Die Nachhaltige
Landwirtschaft
-
sucht
nach Methoden und Verfahren, die die Produktivität des Bodens
verbessern und gleichzeitig schädliche Auswirkungen (welche z.
B. durch Chemikalien ausgesetzt werden können) auf Klima,
Boden, Luft, Artenvielfalt und die menschliche Gesundheit
minimieren.
-
zielt darauf ab
die Ernährungsbedürfnisse qualitativ und quantitativ zu
befriedigen - Heute und in Zukunft.
-
setzt so wenig
wie möglich nicht-erneuerbare und auf Erdöl-basis hergestellte
Betriebsmittel ein und ersetzt diese durch erneuerbare
Betriebsmittel
- wirksame Maßnahme gegen Erosion (Wasser- und Winderosion) und Bodenschadverdichung
- Ziel: ein stabiles, wenig verschlämmungsanfälliges, tragfähiges Bodengefügel.
->
Bodenaggregate sind dadurch vor der Zerstörung durch Regentropfen
weitgehend geschützt, wodurch die Bildung von
Oberflächenverschlämmungen ( Verlagerung von Bodenteilchen an
der Bodenoberfläche) und Bodenerosion (Abtragung der Gesteine
an der Erdoberfläche) gemindert wird.
Die lokale
Bevölkerung steht bei nachhaltiger Landwirtschaft im Mittelpunkt.
Bauern soll eine
langfristige Beschäftigung und ausreichend Einkommen gesichert
werden, außerdem ist es wichtig gute Lebens- und Arbeitsbedingungen
zu schaffen.
Anfälligkeit
des Landwirtschaftsektors gegenüber Ungünstigen natürlichen (z.B.
klimatischen) und sozio-ökonomischen (z.B. hohe Preisschwankungen)
Bedingungen sowie andere Risiken.
Konservierende
Bodenbearbeitung
Die
konservierende Bodenbearbeitung verzichtet auf den Pflugeinsatz,
stattdessen werden nichtwendende Bodenbearbeitungsgeräte (z. B.
Grubber) eingesetzt, welche den Boden in seinem Aufbau belassen.
Durch die
nichtwendende Bearbeitung reichern sich Pflanzenreste in der obersten
Bodenschicht (Bodenbedeckung) an.
Es kommt zu
einer Lagerungsdichte in der obersten Schicht der Erde und zu einer
Steigerung der biologischen Aktivität des Bodens.
Es
verbleiben Ernterückstände wie z. B. Stroh (Mulchmaterial) in der
obersten Bodenschicht. Diese verbessern das Bodenklima und können
außerdem als Nahrungsangebot erhöht werden.
Es kommt zu
einer Humusakkumulation (organische Stoffe im und auf dem Boden, die
von abgestorbenen Pflanzen und Tieren herrühren) in der obersten
Schicht, zu einer erhöhten Aggregatstabilität (Fähigkeit des
Bodens, Form- und Strukturveränderungen durch z.B. Wassereinfluss
standzuhalten) und zu einem Aufbau eines tiefen, ungestörten
Makroporensystem (mit Luft oder Wasser gefüllte Hohlraumvolumen des
Bodens).
Überschüssiges
Wasser kann zusätzlich schnell in tiefe Bodenbereiche
abtransportiert werden (z. B. durch Regenwurmgänge).
Die
Nährstoffauswaschung wird reduziert und dem Boden entweichen somit
weniger klimaschädigende Gase. Der Boden kann mehr Kohlenstoff
speichern.
Nachteile:
- funktioniert nicht ohne Herbizide
- ein verändertes Unkrautmanagement ist vonnöten, damit z.B. Weizen, Soja oder Mais wachsen kann
-
spezielle
Maschinen und Wissen wird benötigt (-> fehlt Kleinbauern und
verhindert somit die Einführung der konservierenden
Bodenbearbeitung)
Diese Methode
wird bereits in Nord-,Südamerika und Australien genutzt, jedoch in
Kombination mit gentechnisch veränderten Pflanzen und Totalherbizide
bei Monokultur.
