufzucht im Garten durch das
Einsetzen von Mykorrhizapilzen und die Wiederherstellung von pflanzengeeigneter
Boden. Diese Wiederherstellung wird in schwergeschädigten Standorten benötigt
und kann durch das Einsetzen der Mykorrhiza verbessert werden. Der Pilz
verbessert den Nährstoffgehalt im Boden durch die Übertragung von Stoffen aus
der Partnerpflanze und unterstützt die
Pflanze in Situationen der Temperaturschwankung, Wassermangel und bei der
Belastung der Pflanze durch Schwermetalle (Chrom, Kupfer, Blei).
Blütenbestäubung
Auch die
Bestäubung ist eine Form der Symbiose und wird auch in den Bereich des
Mutualismus geordnet, da die jeweiligen Partner unabhängig voneinander leben
können. Bei den miteinander kooperierenden Organismen handelt es sich um eine
Blütenpflanze und ein Lebewesen (Biene, Hummel, Vögeln, Fledermäuse, etc.).
Die
Grundlage der Bestäubung ist das Übertragen von Blütenstaub auf die Narbe einer
Blüte. So wird die Befruchtung einer Blume eingeleitet. Es gibt verschiedene
Formen der Bestäubung durch Tiere: Selbst-, Nachbar- und Fremdbestäubung. Bei
der Selbstbestäubung werden die blüteneigenen Pollen auf die eigene Narbe der
Blüte übertragen, was durch den Wind geschehen kann, aber auch durch Tiere, die
Nektar aufnehmen wollen. Wenn die Pollen einer Blüte auf die Narbe einer
anderen Blüte derselben Pflanze kommen, handelt es sich um die
Nachbarbestäubung. Bei der Übertragung von Pollen auf die Nabe einer anderen
Pflanze wir die Bestäubung Fremdbestäubung (häufig Tierbestäubung) genannt.
Andere Wege der Bestäubung ohne die Hilfe von Tieren sind: die Wind- und die Wasserbestäubung.
20% der einheimischen Pflanzen werden durch die Windbestäubung befruchtet.
Darunter befinden sich am häufigsten Baumarten wie: Birke, Esche, Erle,
Nadelgehölze. Bei dieser Art der Bestäubung trägt der Wind die Pollen zur Nabe.
Andere Pflanzen die typisch für Windbestäubung sind, sind Roggen, Weizen und
Mais. Diese Pflanzenarten fallen unter die Sorte der Gräser. Diese Pollenarten
führen häufig zu allergischen Reaktionen beim Menschen. Die Häufigkeit der
Windbestäubung liegt an verschiedenen Kriterien. Zunächst sind die Pollen in
großen Mengen vorhanden und haben wenig Gewicht, können so leicht vom Wind
getragen werden. Meistens werden die Blüten nicht von Insekten oder anderen
Tieren wahrgenommen, da diese nicht durch ihre Farbe hervorstehen. Ein anderer
Punkt sind die häufig fehlenden Blütenblätter und Duftdrüsen. Die Tiere werden
nicht auf die Blüte aufmerksam. Die Wasserbestäubung kommt nur bei Wasserpflanzen
wie Seegras vor, wobei die Pollen vom Wasser getragen und verbreitet werden.
Tierbestäubung
Die
häufigste Form der Tierbestäubung ist die Form der Bestäubung durch Insekten z.B.
die Honigbiene oder anderen Tieren. Die Tierbestäubung ist eine Form der Fremdbestäubung. Die Biene,
die vom Duft des Nektars, der auffallenden Form und der meistens bunten Farbe
der Blüte angezogen wird, kriecht in die Blüte und wird dabei mit Pollenkörnern
benetzt. Die Natur hat im Fall der Honigbiene das Insekt gut auf ihrer Aufgabe
vorbereitet und ihnen einen dichten Pelz geschenkt, an dem der Blütenstaub
hängen bleiben kann. Wenn die Biene dann zur nächsten Blüte fliegt und mit dem
benetzten Pelz in die Blütekriecht, bleibt der Blütenstaub (Pollen) auf der
klebrigen Narbe (weibliches Blütenteil) kleben und die Bestäubung ist
vollstreckt.
Bei anderen
Tierarten ist das Prinzip gleich, nur dass die Blüten ihre Bestäuber mit
unterschiedlichen Mitteln anlocken. So werden Fliegen häufig von einem Pilz-
oder Aasgeruch angelockt. Pflanzenarten, die von nachtaktiven Insekten bestäubt
werden, öffnen die Blüten erst am Abend und duften sehr intensiv.
Die
sogenannten Vogelblumen, welche von Vögeln bestäubt werden, sind meistens mit
roten Blüten bestückt, weil Insekten diese Farbe nicht wahrnehmen und deswegen
nicht angelockt werden.
Wie wichtig ist die Bestäubung für
die Landwirtschaft?
Das Thema
Bestäubung ist für die Landwirtschaft sehr wichtig. Nicht nur in dem Bereich
des Obstanbaus sondern auch bei anderen Bereichen. In Deutschland gehören
Obstbäume, Raps, Sonnenblumen, Erbsen, Paprika und Tomaten zu den wichtigsten
insektenbestäubenden Nutzpflanzen. Beim Obstanbau ist darauf zu achten, dass
sich im Umfeld des Obstfeldes, genug Bienenstöcke befinden. Die Bienenvölker
können die Obstpflanzen befruchten und führen so zu einer reichen Ernte. Es
wird in etwa 1 Bienenvolk pro Hektar zur Bestäubung benötigt. Bienen als
Nutztiere bringen zwar nicht den vollen Ertrag der Ernte, dafür aber einen
Mehrertrag. Speziell bei den Honigbienen ist es, dass die Völker nur eine
Pflanzenart ansteuern, solange es davon genug Nahrungsangebot gibt. Im Bereich
des Rapsanbaus wurde von einer Universität in Wien raus gefunden, dass sich
beim Aufstellen von Bienenstöcken, sich der Ertrag verdoppelt. In Deutschland
hängen 85% der landwirtschaftlichen Erträge von der Bestäubung der Honigbiene
ab. Auf der ganzen Welt ist es ein ganzes Drittel der landwirtschaftlichen
Pflanzenproduktion. Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Bestäubung von
Wildpflanzen, welche in der Natur als wichtiges Nahrungsmittel den wildlebenden
Tieren dient. Somit trägt die Bestäubung auch zur Vielfalt der Natur bei.
„Sterben die Bienen, stirbt der
Mensch“
– Albert Einstein
Bienen – Gefährdung durch Pestizide
und genetische Veränderung
Die häufig
vom Menschen eingesetzten Giftstoffe schaden nicht nur der Umwelt, sondern auch
der Biene, welche sehr wichtig für die Landwirtschaft ist und somit auch für
den Menschen. Durch das massive Sterben der Bienen und Hummel befürchten
Biologen, dass es zu einer Lebensmittelkriese kommen könnte, wenn das Sterben
nicht gestoppt werden kann. Das Einsetzen von Pestiziden ist einer der
Hauptgründe für die wertvollen Insekten. Die chemischen Substanzen sind extrem
gefährlich für die Bienen und Hummeln. Dabei wurde der Einfluss von Neonicotinoid
(Pestizid gegen Insekten) auf die Tierchen untersucht. Bei dieser Untersuchung
stellt sich fest, dass der Orientierungssinn der Insekten unter dem Stoff
leidet. Sie finden den Weg zu ihrem Volk nicht mehr. Außerdem wurde fest
gestellt, dass dieses Insektizid besonders den Hummeln schadet. Mehrere
Hummelarten sind zur heutigen Zeit ausgestorben. Auch die Produktion von
Bienenkönigen geht durch den Einfluss von Neonicotinoid zurück. Das bedeutet es
werden weniger neue Völker gegründet. Durch manche der Stoffe werden die Bienen
genetisch verändert und so auch ihre eigene Reaktion. Die Biene ist für den
Menschen lebensnotwendig, da diese für den Großteil unserer Nahrung
verantwortlich ist.
Quellen:
Ökologie –
Eckhard Philipp/Bernhard Verbeek, 1998 Schroedel


Aufgabenstellung:
AntwortenLöschenDer Begriff der Symbiose soll am Beispiel vom Mykorrhiza und Blütenbestäubung deutlich werden. Hierbei sind die Vorteile der Beziehung für beide Partner ausführlich zu erläutern. Der Nutzen dieser Symbiosen und die Erforschung symbiotischer Beziehungen in Land- und Forstwirtschaft sind beispielhaft darzustellen. Die wichtige Rolle der Bienen und deren Gefährdung durch Pestizideinsatz und gentechnische Veränderungen ist zu beschreiben. Die genaue Angabe der Quellen ist erforderlich.
Positiv:
AntwortenLöschen- Überleitung zu Ektomykorrhiza und Endomykorrhiza gut gelungen =)
- Wichtige Textstellen rot markiert/ hervorgehoben
Negativ:
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Ich finde du hast die Aufgabenstellung erfüllt und einen guten Blog Eintrag verfasst. Außerdem hast du Bilder verwendet und deinen Blog Eintrag schön gegliedert.