Auf eine
Fruchtfolge (zeitliche
Aufeinanderfolge verschiedener Kulturpflanzen auf ein und demselben
Feld.) wird verzichtet, dadurch gehen die Vorteile der
konservierenden Bodenbearbeitung verloren und es kann nicht mehr als
nachhaltige Landwirtschaft bezeichnet werden.
Ökologische
Landwirtschaft
Die ökologische Landwirtschaft ist eine Form der nachhaltigen Landwirtschaft. Sie ist gut geeignet für traditionelle und extensiv arbeitende Betriebe, da sie in solchen Betrieben die Erträge erheblich steigern kann.
Jedoch hängt die Ertragsersteigerung vom Ausgangsniveau ab.
Darum sind die
Sichtweisen zur ökologischen Landwirtschaft sehr verschieden.
Bei einer
Umstellung von intensiver Landwirtschaft, auf Gunststandorten, mit
guten Böden und Niederschlägen, auf Ökolandwirtschaft kommt es zu
einem deutlichen Ertragsrückgang.
Mit dieser
Methode ist die Welt also nicht ernährbar - kombiniert man diese
jedoch mit anderen nachhaltigen Produktionsverfahren, kann sie
Erfolge erzielen.
Düngerverfahren
Wachsende
Pflanzen entnehmen aus dem Boden Nährstoffe und speichern sie in
ihren Blättern und Früchten. Bei den Nährstoffen handelt es sich
vorallem um Mineralsalze, die die chemischen Grundstoffe Stickstoff,
Phosphor, Calcium, Schwefel und Kalium beinhalten. Bei der Ernte,
entzieht man dem Boden also ständig Mineralstoffe, so dass seine
Fruchtbarkeit immer weiter abnimmt.
Um ein gutes
Pflanzenwachstum und damit auch gute Pflanzenerträge erzielen zu
können, muss man also düngen. Beim Düngen werden die fehlenden
Pflanzennährstoffe im Boden ersetzt, wie z.B. durch
mineralstoffreiche Tierausscheidungen (Jauche, Festmist), durch
Mineralsalze aus natürlichen Lagerstätten (Kalk), oder durch
künstlich hergestellte Düngemittel.
- organische Dünger ( von Pflanzen oder Tieren stammen (z. B. Kompost)
- organo-mineralische Dünger
- künstlich hergestellte Düngermittel
Viele
Entwicklungsländer haben damit zu kämpfen, dass Wasser knapper wird
und fruchtbarer Ackerboden erodiert.
Die Einnahmen
der Kleinbauern reichen meist nicht aus, um Investitionen in teure
mineralische Kunstdünger zu tätigen.
In vielen
Entwicklungsländern gibt es nun jedoch Subventionsprogramme, welche
Mineraldünger verbilligt anbieten, wodurch die Steigerung der
Nahrungsmittelerzeugung und Ernährungssicherheit möglich gemacht
wird.
Jedoch wird der
Dünger oftmals falsch angewendet (Bsp.: Beschleunigung des
Versauerungsprozzesses)
Die falsche
Anwendung des Düngers kann Lachgasemissionen erbringen, welche
Auswirkungen auf den Klimawandel und der Auswaschung von Nitrat
haben. Viele tropische Böden sind außerdem von Natur aus sauer.
Durch die Düngung wird der Versauerungsprozess beschleunigt, was zur
Folge hat, dass die Produktivität der Böden langfristig abnimmt.
Nachhaltigkeit
des Düngers
Der
Grundnährstoffbedarf soll über organische Düngerangaben, wie Mist,
Kompost und Gründungen, abgedeckt werden und nur der Differenzbetrag
sollte über Mineraldünger ersetzt werden.
Zielgenaue
Düngekonzepte sind wichtig, um eine möglichst vollständige
Aufnahme der Nährstoffe durch Kulturpflanzen zu erreichen.
Stickstoffversorgung
beansprucht die Symbiose von Bakterien (z.B. Knöllchenbakterien - in
Symbiose mit Schmetterlingsblütlern lebende, Stickstoff bindende
Bakterien), welche den Stickstoff im Boden zur Verfügung stellt.
Saatgutproblem
und Erhaltung der Vielfalt in nachhaltigen Konzepten
Bauern in
Entwicklungsländern haben meist eigenes Saat - und Pflanzgut.
Dies ist an die Standortbedingungen angepasst, geht auf die kulturellen Bedürfnissen ein und richtet sich nach den Ernährungsgewohnheiten der Familien. Jedoch werden dabei nicht hohe Erträge gemacht.
Dies ist an die Standortbedingungen angepasst, geht auf die kulturellen Bedürfnissen ein und richtet sich nach den Ernährungsgewohnheiten der Familien. Jedoch werden dabei nicht hohe Erträge gemacht.
Bei
Entwicklungszusammenarbeiten
mit modernen, kommerziellen Großgrundbesitzern können
den Bauern Wege für eine Verbesserung ihrer Anbaumethoden gezeigt
werden, ohne ihre wirtschaftliche Situation zu verschlechtern, ohne
neue Abhängigkeiten zu schaffen und ohne die natürlichen Ressourcen
zu beeinträchtigen.
Es kann zu
verbesserten Landsorten kommen, die nicht durch Patente geschützt
werden und allen zur weiteren Züchtung zur Verfügung gestellt
werden.
Kommerzielles
Hybridsaatgut sorgt für hohe Erträge und eine Steigerung der
Produktivität, die vorteilhaften Eigenschaften gehen in
Folgegenerationen verloren, jedoch lohnt sich, der Neukauf bei hohen
Erträgen meist.
Die
Hybridsaatgut Verbreitung bietet sowohl dem konventionellen Anbau
sowie dem ökologischen Anbau Erfolg.
Nachhaltige
Wassernutzung
In Zukunft wird
sich der Wasserbedarf in vielen Bereichen steigern (Landwirtschaft,
Stadt, Industrie).
Die
Landwirtschaft verbraucht etwa 70% des erneuerbaren Wassers.
In mehr als 30
Ländern herrscht bereits starke Wasserknappheit.
Die
Landwirtschaft muss Wasser in Zukunft also nachhaltiger verwenden!
Es könnten
mehrere Anbaumethoden getestet werden, bei denen man zum Beispiel
Regenwasser besser nutzen könnte, durch Rückhaltebecken, Dämme,
Flussschwellen, Konturlinien oder konservierender Bodenbearbeitung.
Dadurch würde
der Grundwasserspiegel gesteigert werden können.
Durch
Tröpfchenbewässerung würde man außerdem sparsamer mit Wasser
umgehen.
Bei dieser
Tröpfchenbewässerung bekommen Pflanzen nur so viel Wasser, wie sie
brauchen.
Jedoch kann
diese Methode negative Folgen mit sich bringen:
Es könnte
beispielsweise zur Absinkung des Grundwasserspiegels kommen, da nur
noch ein Teil der vorherigen Wassermenge in den Boden kommt.
Eine Versalzung
könnte ebenfalls auftreten, da das Wasser nicht ausreicht um Salze
auszuwaschen.
Die gerechte
Verteilung der Wasserressourcen und das Management von
Wassereinzugsgebieten ist wichtig für eine nachhaltige
Wassernutzung.
Verbesserte
Lagerungen und Verarbeitung der erzeugten Agrarprodukte
1/3 der
jährlichen Getreideernte geht in Entwicklungsländern verloren.
Bei
verderblichen Produkten (Wurzel-Knollenfrücte, Obst, Gemüse) sind
es sogar bis zu 40%.
Ein Teil davon
geht bei der Ernte und beim Transport verschüttet, ein Teil wird von
Käfern, Motten und Mäusen gefressen, und ein weiterer Teil
verschimmelt oder verfault.
Solche
Nachernteverluste verursachen gravierende Volkswirtschaftliche
Schäden, da sie entstehen, nachdem viel Geld und Arbeitskraft in die
Erzeugung der Produkte investiert wurde.
Oft macht sich dieser
Qualitätsverlust der Produkte auf den Preis wirksam (da er
abnimmt) oder macht das Produkt gar unverkäuflich.
Rein rechnerisch
würden die Nachernteverluste das Hungerproblem auf der Welt lösen
können!
Darum wurde der
Nachernteschutz herbeigeführt, bei dem die Ernährungssicherheit
nachhaltig und schnell verbessert werden soll ohne zusätzliche
Ressourcen in Anspruch zu nehmen.
Die Techniken
dazu sind bereits vorhanden.
Würde man die
weltweit weggeworfenen Nahrungsmittel dazunehmen, wäre die Ernährung
der Weltbevölkerung theoretisch gelöscht.
Beispiel für
ein nachhaltiges Agrarkonzepte
In Ghana
konzentrierte sich die Deutsche Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit (GIZ) GmbH auf ein Projekt, welches sich auf die
Einführung des integrierten Pflanzenschutzes konzentrierte.
Nunächst wurden
nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel empfohlen und die Bekämfung
von Schädlingen mit biologischen und traditionellen Mitteln
gefördert. Die GIZ beriet die ghanaische Regierung außerdem
integrierten Pflanzenschutz in die Förderziele der Landwirtschaft
aufzunehmen und Auflagen für gefährliche Pflanzenschutzmittel zu
machen. Die Bauern erhielten außerdem eine Fortbildung und Beratung
in Methoden des integrierten Pflanzenschutzes. Damit wurde die
Gefährdung von Bauern, Verbrauchern und Umwelt verringert: Es kamen
weniger Unfälle mit Pestiziden vor und die Belastung von
Nahrungsmitteln und Gewässern sank nachhaltig. Nützliche Insekten
wurden zudem geschont. Die bäuerlichen Haushalte konnten somit ihre
Einkommenssituation verbessern und steigerten die Produktion und
Qualtität um bis zu 73% .
Fazit
Nachhaltige
Landwirtschaft ist möglich.
Sie hilft
Erträge zu steigern und die wachsende Weltbevölkerung auch noch in
100 Jahren zu ernähren, ohne unsere Lebensgrundlagen zu zerstören.
Nun müssen sich
nur noch Politiker, Unternehmen und Verbraucher zum
Nachhaltigkeitsbewusstsein bekennen und das Notwendige Wissen an die
Produzenten vermitteln!
Quellen:
Welternährung - Welche Verantwortung hat Europa? DLG e.V. Band 106
http://www.sonnenseite.com/Umwelt,Oekologische+Landwirtschaft+-+eine+Chance+fuer+Entwicklungslaender,16,a3434.html
http://www.landwirtschaft.sachsen.de/landwirtschaft/8120.htm
http://www.bauernhof.net/lexikon/lex_cde/dungung.htm
Aufgabenstellung:
AntwortenLöschenErwartet wird: Darstellung der Ausgangslage und der sich daraus ergebende Konsequenzen. Erläuterung der Begriffe Nachhaltige Landwirtschaft, konservierende Bodenbearbeitung, ökologische Landwirtschaft (auch über den Text hinaus recherchieren und unterschiedliche Sichtweisen aufzeigen). Düngeverfahren und ihre Probleme auf Böden der Entwicklungsländer. Das Saatgutproblem und die Erhaltung der Vielfalt in nachhaltigen Konzepten. Wassernutzung im Rahmen der Nachhaltigkeit. Verbesserte Lagerung und Verarbeitung der erzeugten Agrarprodukte. Bildung und Schulung der Betroffenen. Darstellung von Beispielen. Die genaue Angabe der Quellen ist erforderlich.